Zum 85. Todestag von F.W. Murnau
Nosferatu - eine Symphonie des Grauens (1922)
publiziert: Mittwoch, 9. Mrz 2016 / 12:40 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 9. Mrz 2016 / 13:01 Uhr

F.W. Murnau war nicht nur der erste Oscarpreisträger überhaupt, sondern wohl auch der bedeutendste deutsche Regisseur, der je gelebt hat. Er revolutionierte die Kinowelt mit einer einzigartigen Bildsprache. Besonders das Meisterwerk «Nosferatu» steht für sein Vermächtnis des vor 85 Jahren verstorbenen F.W. Murnau.

Schwul und Künstler: keine Attribute, mit der man sich um 1900 gesellschaftliche Anerkennung holte. Nicht mal bei seinen eigenen Eltern, die seine beruflichen wie privaten Ambitionen

Im 1. Weltkrieg nahm Murnau erst als Infanterie-Leutnant, dann 1917 als Kampfflieger teil, bis er durch einen (absichtlich) Navigationsfehler in der neutralen Schweiz landete. Hier wurde er in Andermatt interniert, konnte aber danach für das patriotische Schauspiel «Marignano» am Luzerner Theater arbeiten. Die Kriegserlebnisse waren für Murnau traumatisierend; sein damaliger Lebensgefährte fiel an der Ostfront.

1919 kehrte Murnau nach Berlin zurück und begann für den Film zu arbeiten. Sein erster Spielfilm, «Der Knabe in Blau» ist wie auch einige seiner späteren Filme verschollen. Mit dem Film «Der Bucklige und die Tänzerin»n begann eine höchst fruchtbare Zusammenarbeit mit dem Drehbuchautor Carl Mayer, der in der Folge noch für sechs weitere Filme Murnaus die Bücher schrieb. Andere Künstler, mit denen Murnau bevorzugt zusammenarbeitete. Sein berühmtester Film aus dieser Zeit ist «Nosferatu, eine Symphonie des Grauens» mit Max Schreck in der Titelrolle, eine frühe Verfilmung von Bram Stokers Dracula.

Murnaus Erfolge in Deutschland hatten Hollywood auf ihn aufmerksam gemacht. Er erhielt ein Vertragsangebot des amerikanischen Produzenten William Fox, der ihm volle künstlerische Freiheit garantierte. Für seinen Film «Die Reise nach Tilsit» bekam er bei der allerersten Oscar-Verleihung 1927 drei Oscars, erfüllte jedoch die kommerziellen Erwartungen nicht ganz.

Von den Zwängen Hollywoods enttäuscht, kündigte Murnau 1929 den Vertrag mit Fox. Nach einem ergebnislosen Versuch, wieder in Berlin mit der UFA ins Geschäft zu kommen, kaufte er sich eine Segeljacht, fest entschlossen, seinen nächsten Film allein nach seinen eigenen Vorstellungen zu realisieren, und fuhr nach Tahiti, um dort mit dem Regisseur und Dokumentarfilmer Robert J. Flaherty den Film «Tabu» zu drehen.

Die Premiere des Films am 18. März 1931 erlebte Murnau jedoch nicht mehr. Am 11. März 1931, verlor sein Diener, der 14-jährige Filipino Garcia Stevenson, auf der Küstenstrasse von Santa Monica die Kontrolle über das Auto und prallte frontal mit einem LKW zusammen. Murnau starb wenige Stunden später an seinen Verletzungen.

Im Shop von Klang & Kleid gibt es nebst anderen Klassikern Murnaus auch «Nosferatu» zu kaufen.

(jz/news.ch)

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