Massenproteste
Neun Tote bei Protesten der Patidar-Kaste in Indien
publiziert: Donnerstag, 27. Aug 2015 / 08:07 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 27. Aug 2015 / 15:28 Uhr

Ahmedabad - Bei Massenprotesten der Patidar-Kaste im indischen Bundesstaat Gujarat sind neun Menschen getötet worden. Nach Polizeiangaben begannen die Proteste am Dienstagabend in Ahmedabad, als rund eine halbe Million Angehörige der eher wohlhabenden Kaste auf die Strasse ging.

Bei den Protesten in Gujarats Hauptstadt war es zu Ausschreitungen gekommen, nachdem die Polizei den radikalen Protestführer Hardik Patel festgenommen hatte. Dabei wurden dutzende Busse, Autos und Polizeiwachen in Brand gesetzt, wie Polizeivertreter mitteilten. Allein bei diesen Ereignissen gab es fünf Tote.

Später griff die Gewalt auf andere Städte in Gujarat über. Laut der Polizei wurden drei Demonstranten durch Schüsse der Polizei getötet, während ein Polizist von einem Mob totgeschlagen wurde. Die Regierung entsandte am Mittwoch die Armee, um für Ruhe zu sorgen.

Aufruf des Regierungschefs Modi

Indiens Premierminister Narendra Modi, der den Bundesstaat von 2001 bis 2014 regierte, rief «die Brüder und Schwestern» zur Ruhe auf. «Gewalt hat niemals jemandem Gutes gebracht. Alle Fragen können friedlich durch Gespräche gelöst werden», sagte der Hindunationalist in einer Fernsehansprache.

Medienberichten zufolge war die Armee zuletzt 2002 in Gujarat entsandt worden. Damals waren mehr als tausend Menschen bei antimuslimischen Pogromen getötet worden, die von den regierenden Hindunationalisten angeheizt worden waren.

In Ahmedabad war die Lage am Mittwoch ruhig und die meisten Geschäfte und Schulen geschlossen. In der Stadt Surat dauerten die Proteste aber an und die Polizei setzte Tränengas gegen die Demonstranten ein. Das Ausmass der Proteste, die von dem erst 22-jährigen Hardik Patel angeführt werden, traf die Regierung unvorbereitet.

Privilegierte fühlen sich vernachlässigt

Die Patidars oder Patels stellen rund zwölf Prozent der Bevölkerung Gujarats. Die Kaste von Händlern und Bauern gehört zu den wohlhabenderen Gruppen, klagt jedoch, dass ihre Mitglieder wegen der staatlichen Bevorzugung benachteiligter Kasten und der sogenannten Unberührbaren zunehmend schwerer Studien- und Arbeitsplätze finden.

Die Patidars fordern daher ebenfalls staatliche Förderung. Das System der positiven Diskriminierung soll den sozialen Schwächsten den Zugang zu Bildung und Arbeit erleichtern und die soziale Mobilität in der streng hierarchischen Gesellschaft Indiens fördern.

(cam/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Einschulung.
Einschulung.
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung von Schulkindern spricht, denken wohl die wenigsten Menschen an einen Schulthek. Der Inbegriff der Begleitung liegt immer noch im Mutter- oder Vaterbegriff begraben. mehr lesen  
Trends für 2019  Geht es um Trends der digitalen Devisen für 2019, rangiert der Bitcoin ganz vorn. Auch Ethereum, Bitcoin Cash ... mehr lesen  
Hohes Verlustrisiko aufgrund der hohen Volatilität.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, will ein überparteiliches Komitee aus den Reihen der SVP, CVP und EDU das Referendum ergreifen. mehr lesen   3
Trotz Anwesenheit des Sicherheitspersonals verlaufe der Aufenthalt der Fahrenden aber nicht konfliktfrei, schreibt der Kanton. (Symbolbild)
350 ausländische Campierer  Bern - Seit einigen Tagen campieren mittlerweile rund 350 ausländische Fahrende im bernischen Witzwil. Die Anwohner beklagen sich über Lärm, Dreck ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 8°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Basel 10°C 13°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 7°C 11°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Bern 7°C 11°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Luzern 7°C 12°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Genf 8°C 12°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 3°C 8°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt, wenig Regen anhaltender Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten