Scharfe Kritik von UNO-Sicherheitsrat
Nordkorea brüskiert Weltgemeinschaft mit Raketenstart
publiziert: Sonntag, 7. Feb 2016 / 08:14 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 7. Feb 2016 / 17:20 Uhr

Seoul - Nur einen Monat nach seinem kritisierten Atomtest hat Nordkorea mit dem Start einer Weltraumrakete erneut die Weltgemeinschaft herausgefordert. Zahlreiche Regierungen sehen dies als verdeckten Test einer ballistischen Langstreckenrakete, die Atomwaffen tragen könnte.

11 Meldungen im Zusammenhang
Machthaber Kim Jong Un erteilte demnach persönlich den Befehl zum Abschuss der Rakete. Nordkorea habe das Recht, das Weltall «friedlich und unabhängig» zu nutzen, sagte die Sprecherin. Der Raketenstart sei aber auch ein «Durchbruch bei der Steigerung der nationalen Verteidigungsfähigkeiten».

Die Trägerrakete habe am Sonntag um 9.00 Uhr («Pjöngjang-Zeit»; 1.30 Uhr MEZ) von Sohae an der Westküste abgehoben, wurde die nordkoreanische Raumfahrtbehörde von den Staatsmedien zitiert. Die Trägerrakete habe den «neu entwickelten Erdbeobachtungssatelliten Kwangmyongsong-4 (leuchtender Stern) erfolgreich auf seine Erdumlaufbahn gebracht», hiess es weiter.

Nach Angaben des südkoreanischen Militärs erreichte vermutlich ein Objekt den Orbit, doch seien weitere Analysen des Flugs nötig. Die Rakete habe vermutlich eine Reichweite von bis zu 13'000 Kilometern gehabt und könnte somit theoretisch US-Festland erreichen, zitierte die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap einen Militär.

Test für Atomrakete?

Die Weltgemeinschaft sieht den Start deshalb als verdeckten Test einer ballistischen Langstreckenrakete, die Atomwaffen tragen könnte. Viele Staaten von den USA und Frankreich bis Südkorea und Japan warfen dem diktatorischen Regime schwere Provokation vor. Eine Sondersitzung des UNO-Sicherheitsrats wurde angesetzt.

Südkorea kündigte noch am Sonntag den Beginn offizieller Gespräche mit seinem Verbündeten USA über die umstrittene Lieferung amerikanischer Abfangraketen an. Ausserdem will Südkorea seine gegen den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un gerichtete Propaganda-Beschallung an der Grenze ausweiten.

China äusserte verhalten sein «Bedauern» über den Raketenstart. Das berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua. Peking hatte Pjöngjang mehrfach vergeblich zur Zurückhaltung aufgefordert, um die Spannungen in der Region nicht weiter eskalieren zu lassen.

Nordkorea zur Rechenschaft ziehen

Die US-Regierung kritisierte den Raketenstart als «destabilisierend, provokativ und flagrante Verletzung» zahlreicher UNO-Resolutionen. Zugleich setzten sich die USA für «ernste Konsequenzen» ein, erklärte Sicherheitsberaterin Susan Rice in Washington.

Auch Frankreich forderte «eine schnelle und harte Reaktion der internationalen Gemeinschaft.» Russland verurteilte den Start als Verstoss gegen UNO-Resolutionen. Japan sprach von einer Bedrohung des Weltfriedens.

