OL erhält mehr Geld, Leichtathletik weniger
publiziert: Dienstag, 8. Mrz 2005 / 14:25 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 8. Mrz 2005 / 15:35 Uhr

Die WM-Triumphe der Orientierungsläuferin Simone Niggli-Luder und das miserable Abschneiden der Schweizer Leichtathleten bei den Olympischen Spielen 2004 wirken sich in Zukunft direkt auf die Unterstützungsgelder für diese Sportarten aus.

Der Fechtsport bleibt trotz des Olympiasiegs von Marcel Fischer in der Förderkategorie 2.
Der Fechtsport bleibt trotz des Olympiasiegs von Marcel Fischer in der Förderkategorie 2.
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OL wurde dank der WM-Erfolge in den beiden letzten Jahren von Swiss Olympic als erste nichtolympische Sportart in die höchste Förderkategorie eingestuft; die Leichtathletik gehört zusammen mit dem Schwimmsport und dem Rudern zu den Absteigern in die 2. Stufe. Der Fechtsport blieb trotz dem Olympiasieg von Marcel Fischer in der Kategorie 2 stecken.

Vorbehältlich Verbandsaufwand und -abrechnung wird der OL-Verband in den nächsten Jahren rund 50 000 Franken mehr von Swiss Olympic erhalten, während die Unterstützung des Leichtathletik-Verbands um rund 150 000 Franken zurückgehen dürfte.

Aufsteiger in Kategorie 1

Weitere Aufsteiger in die Kategorie 1 neben OL sind Beachvolleyball, Triathlon und das Kunstturnen der Männer, die alle bei den Spielen in Athen Erfolge verzeichneten. Die Stufe 1 umfasst neu 11 Sportarten (bisher 10), die Stufe 2 deren 23 (bisher 21). In Stufe 3 werden 22 Sportarten erfasst (bisher 26), in Stufe 4 deren 40 (bisher 31), und 20 (bisher 14) Sportarten blieben ohne Einstufung.

Neu bewertet im Vierjahresturnus wurden von Swiss Olympic nach zuvor erstellten Kriterien und nach Gesprächen mit den Verbänden diesmal nur die Sommersportarten. "Die Wintersportarten werden wir nach den Olympischen Spielen 2006 in Turin wieder beurteilen", sagte Werner Augsburger, Cheftechniker von Swiss Olympic und Missionschef an den Spielen von Athen und Turin.

Beurteilung

Zur Beurteilung der Sportarten wurden die Leistungen der Athleten (Olympia, WM, EM, maximal 15 Punkte), die Nachwuchsarbeit (10 Punkte), die Bedeutung der Sportart (8 Punkte) sowie die Qualität der Verbands-Administration (3 Punkte) herangezogen. Maximal waren 36 Punkte zu erringen. Für die Einstufung 1 waren mindestens 26 Zähler notwendig, für die Einstufung 2 mindestens 20. Bei den Mannschaftssportarten wurde das Bewertungssystem angepasst. Stärker gewichtet als früher wird die Nachwuchsarbeit der Verbände.

Auffallend ist jedoch, dass dem Renommée, der Bedeutung einer Sportart auf weltweiter Ebene (zu) wenig Rechnung getragen wird; die internationalen TV-Zahlen etwa werden nicht zur Kenntnis genommen. Das wirkt sich hauptsächlich auf die Leichtathletik, in vermindertem Mass auch auf das Schwimmen, negativ aus.

Zurückstufung mit einem Jahr Verzögerung

Auf- und Abstieg von der ersten in die zweite Kategorie sind mit 10 bis 15 Prozent höheren oder tieferen finanziellen Zuwendungen von Swiss Olympic, der Dachorganisation des Schweizer Sports, verbunden. Immerhin wird die Zurückstufung bei den Verbänden finanziell erst mit einem Jahr Verzögerung wirksam. "Dadurch schützen wir die Verbände. Sie haben ein Jahr Zeit, sich auf die neue Ausgangslage einzustellen", erklärte Augsburger.

Insgesamt stehen Swiss Olympic 14,28 Millionen Franken zur Verteilung zur Verfügung. 75 Prozent dieser Fördergelder fliessen in die Einstufungen 1 und 2, 15 Prozent in die Kategorie 3 und 10 Prozent in die Stufe 4 und in die nichteingestufen Verbände.

Die Einteilung der Sportarten*

Einstufung 1 (total 11 Sportarten, vorher 10).
Bisher: Springreiten, Rad MTB, Rad Strasse, Tennis, Schiessen OS-Disziplinen; Winter: Curling, Ski alpin. -- Aufgestiegen: Beachvolleyball, Triathlon, Turnen Männer, Orientierungslauf.

Einstufung 2 (23/21).
Bisher: Fechten, Fussball Männer, Handball Männer, Judo, Kanu-Slalom, Landhockey Männer, Reiten Dressur, Ringen, Segeln, Unihockey Männer, Unihockey Frauen; Winter: Bob, Eishockey Männer, Ski Freestyle, Skilanglauf, Ski Nordische Kombination, Skispringen, Snowboard. -- Aufgestiegen: Rad Bahn, Sportklettern. -- Abgestiegen: Leichtathletik, Rudern, Schwimmen.

Einstufung 3 (22/26).
Bisher: Fallschirmspringen, Badminton, Hängegleiten Gleitschirm, Karate, Moderner Fünfkampf, Reiten Concours complet (ex Military), Pferdesport Fahren, Rad Saalsport, Rollhockey, Squash, Synchronschwimmen, Tauziehen, Trampolin, Wasserski; Winter: Eiskunstlauf, Skeleton. -- Aufgestiegen: Kanu Wildwasser, Fussball Frauen, Rad Trial, Turnen Frauen, Rhythmische Gymnastik. -- Abgestiegen: Kanu Regatta.

Einstufung 4 (40/31).
Bisher: Ballonfahren, Armbrustschiessen, Basketball Frauen, Basketball Männer, Casting, Duathlon, Golf, Grasski, Minigolf, Reiten Endurance (Distanzreiten), Rollsport, Schiessen 300 m, Schiessen dynamisch, Taekwondo, Faustball; Winter: Biathlon, Eishockey Frauen, Eisschnelllauf, Eisstockschiessen, Ski-OL, Rad Quer, Schlitteln, Short Track, Snow Bike, Wintertriathlon. -- Aufgestiegen: Billard, Boxen, Handball Frauen, Landhockey Frauen, Rad BMX, Schach. -- Abgestiegen: Segelfliegen, Motorrad Geländesport, Reiten Voltige, Tanzsport, Tischtennis, Volleyball Männer, Volleyball Frauen, Wasserball Männer, Wasserspringen.

Ohne Einstufung (20/14).
Bisher: American Football, Base- und Softball, Boccia, Boules, Pétanque, Rugby, Sportkegeln, Twirling, Unterwassersport. -- Neu: Hängegleiten Delta, Hornussen, JiuJitsu, Kanu Freestyle, Kanu Polo, Schiessen Clay Shooting, Streethockey, Wasserball Frauen. -- Abgestiegen: Motorflug, Bogenschiessen, Gewichtheben.

* = alle Wintersportarten unverändert

(Peter A. Frei, Bern/Si)

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