Nikolai Dawydenko - das russische Tennis-Uhrwerk
publiziert: Samstag, 8. Sep 2007 / 00:05 Uhr

Zum dritten Mal in den letzten fünf Grand-Slam-Turnieren trifft Roger Federer im Halbfinal auf Nikolai Dawydenko. Trotz des krassen Head-to-Head-Vergleichs von 9:0 muss Federer aufpassen: Dawydenko ist stärker denn je.

In den 15 gespielten Sätzen gestand Dawydenko  seinen Gegnern nur gerade lumpige 39 Games zu.
In den 15 gespielten Sätzen gestand Dawydenko seinen Gegnern nur gerade lumpige 39 Games zu.
Präzis, ausdauernd, unerbittlich, kratzfest -- alles Eigenschaften, die den Tennisspieler Nikolai Dawydenko auszeichnen. Logisch, dass auch Uhrenfabrikanten zwischen Biel und La Chaux-de-Fonds auf den in der Ukraine geborenen Vielspieler mit Wohnsitz in Deutschland und Ambitionen auf den österreichischen Pass aufmerksam wurden.

Dawydenko (und seine engsten Familienmitglieder) war in den letzten fünf Jahren ein sogenannter «Freund des Hauses» Rado und trägt nun seit diesem Jahr Zifferblätter von Longines.

Die Schweizer Manufakturen hatten und haben viel Präsenz mit dem Russen. Seit einigen Jahren hat Dawydenko seinen Landsmann Jewgeni Kafelnikow als «Stachanow» unter den Ballkünstlern abgelöst.

Dawydenko gönnt sich kaum eine Ruhepause: In den letzten beiden Jahren hat er mit 32 und 30 Turnieren die meisten Events aller Top-10-Athleten bestritten, stand dazu im Vorjahr im siegreichen Davis-Cup-Team der «Sbornaja», notabene eine Woche, nachdem er nach der Rückkehr vom Masters in Schanghai quasi en passant noch seine Freundin Irina geehelicht hatte.

Noch kein Final

Und auch heuer läuft das Metronom wieder mit Schweizer Präzision, hat allerdings in der Schlussphase Mühe mit der Feinabstimmung: Dawydenko bestreitet in New York schon sein 25. Turnier des Jahres, wartet aber noch immer auf den ersten Finaleinzug. In Flushing Meadows hat er die sechste Vorschlussrunde des Jahres erreicht und seine Saisonbilanz auf 44:24 erreicht.

Bislang hatte er vor allem durch eine Niederlage Schlagzeilen gemacht. In Sopot liess er gegen Martin Vassallo Arguello nach Satzvorsprung nach und gab dann auf und seither läuft gegen ihn eine Untersuchung, da bei dieser Partie Wettbüros den Verdacht auf Unregelmässigkeiten meldeten.

Ausnützer des Systems

Dawydenko wird in der übernächsten Woche -- zuerst spielt er ab Montag (fast logischerweise) noch in Peking -- zu einem Hearing antreten müssen. Auf Niederlagen des Russen könnte man allerdings oft wetten, 13 Mal hat er dieses Jahr spätestens nach zwei Runden die Rackets zusammenpacken müssen.

Er ist einer jener Spieler, welche das System ausnützen, wonach «nur» die 18 besten Resultate des Jahres zählen und alle anderen Ergebnisse bei Turnieren unterhalb der Masters Series keinen Einfluss auf das Ranking haben.

Prominente Vorgänger in dieser Hinsicht waren einst Karel Novacek, welcher trotz einer Serie von frühen Niederlagen die Top ten erreichte und Jewgeni Kafelnikow. Dem heutigen professionellen Pokerspieler wurde früher auch ein Hang zum Gambling nachgesagt.

Starke Grand-Slam-Bilanz

Bei den wichtigen Turnieren funktioniert das Tennis-Uhrwerk Dawydenko aber sekundengenau. In den letzten acht Grand-Slam-Turnieren erreichte er sechsmal mindestens die Viertelfinals und jetzt den zweiten Halbfinal des Jahres.

Gegner ist wie in Paris Roger Federer. Vor drei Monaten unterlag Dawydenko dem Weltranglisten-Ersten in drei Sätzen, aber «nur» mit 5:7, 6:7, 6:7. Dawydenko hatte 17 Breakchancen, 14 davon machte Federer mit ersten Aufschlagbällen zunichte.

In New York scheint er nun noch stärker. Unbeirrt durch die Gambling-Anschuldigungen promenierte er durch das Tableau, wie wenn er in einem italienischen Sportwagen freie Fahrt auf dem «Newski-Prospekt» von St. Petersburg hätte.

In den 15 gespielten Sätzen gestand er seinen Gegnern nur gerade lumpige 39 Games zu. Gegen jeden anderen Spieler wäre er heute Favorit. Aber nicht gegen Federer, denn schliesslich spielt er gegen die «Luxusuhr» unter den Tenniscracks...

Der Halbfinal beim US Open zwischen Roger Federer und Nikolai Dawydenko beginnt nicht vor 21 Uhr (live SF 2). Ab 18 Uhr spielen Novak Djokovic und David Ferrer gegeneinander.

(von Marco Keller/Si)

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