Obama nennt Anschlag von Boston Terrorakt
Obama bezeichnet Bombenanschlag von Boston als Terrorakt
publiziert: Dienstag, 16. Apr 2013 / 20:19 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Apr 2013 / 00:13 Uhr

Washington - US-Präsident Barack Obama hat den Bombenanschlag beim Bostoner Marathon als Terrorakt bezeichnet. «Jedes Mal, wenn Bomben benutzt werden, um unschuldige Zivilisten zu treffen, ist das ein Akt des Terrors», sagte Obama am Dienstag in Washington.

15 Meldungen im Zusammenhang
Die Umstände der «abscheulichen und feigen» Tat seien aber noch unklar. «Was wir nicht wissen ist, wer diese Attacke verübt hat und warum - ob sie von einer ausländischen oder inländischen Terrororganisation geplant und ausgeführt wurde oder ob es die Tat eines bösartigen Einzelnen war», sagte Obama.

Der Präsident erklärte, die Ermittlungen stünden erst am Anfang. Alles andere sei «Spekulation». «Es wird einige Zeit dauern, jedem Hinweis nachzugehen und festzustellen, was passiert ist», sagte er. «Aber wir werden das herausfinden. Wir werden herausfinden, wer unseren Bürgern Schaden zugefügt hat. Und wir werden sie zur Rechenschaft ziehen.»

Keine Hinweise auf Al-Kaida

Die US-Behörden haben nach Informationen des Nachrichtensenders CNN bisher keine Hinweise darauf, dass das Terrornetzwerk Al-Kaida oder eine andere ausländische Gruppe hinter dem Anschlag von Boston steckt. CNN berief sich bei seinen Informationen auf eine namentlich nicht genannte Quelle im Verteidigungsministerium.

CNN zufolge steckten die Bomben in Dampfkochtöpfen, die wiederum in Rucksäcken verstaut gewesen seien. Der Sender bezog sich dabei auf Ermittlerkreise. Demnach wurden die Explosionen wahrscheinlich durch Zeitzünder ausgelöst.

Drei Todesopfer

Am Montag hatte Obama das Wort Terrorismus noch vermieden. Bei der Explosion von zwei Bomben beim Boston-Marathon waren am Montagnachmittag drei Menschen getötet worden, 176 wurden verletzt.

Der Zielbereich des Bostoner Marathonlaufs war am Montag um 14.50 Uhr Ortszeit binnen 12 Sekunden von zwei Detonationen erschüttert worden. Neben den beiden detonierten Bomben wurden nach Angaben der Behörden keine weiteren Sprengsätze gefunden. Es war der schwerste Bombenanschlag in den USA seit den Al-Kaida-Angriffen vom 11. September 2001.

Kurz nach den Explosionen schalteten die Behörden vorübergehend das Mobilfunknetz in Boston ab, um mögliche Fernzündungen weiterer Sprengsätze zu verhindern. Auch der Luftraum über der Stadt wurde zwischenzeitlich gesperrt. In anderen grösseren US-Städten wurden die Sicherheitsvorkehrungen ebenfalls verstärkt.

Burkhalter verurteilt Anschlag

Bundesrat Didier Burkhalter sprach im Namen des Bundesrates den Opfern der Bombenanschläge am Marathon von Boston und ihren Angehörigen sein Mitgefühl aus. Die Bombenanschläge seien mit grösster Entschlossenheit zu verurteilen, sagte er im Nationalrat.

Es handle sich um Gewaltakte, die Unschuldige träfen und in keinster Weise zu rechtfertigen seien. Die Anschläge würden eine entschlossene internationale Haltung gegen Terrorismus fordern.

Das Eidg. Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) in Bern teilte mit, es seien nach bisheriger Kenntnis keine Schweizer Opfer des Bombenanschlages in Boston bekannt.

Die Anschläge lösten in vielen Ländern Fassungslosigkeit und eine Welle der Solidarität mit den USA aus. Staats- und Regierungschefs, Vertreter von EU, von UNO und Kirche, aber auch viele Schauspieler, Sänger und Sportler äusserten sich bestürzt über die Explosionen.

Ältester jährlicher Marathon

Der Boston-Marathon gehört zu den populärsten Rennen an der amerikanischen Ostküste. Am ältesten jährlichen Marathon der Neuzeit, der seit 1897 ausgetragen wird, nahmen am Montag mehr als 20'000 Läuferinnen und Läufer teil. Hunderttausende Zuschauer säumten die Strassen.

