Tour de France
Nibali: Etappensieg, Gelbes Trikot und alleiniger Favorit
publiziert: Montag, 14. Jul 2014 / 18:40 Uhr / aktualisiert: Montag, 14. Jul 2014 / 22:28 Uhr
Vincenzo Nibali fährt alleine ins Ziel.
Vincenzo Nibali fährt alleine ins Ziel.

Kein Einheimischer schrieb am französischen Nationalfeiertag die Geschichte der 10. Tour-Etappe, sondern Vincenzo Nibali. Der Italiener gewann seine zweite Etappe, eroberte das Leadertrikot zurück und ist nach dem Out von Alberto Contador nun der alleinige Favorit.

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Drei Kilometer vor dem Ziel attackierte Nibali aus dem Feld heraus und flog regelrecht den Berg hinauf nach La Planche des Belles Filles. Der Sieger des Giro d'Italia 2013 überholte die letzten Flüchtlinge spielend und hängte kurz nach der "flamme rouge" auch den bis dahin führenden Spanier Joaquim Rodriguez ab. Im Ziel betrug der Vorsprung des Astana-Teamleaders auf den zweitklassierten Thibaut Pinot (Fr) 15 Sekunden. "Das ist ein wundervoller Sieg", freute sich Nibali im Ziel.

Dank seinem Effort auf den letzten Kilometern übernahm Nibali auch das gelbe Leadertrikot vom Franzosen Tony Gallopin, der 4:46 Minuten verlor und das "maillot jaune" erwartungsgemäss nach nur einem Tag wieder abgeben musste. Im Gesamtklassement führt Nibali 2:23 Minuten vor dem Australier Richie Porte, der im Sky-Team nach dem Ausfall von Chris Froome zum Leader aufgestiegen ist und das Ziel in der vogesischen Skistation als Siebter (0:25 zurück) erreichte. Dritter ist neu der Spanier Alejandro Valverde.

Das Gesamtklassement hat erste Konturen erhalten, noch vor dem ersten Ruhetag (heute Dienstag) und noch bevor die erste richtig schwierige Bergetappe in den Alpen (am Freitag) im Programm steht. Das lag primär an den drei anspruchsvollen und teilweise turbulent verlaufenen Etappen durch die Vogesen. Erschwert wurden die Bedingungen durch das wenig vorteilhafte Wetter, das zu zahlreichen Stürzen und Ausfällen führte. Zum prominentesten Opfer des zehnten Teilstücks wurde zweifellos Alberto Contador. Der zweifache Tour-Sieger musste das Rennen nach einem Sturz, bei dem er sich das Schienbein brach, aufgeben.

Nach dem Ausscheiden von Froome und Contador scheint der Weg frei zu sein für Nibali. Der 29-jährige Italiener, der bereits das zweite Teilstück von York nach Sheffield für sich entschieden hatte, verbleibt als Letzter des Favoriten-Trios im Rennen und hat gute Chancen, nach der Vuelta (2010) und dem Giro d'Italia (2013) auch die dritte grosse Rundfahrt für sich zu entscheiden. Er wäre erst der sechste Fahrer, dem dies gelingen würde.

Noch ist es selbstredend nicht so weit. Nibali jedenfalls scheint froh zu sein, dass heute ein Ruhetag ansteht: "Es war sehr schwierig mit dem Nebel und dem Regen. Es war die härteste Etappe, die ich je gefahren bin an einer grossen Rundfahrt, mit den sieben Anstiegen und den vielen Stürzen." Am Mittwoch wird die Tour fortgesetzt mit einer weiteren hügeligen Etappe von Besançon durch den französischen Jura nach Oyonnax.

Während Nibali nun die alleinige Favoritenrolle gehört, scheint der Kampf dahinter offen. Zumindest am "Quatorze juillet" zeigten sich auch die Franzosen so stark wie kaum einmal in den letzten Jahren. Im Gesamtklassement liegt die junge französische Generation um Romain Bardet (4.), Gallopin (5.) und Pinot (6.) in Lauerstellung. Der Etappenfünfte Bardet eroberte das Trikot des besten Jungprofis von Michal Kwiatkowski. Der Pole bezahlte am Ende ebenso für seinen Effort wie Rodriguez. Das Duo gehörte einer neunköpfigen Fluchtgruppe an und versuchte sein Glück mit Attacken an den letzten beiden Anstiegen.

Zu den Ausreissern gehörte nebst dem nimmermüden Franzosen Thomas Voeckler auch der Schweizer IAM-Profi Michael Wyss. Der 28-jährige Emmentaler musste aber abreissen lassen, nachdem Kwiatkowski und Rodriguez das Tempo verschärften. Bis ins Ziel verlor Wyss acht Minuten. Im Gesamtklassement ist derzeit nicht Wyss (45:12 hinter Nibali) der beste Schweizer, sondern eher überraschend Fabian Cancellara. Der Berner - kein Rundfahrten-Spezialist - zeigt bisher eine gute Tour de France. Er profilierte sich auch in der 10. Etappe als Tempomacher und liegt als 34. "nur" 29:07 Minuten zurück.

Resultate:
101. Tour de France. 10. Etappe, Mulhouse - La Planche des Belles Filles (161,5 km): 1. Vincenzo Nibali (It) 4:27:26. 2. Thibaut Pinot (Fr) 0:15. 3. Alejandro Valverde (Sp) 0:20. 4. Jean-Christophe Péraud (Fr), gleiche Zeit. 5. Romain Bardet (Fr) 0:22. 6. Tejay van Garderen (USA) 0:22. 7. Richie Porte (Au), gleiche Zeit. - Gesamtklassement: 1. Nibali. 2. Porte 2:23. 3. Valverde 2:47.

(fest/Si)

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