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«Nie zufrieden. Nie!»
publiziert: Freitag, 23. Jun 2006 / 09:58 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Jun 2006 / 11:18 Uhr

Während der WM-Qualifikation spaltete Pascal Zuberbühler die Nation der Fussball-Experten. Der 35-jährige Keeper geriet nach Fehlern unter medialen Dauerbeschuss.

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Pascal Zuberbühler: «Man ist nie zu früh.»
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Die Diskussionen sind vorerst verstummt. An der WM in Deutschland weist «Zubi» nach 180 Minuten eine makellose Bilanz vor.

Nur Brasiliens Torhüter Dida und Portugals Ricardo überstanden die ersten beiden Spieltage ebenfalls ohne Gegentor.

In der Schweizer WM-Geschichte hat Zuberbühler gar ein Novum erreicht. Ein «Zu-null-Spiel» hatte an zuvor sieben WM-Turnieren keiner von Zuberbühlers Vorgängern vorzuweisen.

Die Zahl 0 hat für einen Torhüter immer eine besondere Bedeutung. Wieviel Wert legen Sie darauf, dass Sie als erster Schweizer Keeper an einer WM ohne Gegentor geblieben sind?

Pascal Zuberbühler: «Das ist schön und gut. Wenn ich nach drei Spielen immer noch ohne Gegentor bin, dürfen Sie mir sogar gratulieren. Dann macht mich das stolz. Aber jetzt interessiert mich das nicht sonderlich. Es zählt nur die Achtelfinal-Qualifikation.»

Aber für einen Torhüter sind solche Zahlen doch auch wichtig - zumindest fürs Selbstvertrauen.

«Natürlich nimmt man solche Bilanzen gerne, aber wie gesagt, wir haben erst zweimal gespielt. Und mich interessiert vor allem, dass wir vier Punkte haben.»

Trotz der vier Punkte hat die Mannschaft einige Fehler begangen und das ja auch öffentlich eingestanden.

«Sagen wir es so, wir haben ungewohnt viele Fehler gemacht. Normalerweise zeichnet es diese Mannschaft ja gerade aus, dass sie wenig falsch macht und immer für ein Tor gut ist vorne. Das war während der ganzen Qualifikation so. Jetzt machten wir sicher Fehler. Es spricht aber für das Potenzial der Mannschaft, dass wir trotzdem ungeschlagen sind. Wir haben noch Möglichkeiten zur Steigerung. Und letztlich spielt an einem solchen Turnier nicht das Wie oder Was eine Rolle, sondern nur die Resultate.»

Die Equipe fällt kaum einmal unter ein Mindestlevel - in Ihren Augen die wichtigste Qualität?

«Wir haben schon eine saubere Bilanz. Auf diese gute Statistik lässt sich bauen. Die Kontinuität gibt Selbstvertrauen. Das sind riesige Qualitäten. Darauf dürfen wir stolz sein.»

Was trennt Sie ausser den 90 Minuten und einem weiteren Punkt noch vom Achtelfinal?

«Es braucht nochmals die volle Konzentration. Es wird ein brutal schwieriges Spiel. Alle sind gefordert, alle. Die Einstellung muss absolut top sein.»

Köbi Kuhn sagte vor ein paar Tagen, die Mannschaft sei dem Fahrplan fast ein wenig voraus. Er machte seine Aussage mit Blick auf die Euro 08. Sehen Sie es gleich?

«Zu früh ist man nie. Fussball ist ein kurzfristiges Geschäft. Da muss man sich nehmen, was man kann. Es ist doch gut, wenn wir im Fahrplan oder schon weiter sind.»

Sie haben einige Kritik eingesteckt. Jetzt erscheinen wieder ausschliesslich positive Schlagzeilen. Ordnen Sie die angenehmen Kommentare entsprechend ein?

«Positives hört man gerne, klar. Aber wer mich wirklich kennt, der weiss, dass ich meinen Beruf und meine Position über alles liebe. Ich lebe für den Sport und bin nie zufrieden. Nie.»

Wie sehen Sie denn Ihre Rolle im Team? Was bringen Sie ein? Den absoluten Willen zum Sieg?

«Ich stehe im Tor. Nein, fragen Sie andere, was ich einbringe. Die sollen das beurteilen. Ich will das gar nicht öffentlich diskutieren.»

(Sven Schoch, Hannover/Si)

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