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Neuer Technischer Leiter: Alles besser bei Sauber?
publiziert: Donnerstag, 8. Apr 2010 / 17:06 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 8. Apr 2010 / 17:44 Uhr
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Laut Peter Sauber wurde in den ersten Rennen das Potenzial des C29 nicht ausgeschöpft. (Archivbild)
Laut Peter Sauber wurde in den ersten Rennen das Potenzial des C29 nicht ausgeschöpft. (Archivbild)

Der lange geplante Wechsel im Formel-1-Team Sauber-Ferrari an der Spitze der technischen Abteilung ist vollzogen. Der Brite James Key übernahm das Amt des Technischen Direktors von Willy Rampf.

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Teamchef Peter Sauber äussert sich zur Rochade vom Bayern zum Briten, der zuletzt bei Konkurrent Force India tätig war und erstmals am übernächsten Wochenende beim Grand Prix von China in Schanghai die technische Verantwortung an der Rennstrecke innehaben wird.

Si: Peter Sauber, vor zwei Tagen hat James Key sein Amt als Technischer Direktor angetreten. Warum haben Sie sich für ihn entschieden?

Sauber: «Ich war beeindruckt, was Force India mit begrenzten Ressourcen in der jüngeren Vergangenheit erreicht hat. Dafür ist James Key massgeblich verantwortlich. Für mich war es auch wichtig, einen Technischen Direktor zu engagieren, der es gewohnt ist, mit limitierten Ressourcen zu arbeiten und dabei das Maximum herauszuholen. Bei uns steht ihm eine erstklassige Infrastruktur zur Verfügung. Ich bin überzeugt, dass er das Team vorwärts bringen kann.»

Si: Was sind seine Hauptaufgaben?

Sauber: «Sein erster Grand Prix für unser Team wird das Rennen in Schanghai sein, wo er auch die technische Verantwortung an der Strecke tragen wird. Kurzfristig geht es für ihn darum, das Potenzial des C29 auszuschöpfen, was wir in den ersten drei Rennen nicht getan haben. Langfristig wird er den Bereich Technik so strukturieren, wie er es für richtig hält. Da rechne ich durchaus mit Veränderungen. Das geschieht aber nicht von heute und morgen, sondern ist ein Prozess, der sich über eine gewisse Zeit hinziehen wird.»

Si: Warum sind denn Veränderungen im Bereich der Technik notwendig?

Sauber: «Wir sind leistungsmässig nicht da, wo wir es erwartet hatten, und wo wir aufgrund der Möglichkeiten, mit denen wir den C29 entwickeln konnten, sein müssten. Ich suche selber nach Erklärungen. Klar ist, dass im zweiten Halbjahr 2009 eine grosse Verunsicherung in der ganzen Mannschaft herrschte. Darüber darf man sich nicht wundern. Kein Mitarbeiter wusste, ob wir in Bahrain wieder am Start sein werden. Diese Verunsicherung verschwand erst, nachdem ich das Team übernommen hatte und die Mitarbeiter wieder eine Perspektive hatten. Es geht jetzt darum, so rasch wie möglich Versäumtes aufzuholen.»

Si: Wie sind die Voraussetzungen dafür?

Sauber: «Wir durchleben als Team einen Neuanfang. Wir sind mitten im Wandel vom Werkteam zum Privatteam. Wir haben unser Budget um vierzig Prozent und die Belegschaft um einen Drittel reduziert. Das ist ein massiver Einschnitt. Allerdings steht so ein Prozess der Einschränkung allen andern etablierten Teams aufgrund der Restriktionen der FOTA noch bevor. Es gilt, gewohnte Pfade zu verlassen und neue Wege zur grösstmöglichen Effizienz zu finden. Das gilt nicht nur in der technischen Entwicklung, sondern auch im operativen Bereich. Beispielsweise in der Zusammenarbeit der Ingenieure mit unseren beiden neuen Fahrern. So etwas muss sich einspielen. Auf James Key warten vielfältige Aufgaben. Als Organisation haben wir alle Voraussetzungen, um wieder zur alten Stärke zurückzufinden.»

Si: Willy Rampf wird zwar in Schanghai noch dabei sein, aber der Grand Prix von Malaysia war sein letztes Rennen als verantwortlicher Technischer Direktor. Was bedeutet das für Sie als Teamchef?

Sauber: «Da geht eine Ära zu Ende. Willy hat insgesamt vierzehn Jahre in unserem Team gearbeitet, zehn Jahre davon als Technischer Direktor. Er hat die Firma mitgeprägt und war auch hauptverantwortlich für die Erfolge im Laufe der Jahre. Willy hat viel für unser Team geleistet. Dafür bin ich ihm sehr dankbar.»

Si: Wie kam Willy Rampf eigentlich damals zu Team?

Sauber: «Ich habe Willy 1993 durch Leo Ress kennengelernt, der damals bei uns Technischer Direktor war. Er hat Willy zu unserem allerersten Grand Prix in Kyalami eingeladen. Willy Rampf arbeitete zu jener Zeit als Ingenieur für BMW in Südafrika. Er hat sich dann ein paar Monate später bei uns beworben, und ich stellte ihn als Renningenieur von Heinz-Harald Frentzen ein.»

Si: Wie ging es weiter?

Sauber: «1998 machte Willy nochmals einen Abstecher zu BMW in München, wo er verantwortlich war für das Programm des Rallye Paris-Dakar mit den Motorrädern. Auch dort hatte er auf Anhieb Erfolg. Er kam dann 2000 ins Team zurück, und ich ernannte ihn kurze Zeit später zum Technischen Direktor. Das erwies sich als Glücksgriff, denn in seinem ersten kompletten Jahr, 2001, erreichten wir in der Konstrukteurs-WM Platz 4. Das war für uns ein grosser Erfolg. Unter Willys technischer Regie liefen auch die Jahre mit dem Team BMW-Sauber, in denen wir den Doppelsieg in Kanada feierten. Willy deutete aber bereits damals an, dass er sich beruflich verändern wollte, versprach aber, so lange zu bleiben, bis seine Nachfolge geregelt ist. Das ist jetzt mit der Verpflichtung von James Key vollzogen.»

(bert/Si)

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