Nordkorea reaktiviert umstrittenen Atomreaktor
publiziert: Montag, 15. Mai 2006 / 07:56 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Mai 2006 / 08:49 Uhr

Seoul - Nordkorea hat nach amerikanischen Berichten möglicherweise seinen umstrittenen Atomreaktor in Yongbyon wieder angefahren.

Das nordkoreanische Kernforschungs-Zentrum bei Yongbyon.
Das nordkoreanische Kernforschungs-Zentrum bei Yongbyon.
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Südkoreanische Zeitungen zeigten unter Berufung auf den US- Internetdienst GlobalSecurity Satellitenbilder, auf denen aufsteigender Rauch aus einem Reaktorturm zu sehen ist, der zum Fünf- Megawatt-Reaktor in Yongbyon gehöre.

«Die Rauchfahne in der Aufnahme vom 5. Januar 2006 deutet an, dass der Reaktor aktiv ist», lautete der entsprechende Bildtext. Vor knapp einem Jahr hatte Nordkorea mitgeteilt, dem knapp 100 Kilometer nördlich von Pjöngjang entfernten Kernreaktor in Yongbyon 8000 verbrauchte Atombrennstäbe entnommen zu haben.

Plutonium durch Wiederaufbereitung

Nach US-Schätzungen konnte Nordkorea durch deren Wiederaufarbeitung Plutonium für den Bau von sechs Atombomben gewinnen. Zur Entnahme der Brennelemente war der Reaktor nach südkoreanischen Angaben zuvor abgeschaltet worden. Im Februar 2005 hatte das stalinistische Land offiziell erklärt, bereits Kernwaffen zu besitzen.

Die von GlobalSecurity am Wochenende veröffentlichten Fotos zeigten ausserdem einen asphaltierten Weg, der zur Reaktoranlage führt. Der Weg und die Präsenz von Fahrzeugen deuteten den Berichten zufolge auf eine erhöhte Aktivität um die Anlage in Yongbyon hin.

Drohungen

Nordkorea hatte im April damit gedroht, bei einer weiteren Verzögerung der zurzeit fest gefahrenen Sechs-Länder-Gespräche über das Atomprogramm des Landes seine atomare Abschreckung auszubauen.

Eine unabhängige Überprüfung der Nuklearaktivitäten in Nordkorea ist nicht möglich, seitdem das Land die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) abgebrochen hat.

(fest/sda)

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