Nordkoreaner flüchtet zu Fuss über verminte Grenze nach Südkorea
publiziert: Freitag, 18. Jul 2003 / 14:02 Uhr

Seoul - Einem Nordkoreaner ist die Flucht durch die entmilitarisierte Zone (DMZ) nach Südkorea zu Fuss gelungen. Die Zone gilt als eine der gefährlichsten Gegenden weltweit, da sie mit zahllosen Minen versehen ist.

Die Grenze zu Südkorea ist beinahe vollständig vermint.
Die Grenze zu Südkorea ist beinahe vollständig vermint.
Der Generalstab in Seoul teilte mit, der 39-jährige Mann sei nach der Flucht entlang der Ostküste im Morgengrauen von südkoreanischen Grenzposten entdeckt worden. Er habe die schwierigen Lebensbedingungen in seiner Heimat als Grund für seine Flucht angegeben.

Fluchtversuche über die stark bewachte innerkoreanische Grenze oder über das Meer nach Südkorea sind selten. Anfang Juli hatten sich zwei Nordkoreaner mit einem kleinen Boot über das Gelbe Meer nach Südkorea abgesetzt.

Zahlreiche Nordkoreaner fliehen jedes Jahr wegen Hungers oder Unzufriedenheit mit dem Regime aus dem kommunistischen Norden der Halbinsel. Die meisten setzen sich dabei nach China ab. Dort leben schätzungsweise mehr als 150 000 nordkoreanische Flüchtlinge im Untergrund.

Die jüngste Flucht eines Nordkoreaners erfolgte einen Tag nach einem kurzen Schusswechsel zwischen süd- und nordkoreanischen Soldaten im Niemandsland der DMZ.

Nach südkoreanischen Militärangaben wurden dabei am Donnerstag aus ungeklärten Gründen vier Salven aus Maschinengewehren von einem nordkoreanischen Wachposten aus gegen einen südkoreanischen Posten abgegeben. Das südkoreanische Militär hatte die Schüsse mit 17 Salven erwidert.

(bsk/sda)

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