Nur noch jeder Fünfte handelt an der Börse
publiziert: Samstag, 25. Nov 2006 / 21:52 Uhr / aktualisiert: Samstag, 25. Nov 2006 / 22:21 Uhr

Zürich - Privatanleger in der Schweiz sind nicht mehr in Champagnerlaune. Trotz guter Börsenjahre handelt laut einer Studie nur noch jeder Fünfte mit Aktien.

Die Ausweitung des Marktes dürfte auf die Kosten alter Investoren gehen.
Die Ausweitung des Marktes dürfte auf die Kosten alter Investoren gehen.
Vor sechs Jahren war es noch jeder Dritte. Das Vertrauen der breiten Masse der Anleger in die Börsenmärkte ist noch nicht zurückgekehrt, wie eine am Donnerstag veröffentlichte Studie des Institutes für schweizerisches Bankenwesen der Universität Zürich zeigt. Die Studie ist zum vierten Mal durchgeführt worden.

Schweizer Aktienindizes bewegen sich zurzeit wieder auf Höchstständen, dennoch verharrt der Anteil der Aktienbesitzer auf dem Stand von 2004, heisst es. Diese gelte auch für die Besitzerinnen und Besitzer von Anlagefonds.

Die geplatzte Internet-Blase und verschiedene Unternehmensskandale hätten Spuren hinterlassen, wird Studienleiter Teodoro D. Cocca in einer Mitteilung zitiert.

In Schweizer Unternehmen investiert

Privatanleger in der Schweiz sind vorsichtiger geworden. Und sie kaufen vorzugsweise Aktien von Schweizer Unternehmen. Im Vergleich 2004 habe sich die Heimmarktorientierung nochmals deutlich akzentuiert, heisst es. Dies sei vor dem Hintergrund eines sich entwickelnden europäischen Kapitalmarktes erstaunlich.

Aus der Sicht der Autoren sind Schweizer Aktien aber kein Garant für Sicherheit und Kontrollierbarkeit. Wie das Jahr 2002 schmerzlich gezeigt habe, könnten auch schweizerische Blue-Chips innerhalb weniger Wochen mehr als die Hälfte ihres Wertes verlieren.

Wer investiert, ist zuversichtlich

Doch jene, die in Aktien investiert haben, glauben an ihr Glück. Die meisten Anleger sind überzeugt, den Aktienmarkt mit ihren eigenen Anlagen um 1,5 Prozent schlagen zu können. Dies zeuge doch von einem hohen Selbstvertrauen und sei ein untrügliches Zeichen von Überoptimismus. Das vergangene Anlagejahr scheine den Anlegern allerdings Recht zu geben: 85 Prozent der Anleger geben an, im Jahr 2005 einen Gewinn auf den Aktienanlagen erzielt zu haben, 2004 war es noch die Hälfte. Nur 7 Prozent räumten ein, einen Verlust erzielt zu haben. 2004 verloren 27 Prozent an der Börse.

Das Thema der Corporate Governance scheint aus Anlegersicht nicht mehr die gleiche Aufmerksamkeit zu geniessen wie noch vor wenigen Jahren. Die Anstrengungen der Unternehmen wie auch die wieder steigenden Aktienkurse dürften hier zu einer Besänftigung der Anleger geführt haben, wird Co-Autor und Instituts-Direktor Rudolf Volkart zitiert.

Alte Hasen bringen das Geld

Die momentane Hausse scheint nicht durch eine rasante Zunahme von Geldern neuer Investoren angeheizt zu werden, sondern durch Umschichtungen in den Portfolios langjähriger Investoren.

Der durchschnittliche Aktienanteil sei von 21 auf 25 Prozent erhöht worden. Das sei zwar teilweise durch Preissteigerungen der Aktien bedingt. Es deute aber auch auf eine Zunahme des Vertrauens derjenigen Akteure hin, die längerfristig im Börsenmarkt engagiert sind. Diese dürften sich auch in der Baisse-Phase nicht ganz aus dem Markt verabschiedet haben.

Nach Meinung der Studienverfasser ist die momentane Hausse daher wahrscheinlich eher durch eine Ausweitung der Aktienquote «alter» Investoren begründet als durch einen Zustrom «neuer» Investoren an die Börse.

(ht/sda)

 
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