Hoffnung
Neurale Stammzellen mit Magnet aus Gehirn geholt
publiziert: Donnerstag, 3. Okt 2013 / 10:32 Uhr
Die Tests wurden mit Ratten durchgeführt, wobei der Eingriff keine Nebenwirkungen verursacht hat.(Symbolbild)
Die Tests wurden mit Ratten durchgeführt, wobei der Eingriff keine Nebenwirkungen verursacht hat.(Symbolbild)

Oxford - Forscher der University of Oxford haben einer Ratte neurale Stammzellen entfernt, ohne dem Tier einen Schaden zuzufügen.

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Da für das Verfahren Nanopartikel verwendet werden, die bereits für den Einsatz beim Menschen zugelassen sind, besteht die Hoffnung, dass auch ein Einsatz zur Behandlung von Krankheiten wie Parkinson, Chorea Huntington oder Multiple Sklerose möglich wird.

Magnetische Nanopartikel

Die Gewinnung von neuralen Stammzellen aus der Person, die sie auch benötigt, würde Abstossungsreaktionen verhindern. Das Problem: Die Zellen sind in den meisten Fällen jedoch nur schwer sicher zu entfernen. Das Team um Edman Tsang hat daher ein Verfahren zur Gewinnung der Stammzellen aus den Ventrikeln entwickelt.

Magnetische Nanopartikel wurden mit Antikörpern ausgestattet, die sich eng an Proteine auf der Oberfläche der Stammzellen anbinden. In einem nächsten Schritt wurden die Nanopartikel in die Seitenventrikel der Gehirne von Ratten injiziert. Sechs Stunden später, nachdem sich die Nanopartikel mit den neuralen Stammzellen verbunden hatten, wurden die Stammzellen mit Hilfe eines magnetischen Feldes gesammelt. Sie konnten dann mit einer Nadel aus dem Gehirn entfernt werden.

Weitere Erhebungen nötig

Nachdem die Nanopartikel von den Stammzellen entfernt waren, konnten sie im Labor wachsen. Damit liegt nahe, dass sie durch diesen Eingriff nicht geschädigt worden sind. Die Ratten selbst waren wenige Stunden später wieder auf den Beinen und wiesen keine Beeinträchtigungen auf. Die Forschungsergebnisse wurden im Fachmagazin Angewandte Chemie International veröffentlicht.

Gianvito Martino, ein Experte für neurale Stammzellen am Ospedale San Raffaele beurteilt diesen Fortschritt positiv. Er warnt jedoch davor, dass die gewonnen Zellen erst weiteren Tests unterzogen werden müssen, bevor bewiesen ist, dass das angestrebte Ziel auch wirklich erreicht worden ist. Dafür seien elektrophysiologische Tests notwendig. Es könnte laut Martino auch Probleme bei der Anwendung des Verfahrens bei Patienten geben.

Es gibt Hinweise darauf, dass die neuralen Stammzellen beim Menschen weniger zahlreich und weniger aktiv sind als bei den Nagetieren. Das könnte dazu führen, dass die Gewinnung aus dem menschlichen Gehirn schwieriger ist. Zusätzlich könnte es auch sein, dass es schwieriger ist, sie im Labor wachsen zu lassen. Martino geht davon aus, dass es einfachere Möglichkeiten zur Herstellung von neuralen Stammzellen geben dürfte. Dazu könnte zum Beispiel die Unwandlung von Hautzellen in Stammzellen zählen, die dann dazu gebracht werden, sich in neurale Stammzellen zu entwickeln.

(ig/pte)

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