Nach dem Säbelrasseln
Nordkorea wieder offen für neue Gespräche
publiziert: Freitag, 24. Mai 2013 / 20:10 Uhr
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un. (Archivbild)
Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un. (Archivbild)

Peking - Nach monatelangem Säbelrasseln hat die Staatsführung in Pjöngjang versöhnliche Töne angeschlagen: Er sei bereit, «aktiv zu handeln», schrieb der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un laut der amtlichen chinesischen Nachrichtenagentur Xinhua.

7 Meldungen im Zusammenhang
Er wolle die Probleme «im Dialog lösen» schrieb Kim weiter im Brief an den chinesischen Präsidenten Xi Jinping.

In China stiess der Brief auf offene Ohren: China hoffe, dass sich alle Seiten in Zurückhaltung übten und die Sechs-Parteien-Gespräche wieder in Gang gebracht würden, sagte Chinas Präsident Xi am Freitag beim Empfang des nordkoreanischen Gesandten Choe Ryong Hae, der den Brief in Peking übermittelte.

Choe versicherte seinem Gastgeber, sein Land sei zu «gemeinsamen Bemühungen mit allen Parteien bereit», die Probleme durch multilateralen Dialog und Beratungen wie den Sechs-Parteien-Gesprächen zu lösen. «Dazu ist Nordkorea willens, positive Handlungen zu unternehmen», zitierte die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua Choe.

Allerdings bot der von Machthaber Kim Jong Un nach Peking entsandte Spitzendiplomat nicht an, das umstrittene Atomprogramm einzustellen. Xi wiederum betonte beim Gespräch, dass China weiterhin auf eine atomwaffenfreie koreanische Halbinsel bestehe. Frieden und Stabilität in der Region müssten durch konstruktive Gespräche erreicht werden, zitierte ihn China News weiter.

Verhandlungen seit 2009 auf Eis

An den seit 2009 eingefrorenen Verhandlungen über ein Ende des Atomwaffenprogramms hatten unter chinesischer Vermittlung ausser Nordkorea auch die USA, Südkorea, Japan und Russland teilgenommen.

Unklar ist, welche Vorbedingung Nordkorea für die Gespräche stellen könnte. Ende März hatte Pjöngjang bekräftigt, seine Atomwaffen seien nicht verhandelbar - auch nicht gegen «Milliarden von Dollar».

Bei seinem letzten Besuch in China im August 2011 hatte Kim Jong Il - der Vorgänger von Kim Jong Un - ähnliche Gesprächsangebote gemacht wie Choe am Freitag: Sein Land sei bereit, «die Sechs-Parteien-Gespräche ohne Vorbedingungen wieder aufzunehmen». Aber dann folgten keine öffentlichen Treffen.

Beziehungen spürbar abgekühlt

Mit dem Besuch des Vizemarschalls Choe Ryong Hae, der das politische Büro der nordkoreanischen Volksarmee leitet, haben China und Nordkorea erstmals seit der Machtübernahme des jungen nordkoreanischen Führers Ende 2011 wieder Gespräche auf höherer Ebene geführt.

Die Beziehungen zwischen den beiden traditionell verbündeten Ländern hatten sich besonders nach dem dritten nordkoreanischen Atomtest im Februar spürbar abgekühlt.

Zuletzt hatte die Bank of China ihre Zusammenarbeit mit der nordkoreanischen Aussenhandelsbank eingestellt und damit wichtige Geldflüsse nach Nordkorea abgeschnitten. Die grosse Staatsbank war damit den UNO-Sanktionen gefolgt, die nach dem Atomwaffentest verhängt worden waren.

(bert/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Achtens Asien In Peking wurde an einem ... mehr lesen
Durchaus möglich, das für «Fatty Kim» magere Zeiten anbrechen.
Nord- und Südkorea wollen wieder Gespräche auf Regierungsebene führen.
Seoul - Erstmals seit 2007 wollen Nord- und Südkorea wieder Gespräche auf Regierungsebene führen. Dies sei das Ergebnis von 18-stündigen Verhandlungen auf Arbeitsebene, berichteten am ... mehr lesen
Seoul - Nach den heftigen Spannungen in den vergangenen Monaten haben Süd- ... mehr lesen
Beide Seiten wollen über die Normalisierung gemeinsamer Wirtschaftsprojekte einschliesslich eines Industrieparks im nordkoreanischen Kaesong (Bild) reden.
Seoul - Nordkorea hat ein Signal der Entspannung an den Süden gesandt: Pjöngjang bot am Dienstag südkoreanischen Geschäftsleuten an, ihre Fabriken in der grenznahen Sonderwirtschaftszone Kaesong zu «besuchen». Doch Südkorea blockt ab. mehr lesen 
Nordkorea hat das Boot mit seiner Besetzung wieder frei gelassen. (Archivbild)
Peking - Zwei Wochen nach der Entführung eines chinesischen Fischerboots hat Nordkorea das Boot mit seiner Besatzung wieder freigelassen. Alle 16 Fischer mit ihrem Boot seien sicher ... mehr lesen
Weitere Artikel im Zusammenhang
Seoul - Nordkorea hat am Samstag ... mehr lesen
Es geht weiter: Nun schiesst Kim Jong Un drei Raketen Richtung Japan. (Archivbild)
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Überschattet wird der Besuch von Ri Su Yong mit einem erneuten Raketentest von Nordkorea.(Archivbild)
Überschattet wird der Besuch von Ri Su Yong ...
Erster Besuch seit Atomwaffentest  Peking - Einer der wichtigsten Politiker Nordkoreas ist zu einem Besuch in China eingetroffen. Wie die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap berichtete, landete Ri Su Yong, ein stellvertretender Vorsitzender von Nordkoreas Arbeiterpartei, am Dienstag in Peking. mehr lesen 
Reaktion auf Verletzung der Grenze  Seoul - An der innerkoreanischen Grenze ist es erneut zu Spannungen gekommen. Die südkoreanische Marine feuerte nach der Verletzung der Grenze aus Nordkorea am Freitagmorgen Warnschüsse ab. mehr lesen  
Auch Treffen mit Kim Jong Un kein Problem  New York - In einem Interview mit der Nachrichtenagentur Reuters hat der republikanische ... mehr lesen  1
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich 17°C 30°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig gewitterhaft
Basel 17°C 31°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter gewitterhaft
St. Gallen 16°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
Bern 16°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Luzern 14°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Genf 19°C 29°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig gewitterhaft gewitterhaft
Lugano 22°C 29°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten