Nordkorea ändert seine Forderungen im Atomstreit mit den USA
publiziert: Samstag, 12. Apr 2003 / 22:47 Uhr

Seoul - Im Konflikt um sein umstrittenes Atomprogramm hat Nordkorea erstmals seine Bereitschaft zu den von den USA geforderten multilateralen Gesprächen angedeutet. Bisher hatte Nordkorea auf direkten Gesprächen mit den USA beharrt.

Kim Jong Il.
Kim Jong Il.
Falls die USA ihrerseits zu einem kühnen Wechsel in der Nuklearfrage willens seien, würde Nordkorea nicht auf einem bestimmten Dialogformat beharren, liess das Aussenministeriums in Pjöngjang verlauten. Was mit einem kühnen Wechsel gemeint ist, liess es aber offen.

Es ist möglich, das Problem zu lösen, falls sich die USA dem Dialog ernsthaft nähern, wurde ein Sprecher des Aussenministeriums von der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA weiter zitiert.

Die USA teilten in einer ersten Reaktion mit, sie hätten die Aussage mit Interesse zur Kenntnis genommen. Wir werden darauf durch die angemessenen diplomatischen Kanäle antworten, sagte ein Sprecher des US-Aussenministeriums in Washington.

Ein Sprecher der südkoreanischen Behörde für Wiedervereinigung sagte, er habe eine langsame Änderung der nordkoreanischen Haltung erwartet. Auch nach dem schneller als erwarteten Ende des Irak-Kriegs stehen Nordkorea weniger Optionen offen, sagte er.

Nordkorea hat den USA in den vergangenen Wochen über seine amtlichen Medien mehrfach unterstellt, nach dem Irak-Krieg auch in den Norden der koreanischen Halbinsel einmarschieren zu wollen. Die USA haben dagegen wiederholt betont, Nordkorea nicht angreifen und den Atomstreit auf diplomatischem Weg beilegen zu wollen.

Dabei will die US-Regierung auch Russland, China, Südkorea und Japan einbeziehen. Nordkorea forderte ausserdem einen Nicht-Angriffs-Pakt, den Washington allerdings ablehnte.

(bsk/sda)

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