Neuer Trainer für routiniertes Spitzen-Duo
publiziert: Donnerstag, 29. Nov 2007 / 20:45 Uhr

Der Österreicher Werner Schuster gilt als bescheiden, er sieht sich als Dienstleister der Weltklasse-Springer Simon Ammann und Andreas Küttel. Gleichwohl wird beim Saison-Auftakt in Kuusamo (Fi) das Augenmerk auf den Schödler-Nachfolger gerichtet sein.

Trainer Werner Schuster geht den in der Ära Schödler eingeschlagenen Weg weiter.
Trainer Werner Schuster geht den in der Ära Schödler eingeschlagenen Weg weiter.
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Der 37-jährige Schuster steht vor seiner Bewährungsprobe. Die Messlatte liegt hoch, denn im Frühling hat der Vorarlberger die Schweizer Skispringer nach einem Jahr der Superlative von Berni Schödler übernommen.

WM-Gold und -Silber für Ammann, Sieg beim Neujahrsspingen durch Küttel, dritter Schlussrang in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee und im Weltcup durch Ammann sowie als Krönung nach insgesamt 13 (!) Podestplätzen der 3. Rang in der Nationenwertung -- so gut wie in der letzten Saison stand der Schweizer Skisprung noch nie da.

«Ich bin mit einer gewissen Demut an die Sache rangegangen», gibt Schuster unumwunden zu. Die Annäherung sei behutsam erfolgt, geprägt von der Frage «Wie ticken die eigentlich?». Sowohl Schuster, der zuvor in Österreich viele Jahre im Nachwuchs tätig war und mit Ausnahme von Olympiasieger Thomas Morgenstern in Stams alle Überflieger seines Landes irgendwann unter seinen Fittichen hatte, als auch Ammann und Küttel sprechen von einem gelungenen Start.

Schuster geht den in der Ära Schödler eingeschlagenen Weg weiter, versucht ihn aber gleichwohl zu prägen. «Die Athleten liessen sich auf Änderungen ein. Das hat mich sehr gefreut», betont Schuster.

Individualität im Konditionstraining

Mehr Individualität war im Konditionstraining angesagt, um die unterschiedlichen Muskulaturen der Athleten noch besser auszureizen. Im technischen Bereich arbeitete der Österreicher mit Ammann speziell an der Anlaufposition. Der Toggenburger soll im Speed am Schanzentisch stabiler werden. Schuster feilte mit dem Weltmeister auch an der Telemark-Landung.

Bei Küttel lauten die Schwerpunkte Skifliegen, V-Öffnung der Skis und Aerodynamik. Kleine Umstellungen in der Absprungtechnik sollen ein verbessertes Verhältnis zwischen Luftwiderstand und Auftrieb bewirken. Wie üblich im Spitzensport wird die Qualität der Arbeit eines Trainers am Erfolg seiner Schützlinge gemessen.

Trotz der gelungenen Integration ins Schweizer Team steht Schusters Bewährungsprobe noch bevor. «Meine Kollegen drücken in den ersten Springen den Schweizern die Daumen», witzelte der Österreicher. «Ich spüre den Druck, es beginnt nach und nach zu kribbeln.»

Quartett in Kuusamo

Die Wettkampf-Saison beginnt für die Schweizer Adler mit dem Team-Springen am Freitagabend in Kuusamo (Fi), am Samstag folgt der Einzel-Wettkampf.

Neben Ammann und Küttel wird Schuster, der in der Person von Landsmann Gerhard Hofer auch einen neuen Co-Trainer und Materialverantwortlichen ins Team brachte, auch für Michael Möllinger und Guido Landert die Schanze mit dem Schweizer Fähnchen freigeben.

Viel Gewöhnungszeit an den Wettkampfstress bleibt der neuen Crew nicht. Mit dem Weltcup in Engelberg unmittelbar vor Weihnachten sowie der Vierschanzentournee über den Jahreswechsel folgen zwei der drei Höhepunkte. Um Medaillen wird in diesem Winter an den Skiflug-Weltmeisterschaften Ende Februar in Oberstdorf gekämpft.

Über die Jahre konstant bleiben die Vorgaben von Disziplinen-Chef Gary Furrer: «Primär Top-Ten-Klassierungen und drei Gesamtklassierungen unter den besten 50.» Allerdings räumt er ein, dass man sich nach einer Saison wie der letzten schon etwas mehr erhoffe. «Aber Podestplätze kann man nicht erzwingen.»

Ammann, Küttel und Co. verpassten sich letzte Woche auf der Olympiaschanze in Pragelato (It) mit den ersten Sprüngen auf Schnee den letzten Schliff, wobei es Küttel nur auf der Normalschanze wunschgemäss lief.

Wie schon im Vorjahr absolvierte die kleine Truppe einen Grossteil der Vorbereitung in Einsiedeln. Zudem waren auch einige Trainings in Stams, dem früheren Arbeitsort von Schuster, sowie Tests im Windkanal in Emmen angesetzt.

Schweizer Weltcup-Team 2007/08:
Nationalmannschaft: Simon Ammann (1981/Schindellegi), Andreas Küttel (1979/Einsiedeln). -- A-Kader: Michael Möllinger (1980/Unteriberg), Guido Landert (1985/Wattwil).

(von Hans Leuenberger/Si)

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