New York im Chaos, aber nicht in Panik - Eine Reportage über den Blackout
publiziert: Freitag, 15. Aug 2003 / 08:11 Uhr

New York - Der erste Reflex der Menschen in den plötzlich dunklen, feststeckenden Fahrstühlen und U-Bahnen in New York dürfte die Furcht vor einem neuen mörderischen Terroranschlag gewesen sein.

Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg beruhigte auf allen Fernsehstationen die Bevölkerung.
Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg beruhigte auf allen Fernsehstationen die Bevölkerung.
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Als an diesem glühend heissen Donnerstagnachmittag das gesamte Leben wegen des totalen Stromausfalls zum Erliegen kam, brach zwar Chaos aus - doch trotz aller Ängste keine Panik.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg beruhigte in Interviews auf allen Sendern seine Mitbürger: "Ich versichere Ihnen, dass es keinen Hinweis auf irgendeinen terroristischen Hintergrund gibt".

Erinnerungen an 11. September Trotzdem erinnerten viele der Bilder von New York an den Terrortag des 11. September 2001. Der zentrale Bahnhof Central Station wurde evakuiert, das UNO-Gebäude geräumt. In der 14. Strasse brannte es.

Die Ursache für den Stromausfall war nicht ein Terroranschlag sondern nach Angaben der Behörden ein Blitzeinschlag in ein US-Krafwerk.

Dies löste einen Brand im Kraftwerk Niagara Mohawk der Firma Consolidated Edison aus. Der Blitzeinschlag löste einen Domino-Effekt aus und verursachte so die Stromausfälle auf einem Gebiet von 9300 Quadratkilometern.

Aus den U-Bahnen New Yorks wurden von den Metro-Angestellten Tausende von Menschen mit Stablampen aus den dunklen Schächten geführt. "Glücklicherweise sind wir für solche Situationen trainiert worden", berichtete ein U-Bahn-Mitarbeiter im Fernsehen.

Hundertausende zu Fuss unterwegs

Hunderttausende von Menschen strömten aus den Wolkenkratzern, viele reihten sich in die Schlangen vor den öffentlichen Telefonen, da die Handys nicht funktionierten.

"Wir wussten doch nicht, was geschehen ist, ich hatte schon Angst und wollte unbedingt erst mal meinen Mann sprechen", berichtete eine junge Frau.

Manche der Strassenschluchten war schwarz vor Menschen, die zu Fuss nach Hause strömten. Endlose Menschenschlangen auf dem Weg von Manhattan in die Vororte wie Brooklyn und Queens prägten das Strassenbild.

Bürgermeister Bloomberg betonte zwar, dass niemand verletzt sei. Aber während des Stromausfalls wusste noch niemand, wie viele Tausende in den finsteren Schächten der Metro oder in den Fahrstühlen der Hochhäuser festsassen.

Fast alle Krankenhäuser schalteten erfolgreich auf Notstromaggregate um, nur eine Klinik hatte nach Angaben Bloombergs Probleme.

Berüchtigter "Blackout"

Erinnerungen an den berühmt-berüchtigten "Blackout" von New York im Juli 1977 wurden geweckt. Der Schaden, der damals entstand, wurde in einem Kongress-Bericht mit 300 Millionen Dollar beziffert.

Damals wurden während des stundenlangen Stromausfalls in der heissen Nacht 1000 Geschäfte geplündert.

Neun Monate später wurden allerdings drei Mal so viel Geburten registriert wie sonst zu dieser Zeit üblich.

(Laszlo Trankovits/dpa)

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