Auch die Schweiz betroffen
Nordkorea empfiehlt Botschaftsräumungen
publiziert: Freitag, 5. Apr 2013 / 19:32 Uhr
Mehrere Länder sollen ihre Botschaften in Pjöngjang evakuieren.
Mehrere Länder sollen ihre Botschaften in Pjöngjang evakuieren.

Pjöngjang - Nordkorea, das zuletzt mit einem Angriff auf den Süden und die USA sowie mit einem Atomschlag drohte, hat am Freitag mehreren Ländern die Evakuierung ihrer Botschaften in Pjöngjang nahegelegt. Betroffen sind unter anderen Russland, Grossbritannien, Deutschland, aber auch die Schweiz.

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In einem Briefing für die ausländischen Vertretungen habe das nordkoreanische Aussenministerium über seine Evakuierungspläne informiert, teilte das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Freitag auf Anfrage mit.

Ein Schweizer Vertreter sei auch dabei gewesen, obwohl die Schweiz über keine Botschaft in Pjöngjang verfügt, sondern nur über ein Kooperationsbüro der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA). Es existiere ein Notfallplan. Gegenwärtig bestehe aber keine Absicht, das Schweizer Personal zu evakuieren.

Grossbritannien und Russland erklärten, Nordkorea habe vor Gefahren für das Botschaftspersonal beider Länder in Pjöngjang gewarnt. Man habe eine Mitteilung erhalten, in der stehe, dass Nordkorea «im Falle eines Konflikts nach dem 10. April» nicht in der Lage sei, Botschaften und internationale Organisationen zu schützen.

Russlands Aussenminister Sergej Lawrow zeigte sich besorgt; man habe noch nicht entschieden. Die Botschaften der EU-Staaten in Nordkorea wollen nun möglichst einheitlich auf die von der Regierung nahegelegte Räumung der diplomatischen Vertretungen in Pjöngjang reagieren, wie die Aussenbeauftragte der Europäischen Union, Catherine Ashton, in Brüssel sagte. Für Samstag ist ein Treffen geplant, an dem auch ein Schweizer Vertreter teilnehmen wird.

4000 Kilometer Reichweite

Unterdessen verlegte Nordkorea offenbar eine zweite Mittelstreckenrakete an die Ostküste. Die nordkoreanischen Raketen haben eine Reichweite von bis zu 4000 Kilometern und könnten Südkorea, Japan oder eine US-Militärbasis auf der Insel Guam im Pazifik treffen, wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap meldete.

Als Reaktion entsandte die südkoreanische Marine zwei mit speziellem Radar ausgestattete Zerstörer, um einen möglichen Raketenstart aufzuzeichnen. UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon - selbst Südkoreaner - forderte das Regime in Pjöngjang zur Mässigung und einem Kurswechsel auf.

Südkorea rechnet nach Angaben eines ranghohen Armeevertreters damit, dass der Norden Raketen als «Überraschung» abfeuert. Dafür spreche, dass sie auf mobile Abschussrampen installiert und dann versteckt worden seien. Unklar sei, ob die Raketen für eine Übung oder einen Test verlegt worden seien, zitierte Yonhap den Militär.

Beobachter schliessen nicht aus, dass die Raketen anlässlich der Feierlichkeiten zum 101. Geburtstag von Staatsgründer Kim Il Sung am 15. April abgeschossen werden, dem Grossvater des heutigen Machthabers Kim Jong Un.

Eine Entspannung ist auch in dem von Nord- und Südkorea gemeinsam betriebenen Industriepark Kaesong nicht in Sicht. Die Führung in Pjöngjang verweigert seit Mittwoch sowohl südkoreanischen Pendlern als auch Lieferanten die Einreise. Wegen eines Feiertages in Nordkorea erschienen die 53'000 nordkoreanischen Mitarbeiter am Freitag ohnehin nicht zur Arbeit in den 123 Unternehmen.

(bg/sda)

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