Niederlage für Blocher in seiner Wohngemeinde
publiziert: Donnerstag, 21. Nov 2002 / 08:37 Uhr

Herrliberg - Der Zürcher SVP-Chef, Unternehmer und Miliardär Christoph Blocher hat am Montagaben an der Gemeindeversammlung seiner Wohngemeinde Herrliberg eine Niederlage eingesteckt: Die von der SVP geforderte Steuerfussenkung wurde knapp abgelehnt.

Christoph Blocher.
Christoph Blocher.
Bei einem Rekordaufmarsch von über 600 Stimmberechtigten sprach sich die Gemeindeversammlung nach langer und engagierter Diskussion mit 309 zu 286 Stimmen für die Beibehaltung des Steuerfusses bei 70 Prozent aus. Die SVP hatte eine Senkung um 10 Prozentpunkte verlangt.

Trotzdem bleibt Herrliberg ein Steuerparadies. Möglicherweise bleibt sie mit 70 Prozent weiterhin die steuergünstigste Gemeinde im Kanton Zürich. Als Blocher vor vier Jahren nach Herrliberg zügelte, betrug der Steuerfuss in der Goldküsten-Gemeinde mit rund 5500 Einwohnerinnen und Einwohnern noch 88 Prozent. Er wurde in zwei Schritten auf 70 Prozent gesenkt.

Blocher, der gemäss eigenen Angaben in Herrliberg rund 10 bis 12 Millionen Franken Steuern pro Jahr zahlt, hätte bei der geforderten Steuerfusssenkung einige hundertausend Franken weniger zahlen müssen als bisher. Darum sei es ihm jedoch nicht gegangen, betonte er an der Versammlung.

Die Investitionen seien in den letzten Jahren sehr grosszügig abgeschrieben worden. Es seien somit zu grosse stille Reserven gebildet worden. Zudem sei ein riesiges Nettovermögen angehäuft worden, das nun abgetragen werden solle. Die Mehrheit der Versammlung wollte angesichts der ungewissen Wirtschaftslage keine weitere Senkung des Steuerfusses.

(bert/sda)

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