Nordkorea droht bei Sanktionen mit Selbstverteidigungsmassnahmen
publiziert: Sonntag, 12. Jan 2003 / 09:31 Uhr

Seoul - Nordkorea geht gegenüber der internationalen Gemeinschaft weiter auf Konfrontationskurs. Sollten dem Land wegen des Rückzugs aus dem Atomwaffensperrvertrag Sanktionen auferlegt werden, will Pjöngjang stärkere Selbstverteidigungsmassnahmen ergreifen.

Kein Gegner ist vor den Waffen Nordkoreas sicher, sollte er noch so entsetzlich sein, schrieb das kommunistische Parteiblatt Rodong Sinmun.

Die Führung in Pjöngjang hatte am Freitag den Ausstieg aus dem Atomwaffensperrvertrag verkündet. Am Samstag drohte Nordkorea mit einer Wiederaufnahme seiner Raketentests. Die jüngsten Schritte in der Atompolitik Nordkoreas sind auf starke internationale Besorgnis und Kritik gestossen.

Derweil hat die russische Diplomatie zur Lösung des jüngsten Konflikts um das wiederbelebte Atomprogramm Nordkoreas eine Initiative mit einer Paketlösung gestartet.

Die ersten Details habe Aussenminister Igor Iwanow bereits mit seinen Amtskollegen in den USA, Frankreich, China und Südkorea erörtert, teilte Aussenamtssprecher Alexander Jakowenko in Moskau der Agentur Itar-Tass mit. Dabei seien drei Grundlinien der Initiative bereits umrissen worden.

Als erstes gelte es, den atomfreien Status der koreanischen Halbinsel zu erhalten, bei strenger Einhaltung aller entsprechender internationaler Vereinbarungen. Der zweite Teil des Pakets sehe einen bilateralen und multilateralen Dialog aller interessierter Parteien vor, an dessen Ende Sicherheitsgarantien für Nordkorea stehen müssten.

Der dritte Punkt beinhalte schliesslich die Wiederaufnahme der humanitären und wirtschaftlichen Hilfsprogramme für die koreanische Halbinsel, sagte Jakowenko.

Nach Meinung Moskaus sei eine Einberufung des UNO-Sicherheitsrates zum koreanischen Problem verfrüht. Die Verhandlungsmöglichkeiten sind bei weitem noch nicht erschöpft, sagte Jakowenko weiter.

(bert/sda)

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