Notorische Lügner haben andere Hirnstruktur
publiziert: Freitag, 30. Sep 2005 / 09:41 Uhr / aktualisiert: Freitag, 30. Sep 2005 / 09:58 Uhr

New York - Notorische Lügner haben eine andere Hirnstruktur als normale Menschen.

Gute Lügner sind genetisch prädestiniert, sagt die Studie.
Gute Lügner sind genetisch prädestiniert, sagt die Studie.
Forscher der Universität von Südkalifornien haben anhand von Kernspin-Aufnahmen nachgewiesen, dass Dauerlügner mehr weisse Hirnmasse in einem bestimmten Hirnareal, die für die Verknüpfung der Nervenzellen zuständig ist, besitzen. Das befähigt sie vermutlich besonders, Lügengebäude aufrecht zu erhalten, wie Yaling Yang und Adrian Raine in der Oktoberausgabe des «British Journal of Psychiatry» berichten.

«Naturgegeben»

«Lügen ist nicht einfach», erläuterte Raine. «Man muss dazu die Gedanken des anderen lesen können. Ein Lügner muss ausserdem seine Gefühle im Zaun halten, um nicht nervös zu erscheinen. Es ist eine ganz schöne Anstrengung, die Wahrheit zu verbergen.»

Leute mit einem eng verknüpften Netzwerk von Nervenzellen im so genannten präfrontalen Cortex hätten das Rüstzeug, mit ihren Lügen durchzukommen. «Sie haben quasi einen naturgegebenen Vorteil», meint der Psychologe.

Mehr weisse statt graue Hirnmasse

Yang und Raine massen die weisse und graue Hirnmasse bei 12 notorischen Lügnern sowie bei 16 Kandidaten mit unsozialen Verhaltensweisen, die jedoch nur hin und wieder von der Wahrheit abweichen, und 21 normalen Kontrollpersonen.

Sie stellten fest, dass Dauerlügner im Durchschnitt 25,7 Prozent mehr weisse Hirnmasse im präfrontalen Cortex hatten als Gelegenheitslügner und 22 Prozent mehr als die Kontrollpersonen. Dafür fehlte ihnen im Vergleich zu den normalen Probanden 14,2 Prozent der grauen Hirnmasse.

Graue Hirnmasse ist für die Informationsverarbeitung im Hirn zuständig, weisse Hirnmasse für die Informationsübermittlung.

(lg/sda)

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