Nur nicht den Helden spielen: US-Küstenbewohner nehmen Hurrikan Isabel ernst
publiziert: Donnerstag, 18. Sep 2003 / 18:38 Uhr

Kitty Hawk - Weit mehr als 100 000 Menschen verliessen bis zum Mittwochabend (Ortszeit) ihre Häuser und Wohnungen in der bedrohten Küstenregion der US-Ostküste. Schon gestern hat die Regierung aufgefordert, die bedrohten Gebiete zu verlassen und sich bei Verwandten in Sicherheit zu bringen. Präsident Bush befindet sich schon ausserhalb Washingons in Camp David.

Experten schätzen, dass der Hurrikan "Isabel" bis Samstagmorgen Kanada erreicht haben wird.
Experten schätzen, dass der Hurrikan "Isabel" bis Samstagmorgen Kanada erreicht haben wird.
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Fred Gentry will alles, nur nicht den Helden spielen. "Ich bin doch nicht blöd", sagt der Eigentümer eines Hauses in Kitty Hawk, einem Badeort an der Küste des US-Bundesstaates North Carolina.

Während Hurrikan "Isabel" schon in der Luft liegt, zimmert Gentry noch ein paar Holzplatten zusammen, um sein Hab und Gut vor den drohenden Wassermassen abzuschirmen.

Die meisten Nachbarn sind schon ins Landesinnere geflohen, ebenso wie tausende Touristen, die bereist vor Tagen evakuiert worden. "Ich bin hier, um mein Eigentum zu schützen", sagt Gentry, "aber dann nichts wie weg."

Dünen bieten wenig Schutz

Kitty Hawk liegt auf den schmalen Inseln, die der US-Ostküste vorgelagert und eigentlich nicht viel mehr als Sandbänke sind. Die einzigen Erhöhungen sind die Dünen, die wenig Schutz bieten für die 3,50 Meter hohen Brecher, die im Laufe des Donnerstag erwartet wurden.

Vor 100 Jahren absolvierten hier die Gebrüder Wright den ersten motorisierten Flug der Welt. Jetzt traut sich kein Flugzeug in dieser Gegend in die Lüfte. Die einzige Landstrasse, die über die Inseln führt, wurde von den Ausläufern des Wirbelsturms bereits unterspült.

Ruhe vor dem Sturm

Während sich der Himmel über dem Atlantik zugezogen hatte, trafen die Behörden die letzten Vorbereitungen. "Die meisten Leute sind vernünftig, packen ihre letzten Sachen und reisen ab", sagt Feuerwehrmann Cole Yeatts.

Notunterkünfte stünden zur Verfügung, doch die meisten könnten bei Freunden oder Verwandten unterkommen. Am Mittwochabend wurden Brücken und Fährverbindungen zwischen den Inseln und dem Festland gesperrt.

Neben Florida, Louisiana und Texas gehört North Carolina zu den US-Bundesstaaten, die am häufigsten von Wirbelstürmen betroffen sind. Im Schnitt geht hier alle vier Jahre ein Hurrikan oder ein Tropensturm "an Land".

Wasserfluten

Die schwersten Schäden werden durch die Wassermassen angerichtet, die von den Sturmgebieten mitgeführt und über Flüsse bis tief ins Inland gedrückt werden. 1999 starben allein in North Carolina 52 Menschen bei Überschwemmungen im Gefolge von Hurrikan "Floyd".

Der Schaden wurde auf mehrere Milliarden Dollar geschätzt. Gentry war auf "Floyd" seinerzeit nicht besonders gut vorbereitet. Sein Haus wurde überschwemmt, obwohl es wie fast alle Gebäude in der Gegend auf Stelzen gebaut ist. In seinem Wohnzimmer stand das Wasser 18 Zentimeter hoch.

Diesmal glaubt der Hausbesitzer, aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben. Mit der Bretterwand, die er errichtet hat, hofft er sein Heim zu schützen, "und ein bisschen Glück bräuchte ich natürlich diesmal auch".

(Paul Richards/afp)

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