US-Wahlen
Nur keinen Kandidaten im Stile einer Sarah Palin
publiziert: Freitag, 10. Aug 2012 / 12:57 Uhr / aktualisiert: Freitag, 10. Aug 2012 / 13:34 Uhr
Palin ist nach wie vor nicht aus der US-Politik verschwunden.
Palin ist nach wie vor nicht aus der US-Politik verschwunden.

Sarah Palin ist erneut in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt − dieses Mal allerdings nicht als Liebling der republikanischen Partei, sondern in einer Episode, die es bei der Auswahl des nächsten Vizepräsidentschaftskandidaten unbedingt zu vermeiden gilt.

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CNN Election Center
America's Choise 2012
edition.cnn.com/ELECTION/2012/

Bereits in den nächsten Tagen könnte bekannt werden, wer für die Republikaner dieses Amt bekleiden soll.

Angeblich will Mitt Romney, der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, seinen Kandidaten für den Posten des Vizepräsidenten schon in den nächsten Tagen bekannt geben. Allerdings wurde er bereits darauf hingewiesen, keinen Kandidaten im Stile einer Sarah Palin auszuwählen. Palin war die wenig bekannte Gouverneurin des Bundesstaates Alaska, bevor John McCain sie im Wahlkampf 2008 als Vize benannte.

Über Nacht wurde Palin ein Star in der amerikanischen Politiklandschaft, den Medien und der Popkultur. Ihre Bücher wurden zu Bestsellern, sie bekam eine eigene Fernsehshow und zog Menschenmassen an, wo immer sie auftauchte.

Sie wäre dieser Aufgabe nicht gewachsen

Doch sie konnte die Amerikaner niemals davon überzeugen, dass sie das Hauptkriterium für das Amt des Vizepräsidenten erfüllte: den Präsidenten im Falle von Krankheit oder eines Notfalls ersetzen zu können. Laut einer CNN-Umfrage waren 70 Prozent der Amerikaner der Ansicht, sie sei dieser Aufgabe nicht gewachsen.

Führende Politiker der republikanischen Partei möchten, dass Romney es unbedingt besser macht. Das offensichtlichste Zeichen kam von Urgestein Dick Cheney, der vor Jahren auf der Suche nach einem geeigneten Vize-Kandidaten für George W. Bush war, bis er den Posten schliesslich selbst übernahm.

Er gab Romney den Ratschlag, einen Kandidaten auszuwählen, der genügend Erfahrung für das Amt mitbringt. «Ich mag Gouverneurin Palin. Ich habe sie getroffen, ich kenne sie und sie war eine attraktive Kandidatin. Doch sieht man sich ihre politischen Karriere an, hatte sie zum damaligen Zeitpunkt das Amt der Gouverneurin erst ein, zwei Jahre inne. Ich glaube nicht, dass sie diesen Test bestanden hat. Sie war noch nicht so weit, im Notfall die Regierungsgeschäfte zu übernehmen», sagte Cheney in einem Fernsehinterview mit ABC News.

Der ehemalige Präsidentschaftskandidat John McCain und Sarah Palin reagierten beide leicht verärgert auf Cheneys Aussage. «Ich freue mich immer, wenn ich vier Jahre später Kommentare zu hören bekomme», meinte McCain.

Ein völlig falsches Bild

Palin auf der anderen Seite machte wie immer die linksliberalen Medien des Landes dafür verantwortlich, die ein völlig falsches Bild von ihr verbreitet hätten und kritisierte Dick Cheney, der dieser verzerrten Darstellung auch noch auf den Leim gegangen sei. «Dick Cheney glaubt diesen Unsinn offenbar und das ist eine Schande», beschwerte sie sich auf dem republikanischen Haussender Fow News.

Palin ist nach wie vor nicht aus der US-Politik verschwunden. Sie unterstützt ausgewählte Kandidaten ihrer Partei im Wahlkampf und verbreitet ihre Ansichten im Fernsehen und im Internet. Beim letzten grossen Nomierungsparteitag, den die Republikaner vor vier Jahren abgehalten haben, war sie allerdings die Hauptattraktion und begeisterte mit ihrem Debüt im Wahlkampf von John McCain Millionen Parteimitglieder.

Der nächste Nominierungsparteitag der Republikaner findet Ende des Monats in Tampa, Florida, statt, wo Mitt Romney offiziell zum Präsidentschaftskandidaten seiner Partei ernannt wird. Bei der Veranstaltung sollen eine Reihe führender republikanischer Politiker Reden halten und die Begeisterung für Romneys Wahlkampf weiter anheizen.

Sarah Palin wurde nicht eingeladen, dort zu sprechen.

Jonathan Mann
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Seine Kolumne steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung. Mehr über das US-Wahljahr 2012 unter http://edition.cnn.com/ELECTION/2012.
 

(Kolumne von Jonathan Mann/CNN-News)

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