Nutzer verzichten eher auf Sex als auf das Internet
publiziert: Montag, 15. Dez 2008 / 13:44 Uhr / aktualisiert: Montag, 15. Dez 2008 / 14:00 Uhr

Santa Clara - Das Internet ist heute aus dem Alltag der Menschen nicht mehr wegzudenken. Wie abhängig wir mittlerweile vom Web geworden sind, verdeutlicht eine aktuelle Untersuchung, die der Chiphersteller Intel gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Harris Interactive durchgeführt hat.

Vor allem junge männliche Internet-Nutzer sind gefährdet.
Vor allem junge männliche Internet-Nutzer sind gefährdet.
8 Meldungen im Zusammenhang
Diese kam zu dem überraschenden Ergebnis, dass 46 Prozent der Frauen und 30 Prozent der Männer sogar lieber zwei Wochen lang auf sexuelle Handlungen verzichten würden als auf ihren geliebten Online-Zugang.

Die Befragung von insgesamt 2119 Erwachsenen zeigt eindeutig, dass das Netz heute auf der Prioritätenliste ganz oben zu finden ist. Diese würden in finanziellen Notlagen eher auf andere Ausgaben wie Kabelfernsehen, Restaurant-Besuche, neue Kleidung oder die Jahreskarte im Fitnessstudio verzichten als auf das Internet.

Vorsicht bei dem Wort «Sucht»

«Im Internetzeitalter ist es für einen Grossteil der Menschen normal geworden, eine zunehmende Zeit online zu verbringen», erklärt Ralf Demmel, Privatdozent am Institut für Psychologische Diagnostik und Klinische Psychologie der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster.

Dass die Abhängigkeit vom neuen Medium aber auch eine Schattenseite habe, zeige die zunehmende Zahl der Onlinesüchtigen. «Was den Gebrauch des Begriffs 'Sucht' betrifft, würde ich in diesem Zusammenhang vorsichtig sein. Wir wissen hierüber noch recht wenig und haben keine zuverlässigen Daten über Langzeitauswirkungen vorliegen», fasst Demmel zusammen.

Neues Phänomen der Rollenspielsucht

Online-Rollenspielsucht etwa sei ein völlig neues Phänomen, das noch weitgehend unerforscht sei. «Fest steht, dass einige Bevölkerungsschichten in dieser Hinsicht stärker gefährdet sind, abhängig zu werden, als andere. Am stärksten bedroht sind vor allem jüngere männliche Nutzer», merkt Demmel an.

Um sicherzustellen, dass man nicht selbst Gefahr läuft, eine Internetsucht zu entwickeln, sollten Web-User vor allem auf bestimmte Alarmsignale achten. «Ein wesentlicher Faktor in diesem Zusammenhang ist natürlich die Zeitspanne, die der Betroffene pro Tag im Netz verbringt. Wird so viel Zeit im Web verbracht, dass die eigene Lebensführung dadurch nicht mehr fortgesetzt werden kann und andere Dinge wie Schule, Beruf, Ernährung oder Bewegung vernachlässigt werden, ist es Zeit, die Notbremse zu ziehen», rät Demmel.

Zumeist sei es schon ein deutliches Warnsignal, wenn jemand unruhig oder aggressiv wird, falls ihm der Entzug des Internets angedroht wird. «Es ist zudem wichtig zu wissen, dass die Umwelt ein derartiges Suchtproblem sicher früher erkennt als der Betroffene selbst», so Demmel abschliessend.

(tri/pte)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Provo/Wien - Online-Rollenspiele ... mehr lesen
Spieler-Mann: Streit in der Beziehung oft vorprogrammiert
Ach... nicht schon wieder!
Berlin - Zu häufiges Liebesgeflüster ... mehr lesen
Peking - Die Internetsucht ist bei ... mehr lesen
Viele Chinesen sind Internetsüchtig.
Wien - Die gegenwärtige Finanzkrise ... mehr lesen 3
Schön und günstig.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Kristof Fahy, Vice President Marketing, Yahoo! Europe: «Wir verlassen uns darauf, im Internet alle relevanten Informationen zu finden.»
München - Für uns alle gehört das ... mehr lesen
Bern - Rund 70'000 Personen sollen ... mehr lesen
Bei Internet-Entzug reagieren die Betroffenen mit Nervosität und Aggression.
Internet-Süchtige können auch unterwegs nie auf die tägliche Dosis verzichten.
Die Ärzte sahen bei Patienten ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Einschulung.
Einschulung.
Publinews    Wenn man von optimaler Begleitung von Schulkindern spricht, denken wohl die wenigsten Menschen an einen Schulthek. Der Inbegriff der Begleitung liegt immer noch im Mutter- oder Vaterbegriff begraben. mehr lesen  
Trends für 2019  Geht es um Trends der digitalen Devisen für 2019, rangiert der Bitcoin ganz vorn. Auch Ethereum, Bitcoin Cash und Ripple stehen hoch ... mehr lesen
Hohes Verlustrisiko aufgrund der hohen Volatilität.
Reaktionäre Kräfte schliessen sich für das Referendum zusammen, mit dabei auch EDU-Präsident Hans Moser.
Reaktionär  Bern - Gegen die geplante Stiefkindadoption für Homosexuelle regt sich Widerstand. Sollte das Parlament das neue Adoptionsrecht in der vorliegenden Form verabschieden, ... mehr lesen   3
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 2°C 5°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Basel 5°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
St. Gallen 1°C 3°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Bern 3°C 5°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Luzern 2°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
Genf 4°C 6°C wechselnd bewölkt, Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt, Regen wolkig, aber kaum Regen
Lugano 2°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen wolkig, aber kaum Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten