Nordkorea feuert Raketen über Gelben Meer ab
publiziert: Freitag, 28. Mrz 2008 / 07:03 Uhr / aktualisiert: Freitag, 28. Mrz 2008 / 12:11 Uhr

Seoul - Nordkorea hat nach südkoreanischen Berichten eine Reihe von Testraketen über dem Gelben Meer abgefeuert. Das Präsidialamt in Seoul, das die Berichte bestätigte, reagierte gelassen.

Der nordkoreanische Führer Kim Jong II. mit Militärberatern (Archivbild).
Der nordkoreanische Führer Kim Jong II. mit Militärberatern (Archivbild).
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«Die Regierung sieht die Raketentests durch Nordkorea lediglich als Teil gewöhnlicher Truppenübungen an», sagte ein Sprecher von Präsident Lee Myung Bak vor Reportern in Seoul. Die Situation werde aber sehr genau beobachtet.

Nordkorea habe die Raketen kurzer Reichweite von einem Schiff vor der Westküste des Landes aus gestartet, berichtete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap unter Berufung auf Militärkreise. Es habe sich vermutlich um drei bis vier Schiffszielraketen gehandelt.

Verzögerung der Stilllegung?

Im Streit um sein Atomprogramm drohte Nordkorea unterdessen erneut damit, die vereinbarte dauerhafte Stilllegung seiner Nuklearanlagen weiter hinauszuzögern.

Das Aussenministerium in Pjöngjang beschuldigte die USA laut der offiziellen Nachrichtenagentur KCNA, eine Lösung des Konflikts durch unhaltbare Vorwürfe zu blockieren. Dies würde die laufenden Arbeiten zum Abbau der Anlagen «ernsthaft» beeinträchtigen.

Das Ministerium bestritt erneut den Vorwurf, wonach Nordkorea in der Vergangenheit ein Programm zur Anreicherung von Uran verfolgt habe. Hochangereichert kann Uran für den Atomwaffenbau verwendet werden.

Südkoreaner ausgewiesen

Nordkorea hatte zudem am Vortag als Reaktion auf Kritik aus dem Süden an der Atompolitik und den Menschenrechten mehrere Südkoreaner ausgewiesen. Experten vertraten die Ansicht, Nordkorea habe mit den Raketentests seine Verärgerung über die Politik Südkoreas und der USA ausgedrückt.

Nordkorea verfügt Experten zufolge über mehr als 1000 Raketen, von denen mindestens 800 ganz Südkorea und den grössten Teil von Japan erreichen können. Die Tests findet oft in Zeiten politischer Spannungen statt.

(ht/sda)

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