Neues Image für Microsoft - Kampagne (noch) kein Erfolg
publiziert: Sonntag, 21. Sep 2008 / 09:32 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Sep 2008 / 10:29 Uhr

Resmond/Insbruck - Seit Jahren versucht Apple seinem Konkurrenten Microsoft das Image eines angestaubten und bürokratischen Megaunternehmens aufzudrücken. Die Werbespots, mit denen Apple Microsoft bzw. PC-User ins Lächerliche zieht, haben in den USA längst Kultstatus erreicht.

Microsoft will das «Spiesser»-Image abschütteln.
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Microsoft-Werbespot mit Jerry Seinfeld und Bill Gates.
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Microsoft-Werbespot mit Jerry Seinfeld und Bill Gates.
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Mit diesem Image will sich Microsoft nun offensichtlich nicht mehr länger abfinden. Am Donnerstag, wurde in den USA die neue Microsoft-Kampagne «Windows.Life without walls» gestartet.

Dabei greift der Branchenprimus die von Apple stets parodierten Eigenschaften an, dass man langsamer, weniger innovationsfreudig und weniger stylisch wäre. «Windows.Life without walls» will ein neues Bild von Microsoft zeichnen.

«Mehr Fragen als Antworten»

Nach nicht einmal zwei Wochen hat man den ersten Teil der insgesamt 300 Mio. Dollar teuren Werbekampagne allerdings schon wieder vom Markt genommen, wie US-Medien berichten. In dieser philosophierten Bill Gates und Star-Komiker Jerry Seinfeld über den Sinn des Lebens und welchen Platz Windows in diesem einnehme - mit mässigem Erfolg wie Umfragewerte zeigen.

Herzstück der neuen Kampagne werden daher nicht mehr Gates und Seinfeld sein, sondern Promis wie «Desperate Housewive-Star» Eva Longoria und Hip-Hop-Produzent Pharrell Williams sowie der einfache PC-User.

«Microsoft versucht damit sein angestaubtes Image los zu werden. Doch wirkt die Kampagne überhastet und wenig koordiniert», meint Markus Hübner, Geschäftsführer der PR-Agentur Brandflow. Der Marketingexperte geht in seiner Einschätzung sogar noch einen Schritt weiter: «Die Kampagne lässt mehr Fragen offen, als sie beantwortet. Denn was darf man denn jetzt von Microsoft erwarten», so Hübner.

Ungenügende Kommunikation

Nach seiner Einschätzung haben es die Redmonder in den vergangenen Jahren förmlich verschlafen, seine Konsumenten mit ins Boot zu holen. «Man muss bei Microsoft endlich wieder anfangen seine Hausaufgaben zu machen. Sonst gibt es bei Windows 7 den selben Aufschrei wie bei Windows Vista», meint Hübner.

Im Frühjahr hatte Microsoft angekündigt, den Support für sein Erfolgsprodukt Windows XP einzustellen und damit sowohl Privat- als auch Geschäftskunden erzürnt. Initiativen wie «Rettet Windows XP» waren die Folge.

«Innovative Ideen in der Unternehmenskommunikation reichen bei Microsoft nicht aus, um das Image zu verbessern. Jetzt müssen innovative Lösungen und neuartige Produkte folgen», so Hübner. Dazu gehöre auch eine Verbesserung der Kommunikation zu Händlern, Partnern und Konsumenten. «Jetzt muss das Revier wieder klar abgesteckt werden, sonst schlittert Microsoft in ernsthafte Probleme», fügt der Experte hinzu.

Hochkarätige Unterstützung

Zumindest auf Unternehmenskommunikationsseiten hat sich der Platzhirsch hochkarätige Unterstützung ins Boot geholt. Niemand geringerer als «Crispin Porter & Bogusky» sind die kreativen Köpfer hinter «Windows.Life without walls». Sie zeichneten sich schon für aggressive Werbekampagnen von Coca Cola, Burger King oder Hertz verantwortlich.

Zu ihren Ideen gehört auch, dass PC-Nutzer eigene Videofilme und Fotos hoch laden können, die das Thema: «Hello, I'm a PC and I've been made into a stereotype» illustrieren und Microsoft das erhoffte frische Image geben.

(bert/pte)

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