Gemeinsamkeit mit Haut
Neuer Hautkrebstest an Bananen entwickelt
publiziert: Montag, 8. Feb 2016 / 11:03 Uhr
Melanome entstehen aus den Pigmentzellen der Haut.
Melanome entstehen aus den Pigmentzellen der Haut.

Lausanne/Sitten - Forscher der ETH Lausanne haben einen Test für die verschiedenen Stadien von Hautkrebs entwickelt. Dabei machten sie sich eine Gemeinsamkeit von Bananenschalen und menschlicher Haut zunutze.

3 Meldungen im Zusammenhang
Überreife Bananen erkennt man leicht an den schwarzen Flecken auf ihrer Schale. Diese Flecken entstehen durch das Enzym Tyrosinase, das auch bei Hauttumoren - den sogenannten Melanomen - eine Rolle spielt. Forschende der ETH Lausanne (EPFL) haben an Bananen einen Test entwickelt, um die verschiedenen Krebsstadien zu unterscheiden, wie die Hochschule am Montag mitteilte.

Melanome entstehen aus den Pigmentzellen der Haut. Eine Fehlfunktion in der Regulation der Tyrosinase führt zu den für diesen Krebs charakteristischen Flecken. Forschende um Hubert Girault vom Labor für Physikalische und Analytische Elektrochemie in Sitten (EPFL Valais Wallis) entwickelten daher ein Verfahren, um die Verteilung der Tyrosinase in menschlicher Haut zu testen.

Bananen als Versuchskaninchen

Erste Tests führten die Wissenschaftler an reifen Bananen durch. «Die Flecken auf menschlicher Haut und auf Bananenschalen sind ungefähr gleich gross», erklärte Girault in der EPFL-Mitteilung. «An den Früchten konnten wir den diagnostischen Test entwickeln und prüfen, bevor wir es an menschlichen Gewebeproben ausprobierten.»

An Tumor-Biopsien wiesen die Wissenschaftler schliesslich nach, dass sich das Krebsstadium anhand von Menge und Verteilung des Enzyms bestimmen lässt: Im ersten Stadium ist es noch nicht auffällig, aber ab Stadium Zwei in grossen Mengen vorhanden und gleichmässig verteilt. Im dritten Stadium schliesslich ist es ungleichmässig verteilt.

Winziger Kamm aus Mikroelektroden

Das Messgerät der Forscher ist ein Scanner aus acht Mikroelektroden, die wie die Zähne eines Kamms aufgereiht, aber sehr biegsam sind. Diese winzigen Sensoren fahren über die unebene Oberfläche der Haut, ohne sie zu verletzen, und messen die elektrochemische Reaktion in einer Fläche von wenigen Quadratmillimetern. Aus dieser Reaktion berechnet das Gerät die Menge und Verteilung der Tyrosinase.

Dieses Verfahren, das die Wissenschaftler nun im Fachjournal «Angewandte Chemie» vorstellen, könnte dereinst invasivere Diagnosemethoden wie die Entnahme von Biopsien ersetzen.

Als nächstes möchten die Wissenschaftler ihren Scanner weiterentwickeln, um Hauttumore nicht nur zu testen, sondern auch gleich zu eliminieren. Erste Versuche hätten gezeigt, dass sich das Gerät auch einsetzen liesse, um die Tumorzellen zu zerstören, so Girault.

(bg/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Manchester - Ein neuer Bluttest könnte früh davor warnen, dass Patienten mit fortgeschrittenen Melanomen einen ... mehr lesen
An sieben Patienten wurden die Forschungen getestet.
Die Anzahl der Muttermale weist auf Krebsrisiko hin.
London - Mehr als elf Muttermale pro Arm deuten laut einer Studie des King's College London auf ein überdurchschnittlich hohes ... mehr lesen
New York - Menschen, die morgens gerne ein Glas Orangensaft trinken, haben ein grösseres Risiko am malignen Melanom - der ... mehr lesen
Orangensaft erhöht das Risiko für Hautkrebs.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 17
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere Forschungsprojekte und einem grösseren Forscherkreis zur Verfügung.
Das Berner Inselspital stellt die Proben für mehrere ...
Medizinische Forschung  Bern - Das Inselspital nimmt mit der «Liquid Biobank Bern» das derzeit modernste Tiefkühllager für Blut und andere flüssige Bioproben in der Schweiz in Betrieb. Die Biobank soll zur wichtigen Forschungsressource für massgeschneiderte Medizin werden. mehr lesen 
Wegen Zika - Acht Wochen nur geschützt  Genf - Touristen sollen nach ihrer Heimreise aus Zika-Gebieten mindestens acht Wochen ... mehr lesen  
Zika wird hauptsächlich durch Mückenstiche verbreitet.
Das Zika-Virus kann auch bei Erwachsenen schwerwiegende neurologische Erkrankungen auslösen.
Experten: Europa muss sich auf die Zika-Epidemie vorbereiten Kopenhagen - «Die Zeit ist nicht auf unserer Seite. Das Zika-Virus zeigt nicht nur sein immer hässlicheres ...
In 60 bis 80 Prozent der Fälle verläuft eine Infektion unbemerkt. (Symbolbild)
16 Personen in der Schweiz Zika-infiziert Bern - In der Schweiz sind seit Einführung der Meldepflicht Anfang März 16 Fälle von Infektionen mit dem Zika-Virus festgestellt ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Fr Sa
Zürich 15°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 14°C 23°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 14°C 25°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Luzern 15°C 25°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig sonnig
Genf 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig sonnig
Lugano 18°C 28°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten