Neuer deutscher Wettskandal
publiziert: Freitag, 10. Mrz 2006 / 16:24 Uhr

Ein Jahr nach der Bestechungsaffäre um den früheren Schiedsrichter Robert Hoyzer wird der deutsche Fussball von einem weiteren Wettskandal erschüttert.

Spielern seien für erwünschte Ergebnisse mehrere tausend Euro versprochen worden.
Spielern seien für erwünschte Ergebnisse mehrere tausend Euro versprochen worden.
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Gegen vier Beteiligte wurde bereits Haftbefehl erlassen.

Wie die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main am Freitag bestätigte, führt sie seit Wochen gemeinsam mit dem hessischen Landeskriminalamt ein Ermittlungsverfahren gegen eine Gruppe von Personen wegen bandenmässigen Betrugs.

Die Gruppe habe versucht, Ergebnisse von insgesamt fünf Spielen der zweiten Bundesliga und der Regionalliga zu manipulieren. In den Skandal sollen unter anderen der Zweitligist Sportfreunde Siegen und der hessische Regionalligaclub 1. FC Eschborn verstrickt sein.

Vorerst keine Namen

Nach den Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft sind Spielern für erwünschte Ergebnisse mehrere tausend Euro versprochen worden. In mindestens einem Fall habe ein Spieler das Geld angenommen. Um die noch am Anfang stehenden Ermittlungen nicht zu gefährden, will die Staatsanwaltschaft vorerst keine Namen von Beschuldigten nennen.

Laut Siegens Vorstandsmitglied Holger Rathke nahmen zwei Fahnder des hessischen Landeskriminalamts am Donnerstagabend Ermittlungen auf der Geschäftsstelle des Zweitligisten auf. Siegens bosnischer Torhüter Adnan Masic soll sich vor dem am 26. Februar ausgetragenen Spiel Hansa Rostock - Siegen (2:0) mit mutmasslichen Drahtziehern der Affäre getroffen haben.

Nach Informationen eines hessischen Privatsenders wollten zwei Wettbetrüger zudem einen Verteidiger von Eschborn bewegen, das Heimspiel gegen Augsburg (mit dem Schweizer Ivan Knez) am 26. November 2005 zu manipulieren.

Sie sollen ihm bis zu 40 000 Euro geboten haben, wenn er dafür sorge, dass Augsburg klar gewinnt. Die fragliche Begegnung fand bisher allerdings nicht statt; sie musste wegen schlechten Wetters schon zwei Mal verschoben werden.

(bert/sda)

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