Die Organisatoren von Grossveranstaltungen wie den Marathons in London und Berlin, der Leichtathletik-WM in Moskau oder den Olympischen Spielen 2016 in Rio kündigten eine Überprüfung ihrer Sicherheitskonzepte an. Sowohl in London als auch in Hamburg sind für kommenden Sonntag Marathonläufe angesetzt, die wie geplant stattfinden sollen.

(fest/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Boston - Ein Jahr nach dem blutigen Terroranschlag auf den Marathonlauf ... mehr lesen 2
Drei Menschen starben und 264 wurden verletzt.
Bombenopfer Martin Richards: Nicht zu viel über ihn. Zu wenig über all die Anderen.
Etschmayer Nach dem Bombenanschlag von ... mehr lesen 1
Zum Anschlag in Boston bekannte sich niemand.
Bern - Beim Bombenanschlag in ... mehr lesen
Washington - Nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon verfolgen die Ermittler nach eigenen Angaben eine erste Spur. Auf Überwachungsvideos sei ein Verdächtiger identifiziert worden, hiess es. mehr lesen 
Weitere Artikel im Zusammenhang
Trotz der Bombenanschläge soll der Boston-Marathon auch im nächsten Jahr ... mehr lesen
Trotz des Bombenanschlags soll im nächsten Jahr in Boston erneut ein Marathon stattfinden. (Archivbild)
Kinderbuggy beim Zielgelände in Boston: zeigt alles, was zu zeigen ist.
Dschungelbuch Boston - eineinhalb Tage danach. ... mehr lesen
Obama wird am Donnerstag nach Boston reisen.
Washington - US-Präsident Barack ... mehr lesen 10
Die zwei Sprengstoffanschläge beim Boston-Marathon, bei welchen drei ... mehr lesen
Usain Bolt und andere Sportler twitterten ihre Trauer über den Anschlag.
Bilder, die die Welt bestürzen.
Berlin/Boston - Sekunden nach den ... mehr lesen
Bern - Nach dem Bombenanschlag auf den Boston-Marathon vom Montag liegen noch keine Informationen darüber vor, ob sich unter den mehr als 100 Verletzten auch Personen aus der Schweiz befinden. Die Detonation von zwei Sprengsätzen forderte mindestens drei Todesopfer. mehr lesen 
Washington - Nach den Anschlägen beim Marathon in der US-Ostküstenstadt Boston bleiben die Geschäftsstrassen in ... mehr lesen
Die erschreckenden Bilder danach.
Washington - Schwere Explosionen ... mehr lesen
traurig,
dass nicht zum ersten Mal ein Sportanlass Ziel eines Anschlags geworden ist. Aber offenbar noch nicht traurig genug für manche Sensationshungrigen, dass sich solche Meldungen über weitere Bomben und Todesopfer von Kindern, die nicht anwesend waren, verbreitet haben.
http://www.mimikama.at/allgemein/falschmeldung-zu-einem-angeblich-gett.../
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Über 500 Menschen waren an der Übung beteiligt.
Übung mit 500 Helfern  Mit einem simulierten Attentat im Stade de France ist am Dienstag ein Worst-Case-Szenario für die EM in Frankreich durchgespielt worden. mehr lesen 
Keine unabhängigen Informationen  Beirut - Die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat ihre Offensive im Norden Syriens am Dienstag fortgesetzt. ... mehr lesen   1
Idlib wurde mindestens sieben Mal aus der Luft angegriffen.
Der deutsche Bundespräsident Joachim Gauck nahm an der Gedenkfeier teil.
Erster Weltkrieg  Hamburg - Zum 100. Jahrestag der Skagerrak-Schlacht haben Deutschland und Grossbritannien am Dienstag gemeinsam der tausenden Toten des grössten Seegefechts der Geschichte ... mehr lesen  
NATO-Generalsekretär hält Rede in Warschau  Warschau - NATO-Generalsekretär Stoltenberg sieht das Bündnis wenige Wochen vor dem Warschauer Gipfel vor grossen Herausforderungen. Einen neuen ... mehr lesen   1
Die NATO sei weiterhin an einem Dialog mit Russland interessiert.
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 10°C 17°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Gewitter mit Schneeregen
Basel 11°C 18°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen starker Schneeregen
St. Gallen 10°C 15°C wolkig, aber kaum Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewittrige Schneeschauer
Bern 9°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen Schneeschauer
Luzern 13°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen gewittrige Schneeschauer
Genf 4°C 18°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen starker Schneeregen
Lugano 7°C 18°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bedeckt freundlich
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten