Nordkorea gibt geheimes Atomwaffenprogramm zu
publiziert: Donnerstag, 17. Okt 2002 / 08:09 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 17. Okt 2002 / 12:59 Uhr

Washington - Nordkorea hat überraschend zugegeben, seit Jahren heimlich an der Entwicklung von Atomwaffen weitergearbeitet zu haben. Mit seinem Eingeständnis löste Pjöngjang eine neue Krise in den Beziehungen mit den USA aus.

Nach Angaben des US-Aussenministeriums war die Regierung von Präsident George W. Bush vor dem Eingeständnis zu einem vorsichtigen Dialog mit dem stalinistischen Regime bereit. Davon sei man wieder abgerückt, sei aber dennoch an einer friedlichen Lösung interessiert.

Gestern hatten nordkoreanische Regierungsvertreter gegenüber einer US-Delegation unter der Leitung von Unterstaatssekretär James Kelly eingestanden, bereits seit Jahren ihr Atomwaffenprogramm heimlich fortzuführen.

Nordkorea hatte sich 1994 in einem Abkommen mit den USA dazu verpflichtet, sein Atomwaffenprogramm einzufrieren. Im Gegenzug sollte das Land zwei Leichtwasser-Reaktoren erhalten.

Von Kelly mit Beweisen konfrontiert, dass Pjöngjang an der Anreicherung von Uran zu militärischen Zwecken arbeite, gaben die Regierungsvertreter dies unumwunden zu. Gleichzeitig erklärten sie das Abkommen von 1994 für null und nichtig.

Kelly leitet im US-Aussenministerium die Abteilung für Ostasien und den pazifischen Raum. Er war Anfang Oktober mit dem Ziel nach Pjöngjang gereist, eine neue Entspannungspolitik gegenüber dem kommunistischen Staat einzuleiten.

Seit dem Amtsantritt von US-Präsident George W. Bush sind die Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea angespannt. Anfang des Jahres bezeichnete Bush das Land als Teil einer Achse des Bösen zusammen mit Irak und Iran.

(sda)

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