Südkoreas Präsidentin Park Geun Hye verlangte - wie schon nach dem Atomtest des Nachbarns - harte Sanktionen gegen Pjöngjang. Zudem kündigte Seoul an, den Zugang seiner Landsleute zum gemeinsam mit Nordkorea betriebenen Industriepark im grenznahen Kaesong auf nordkoreanischer Seite weiter zu beschränken.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Seoul - Nordkoreas Militär hat nach Angaben Südkoreas mehrere Kurzstrecken-Geschosse über das offene Meer abgefeuert. Die ... mehr lesen
New York - Als Reaktion auf die jüngsten Provokationen Pjöngjangs hat der UNO-Sicherheitsrat am Mittwoch neue ... mehr lesen
Seoul - Nordkorea hat alle Südkoreaner zum umgehenden Verlassen des gemeinsam betriebenen Industriekomplexes ... mehr lesen
An der Grenze zwischen Nord- und Südkorea sind weitere Lautsprecher aufgebaut worden. (Symbolbild)
Seoul - Südkorea will sich nach dem ... mehr lesen
Washington - Nordkorea hat nach Angaben des US-Geheimdiensts die Produktion von Plutonium wieder aufgenommen. Aus dem ... mehr lesen
Nordkorea hatte den Reaktor Yongbyon, in dem Plutonium hergestellt wird, erst dichtgemacht, dann aber heimlich wieder eröffnet.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Seoul/New York - Nach Nordkoreas umstrittenem neuen Raketenstart wollen die USA im UNO-Sicherheitsrat die bisher härtesten ... mehr lesen
Seoul - Südkoreas Streitkräfte haben nach eigenen Angaben mit Warnschüssen ein Militärboot aus Nordkorea aus südkoreanischen Gewässern vertrieben. Der ... mehr lesen
Südkorea hat ein Militärboot aus Nordkorea vertrieben. (Archivbild)
Shinzo Abe sorgt sich um Japans Sicherheit.
Tokio - Südkorea und Japan haben Nordkorea vor dem Start einer neuen ... mehr lesen
Peking - US-Aussenminister John Kerry hat mit China die Ausarbeitung einer UNO-Resolution zu Nordkoreas Atomwaffenprogramm ... mehr lesen
John Kerry hat mit China die Ausarbeitung einer UNO-Resolution zu Nordkoreas Atomwaffenprogramm vereinbart.
Die USA will die Sanktionen gegen Nordkorea ausweiten.
Washington - Die USA streben nach dem Atomtest Nordkoreas eine härtere Gangart gegen Pjöngjang an. Das ... mehr lesen
Seoul - Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un hat den Test einer Wasserstoffbombe vor drei Wochen persönlich angeordnet. Im ... mehr lesen
Überschattet wird der Besuch von Ri Su Yong mit einem erneuten Raketentest von Nordkorea.(Archivbild)
Überschattet wird der Besuch von Ri Su Yong ...
Erster Besuch seit Atomwaffentest  Peking - Einer der wichtigsten Politiker Nordkoreas ist zu einem Besuch in China eingetroffen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, landete Ri Su Yong, ein stellvertretender Vorsitzender von Nordkoreas Arbeiterpartei, am Dienstag in Peking. 
Raketentest in Nordkorea fehlgeschlagen Seoul - Ein neuerlicher Raketentest Nordkoreas ist am frühen Dienstagmorgen nach südkoreanischen Angaben ...
Reaktion auf Verletzung der Grenze  Seoul - An der innerkoreanischen Grenze ist es erneut zu Spannungen gekommen. Die südkoreanische Marine feuerte nach der Verletzung der Grenze aus ...  
Die Schiffe haben sich nach den Warnschüssen wieder ins nordkoreanische Gewässer zurückgezogen. (Symbolbild)
Kein Psychopath, sondern ein der Realität verpflichteter Diktator: Kim Jong-un.
«Verantwortungsvoller Atomstaat» Kim Jong-un ist ein Meister der Propaganda und (Selbst)Inszenierung. Nach vier Jahren an der Macht liess er sich nun am VII. Kongress der ...
Titel Forum Teaser
  • Pacino aus Brittnau 725
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... heute 07:36
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3942
    Der... Krieg in Syrien wird einmal ein Ende finden. Daher wird es viele ... So, 29.05.16 13:20
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Sag ich doch seit Jahren, die Extremen landen immer dort, wo sich sie sich niemals wiederfinden ... So, 29.05.16 12:29
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3942
    Die... Linkspartei hat mehrere Probleme: Die Westausdehnung ist offenbar ... So, 29.05.16 11:39
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
  • Kassandra aus Frauenfeld 1764
    So sehe ich das auch! Es kann weder in einer Gesellschaft noch im weltweiten Rahmen lange gut ... Sa, 28.05.16 20:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Wettbewerb
   
Die Alp Grosser Mittelberg im Justistal.
Viel Glück  Die Alpsaison steht vor der Tür. Damit Wanderfreunde den Weg zu den schönsten Alpbeizli finden, haben wir ein Gewinnspiel parat.
Mitmachen und gewinnen.  Rechtzeitig zur Premiere von «The First Avenger: Civil War» verlosen wir zwei Fan-Pakete mit jeweils zwei Kinoeintritten.
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 12°C 18°C Wolkenfelder, kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Basel 13°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen bewölkt, etwas Regen
St. Gallen 11°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Bern 12°C 15°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Luzern 13°C 17°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen bewölkt, etwas Regen
Genf 11°C 15°C bewölkt, etwas Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt bewölkt, etwas Regen
Lugano 14°C 20°C Gewitter möglichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Gewitter möglich gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten