Motorrad
Nuller für Tom Lüthi nach Sturz im Regen
publiziert: Sonntag, 21. Okt 2012 / 11:44 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 21. Okt 2012 / 22:49 Uhr
Tom Lüthi (l.) rechnete sich gute Chancen aus, zum ersten Mal seit Ende August wieder eine Top-3-Klassierung zu erreichen.
Tom Lüthi (l.) rechnete sich gute Chancen aus, zum ersten Mal seit Ende August wieder eine Top-3-Klassierung zu erreichen.

Dem Regen kam im Moto2-Rennen in Malaysia eine Hauptrolle zu. Tom Lüthi und WM-Leader Marc Marquez stürzten, der Trainingsschnellste Pol Espargaro wurde nur Elfter. In der Moto3-Klasse gewann Sandro Cortese das Rennen und vorzeitig den WM-Titel.

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Beim Triumph des 22-jährigen Deutschen in der kleinsten WM-Kategorie herrschte in Sepang noch trockenes Wetter. Doch unmittelbar danach zog ein heftiges Gewitter über die Strecke hinweg, weshalb auch der Moto2-Start um eine halbe Stunde verschoben werden musste und der GP als Regenrennen deklariert wurde. Weil es aber plötzlich wieder stärker zu regnen begann, ging das Rennen letztlich doch nicht über die volle Distanz von 19 Runden. Der Abbruch erfolgte, als die Fahrer an der Spitze in die 17. Runde gingen. Gewertet wurde von der Renndirektion schliesslich das Klassement nach 15 Runden, als zuletzt alle im Rennen verbliebenen Fahrer die Start-Ziel-Linie überquert hatten. Darüber glücklich schätzen durfte sich Alex De Angelis (San Marino), der zu diesem Zeitpunkt noch vor dem Australier Anthony West und dem Briten Gino Rea in Führung lag.

Zu den Pechvögeln gehörte hingegen Tom Lüthi, für den das Rennen eine halbe Runde zu spät abgebrochen wurde. Dem Berner war in der 15. Runde an 5. Stelle fahrend vor einer Linkskurve das Vorderrad eingeklappt. Weil das Motorrad am Lenkrad beschädigt war, musste der WM-Vierte aufgeben. "Ich fühlte mich gut und rechnete mir intakte Podestchancen aus", sagte Lüthi, der sich nach gutem Start immer in den ersten sechs Positionen aufgehalten hatte. Er habe bei stärker werdendem Regen versucht, das Tempo beizubehalten, so Lüthi. "Der Sturz passt zum missratenen Wochenende. Ich habe die Erwartungen von A bis Z nicht erfüllt." Lüthi wartet somit weiterhin auf seine erste Top-3-Klassierung seit Ende August und dem 2. Platz in Brünn (Tsch).

Wegen eines Sturzes wurde auch die Entscheidung im Moto2-Titelkampf zumindest bis kommenden Sonntag und dem Rennen in Australien vertagt. Weil Marc Marquez in der 12. Runde ausschied, hat Pol Espargaro weiterhin Chancen auf den Titelgewinn. Diese sind allerdings höchstens noch theoretischer Natur: Der Spanier müsste die letzten zwei Rennen in Australien und Valencia gewinnen und Marquez beide Male ausscheiden. Lüthi seinerseits hat nach dem Nuller in Malaysia wieder elf Punkte Rückstand auf den WM-Dritten Andrea Iannone. Der Italiener stürzte in Sepang ebenfalls, aber etwas später als Lüthi. So fand Iannone als Sechster doch noch Aufnahme ins Klassement.

Aegerter im Regen verbessert

Für das aus Schweizer Sicht beste Resultat des Wochenendes sorgte Dominique Aegerter mit dem 9. Platz. Der 22-jährige Berner schaffte es zum 14. Mal hintereinander in die WM-Punkte, war aber trotz seiner zehnten Top-10-Platzierung der Saison nicht ganz zufrieden: "Mein Ziel ist es, in jedem Rennen in die ersten sieben zu fahren. Das habe ich in Malaysia nicht erreicht." Aegerter, der nicht gerade zu den Regenspezialisten gehört, freute sich aber darüber, dass "es mir bei solch schlechten Verhältnissen besser lief als zuvor." Für das kommende Rennen auf Phillip Island hat sich der Oberaargauer vorgenommen, "innerlich ruhiger zu werden und entspannter zu fahren".

Ein starke Leistung lieferte der Zürcher Rookie Jesko Raffin ab, der bei schwierigsten Bedingungen auf dem Motorrad sitzen blieb und nicht wie viele andere Fahrer stürzte. Der 16-jährige Ersatzfahrer des verletzungsbedingt pausierenden Zürchers Randy Krummenacher klassierte sich in seinem erst dritten Moto2-Rennen als 19. Zu einem (sensationellen) Punktgewinn fehlten Raffin zwar nur vier Positionen, doch der Zeitabstand zum 15. Platz betrug über 30 Sekunden. Die einzige Fahrerin im Feld, Elena Rosell aus Spanien (20.), und den Tessiner Marco Colandrea (21.) hatte Raffin allerdings deutlich im Griff.

Corteses grandiose Saison

Was lange währt, wird endlich gut - diese Aussage trifft die bisherige Karriere von Sandro Cortese exakt, der heuer bereits seine achte komplette WM-Saison bestreitet. Der 22-jährige Schwabe bestritt bis Ende letztes Jahr 116 Rennen in der 125-ccm-Klasse und stand dabei elfmal auf dem Podest (zwei Siege). In der auf diese Saison hin neu eingeführten Moto3-Kategorie mit 250-ccm-Viertakt-Motoren fand sich Cortese aber sofort bestens zurecht. Er gewann in 15 Rennen viermal und stand nur zweimal nicht auf dem Podest. Für nächstes Jahr hat der Weltmeister bereits bei einem Moto2-Team unterschrieben.

In Malaysia krönte Cortese, der von 2006 bis 2008 Teamkollege von Tom Lüthi war, seine grandiose Saison mit dem Sieg im Rennen. Der KTM-Fahrer gewann mit 0,028 Sekunden Vorsprung vor dem Einheimischen Zulfahmi Khairuddin. Dieser sorgte beim Heim-GP für den ersten Podestplatz überhaupt eines Malaysiers in der seit 1949 bestehenden Strassen-WM. "Anfänglich beschränkte ich mich darauf, kontrolliert mit der Spitze mitzufahren. Als sich mir am Ende die Chance bot, mit einem Sieg Weltmeister zu werden, wollte ich sie nutzen", sagte Cortese.

Für Giulian Pedone gab es zum elften Mal in Serie keine Punkte. Der 18-jährige Neuenburger wurde in Sepang 26., auf Cortese verlor er mehr als eineinhalb Minuten.

Resultate:
Sepang. Grand Prix von Malaysia. MotoGP (13 Runden): 1. Dani Pedrosa (Sp), Honda, 29:29,049. 2. Jorge Lorenzo (Sp), Yamaha, 3,774. 3. Casey Stoner (Au), Honda, 7,144. 4. Nicky Hayden (USA), Ducati, 10,518. 5. Valentino Rossi (It), Ducati, 16,759. 6. Alvaro Bautista (Sp), Honda, 17,276. - 20 Fahrer gestartet, 13 klassiert. - WM-Stand (16/18): 1. Lorenzo 330. 2. Pedrosa 307. 3. Stoner 213. Ferner: 5. Rossi 148.

Moto2 (15 Runden): 1. Alex De Angelis (San Marino), FTR, 36:57,793. 2. Anthony West (Au), Speed Up, 0,710. 3. Gino Rea (Gb), Suter, 1,363. 4. Hafizh Syahrin (Malaysia), FTR, 2,941. 5. Julian Simon (Sp), Suter, 7,583. 6. Andrea Iannone (It), Speed Up, 10,062. Ferner: 9. Dominique Aegerter (Sz), Suter, 30,063. 11. Pol Espargaro (Sp), Kalex, 31,746. 19. Jesko Raffin (Sz), Kalex, 1:10,712. 21. Marco Colandrea (Sz), FTR, 1:19,320. - 33 Fahrer gestartet, 23 klassiert; ausgeschieden: u.a. Tom Lüthi (Sz), Suter (14. Runde/Sturz), und Marc Marquez (Sp), Suter (12./Sturz). - WM-Stand (15/17): 1. Marquez 283. 2. Espargaro 235. 3. Iannone 188. 4. Lüthi 177. Ferner: 9. Aegerter 87. 18. Krummenacher 24.

Moto3 (19 Runden): 1. Sandro Cortese (De), KTM, 40:54,123. 2. Zulfahmi Khairuddin (Malaysia), KTM, 0,028. 3. Jonas Folger (De), Kalex-KTM, 0,247. 4. Luis Salom (Sp), Kalex-KTM, 8,503. 5. Miguel Oliveira (Por), Suter-Honda, 8,674. 6. Danny Kent (Gb), KTM, 9,335. Ferner: 26. Giulian Pedone (Sz), Suter-Honda, 1:33,717. - 31 Fahrer gestartet, 28 klassiert. Nicht am Start: Maverick Viñales (Sp), FTR-Honda (Verzicht wegen Streit mit Team). - WM-Stand (15/17): 1. Cortese 280 (Weltmeister). 2. Salom 207. 3. Viñales 199. Ferner: 28. Pedone 7.

 

(asu/Si)

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