Obama bleiben weniger als zwei Wochen, um das Ruder nochmals herumzureissen
publiziert: Freitag, 26. Okt 2012 / 12:47 Uhr
Romney hat es geschafft, Obamas Chancen auf eine Wiederwahl zu schmälern.
Romney hat es geschafft, Obamas Chancen auf eine Wiederwahl zu schmälern.

Präsident Barack Obama wirft Mitt Romney politischen Wankelmut vor und hat den Zustand seines Herausforderers als «Romnesie» bezeichnet. Doch nicht nur die Versprechen des Republikaners haben sich gewandelt, auch die Umfragewerte sehen anders aus als vor ein paar Monaten. Obama hat Schwierigkeiten, seinen einstigen Vorsprung zu halten.

4 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

CNN Election Center
America's Choise 2012
edition.cnn.com/ELECTION/2012/

SHOPPINGShopping
Barack ObamaBarack Obama
«Mich anzugreifen, ist keine Strategie», sagte Romney diese Woche während des dritten und letzten TV-Duells vor der Wahl am 6. November.

Eine ganz neue Situation hat sich ergeben: Nachdem Romney in den Umfragen wochenlang hinter Obama lag, führt er nun, weniger als zwei Wochen vor der Wahl, oder liegt mit dem Präsidenten gleichauf.

Sieht man sich die Sache genauer an, wird das Bild zwar komplizierter, aber doch nicht unbedingt beruhigender für Obama. Die Ergebnisse der Präsidentschaftswahl in Amerika setzen sich aus dem Mehrheitswahlrecht und nicht aus der Summe aller Stimmen zusammen. Abhängig von Grösse und Bevölkerungszahl entsenden die Bundesstaaten eine bestimmte Anzahl an Wahlmännern, die schliesslich den Präsidenten bestimmen. Der Fokus richtet sich daher vor allem auf das Abstimmungsergebnis in den einzelnen Staaten.

Neuesten Umfragen zufolge liegt Obama in Ohio, dem wohl wichtigsten Staat unter den Swing States, vorne. Laut jüngster Schätzungen von CNN führt Romney allerdings in North Carolina mit einem kleinen sowie in Indiana und Missouri mit deutlichem Vorsprung. All diese drei Staaten gehören zu den wichtigen und hart umkämpften Swing States.

Obama weiss, dass in den letzten Tagen noch viel passieren kann und startete daher seinen Endspurt, der eher einem Marathon gleicht: eine Wahlkampftour durch acht Bundesstaaten in 48 Stunden.

Hochrechnungen von CNN zufolge sollte der Präsident an Bord der Air Force One diese Woche etwa 10'000 Kilometer in zwei Tagen zurücklegen, mit Zwischenstopps in einigen ausgewählten und wahlentscheidenden Staaten.

Doch auch Romney hat sich in den letzten Wochen gewandelt, und das mag den Präsidenten sehr überrascht haben.

Die Reihe von Patzern, die Romneys Wahlkampf über Wochen begleitet hatten, riss plötzlich ab. Der Kandidat der Republikaner wurde zudem von den meisten als redegewandt und überzeugend wahrgenommen, als er sein bislang grösstes Publikum ansprach: Millionen Fernsehzuschauer, die sich seine drei TV-Duelle mit Obama ansahen.

Nachdem er mit einem überzeugenden und souveränen Auftritt bei der ersten Debatte überrascht hatte und danach einen Höhenflug in den Umfragen erlebte, verwandelte sich Romney bei dem letzten TV-Duell mit Obama in eine wesentlich ruhigere und versöhnlichere Figur.

Er sagte, er stimme mit dem Präsidenten in einigen Punkten überein und bedachte bei der Formulierung seiner politischen Ziele auch die Interessen der traditionell nicht republikanisch wählenden Bürger. So wies Romney zum Beispiel zurück, Steuern für die Reichen kürzen oder das Leben der amerikanischen Streitkräfte bei Konflikten ausserhalb des Landes riskieren zu wollen − selbst in Ländern wie Syrien oder Iran, obwohl er den Präsidenten lange Zeit vorgeworfen hatte, zu unentschlossen zu reagieren oder gänzlich untätig zu sein.

Obama kritisierte indes einige politische Ziele seines Herausforderers, von denen Romney wiederum behauptete, er hätte sie nie formuliert.

«Er verändert seinen Standpunkt schnell. Heute so, morgen so», sagte Obama. «Wir müssen einen Namen finden für diesen Zustand, den er durchmacht. Ich glaube, er wird 'Romnesie' genannt.»

Auch Obama hat seit seinem Wahlkampf im Jahr 2008 politische Vorhaben geändert oder Versprechen gebrochen. Angefangen von der Schliessung des US-Gefängnisses auf Guantanamo Bay bis hin zu einer weitreichenden Reform des amerikanischen Einwanderungsgesetzes. (Keines der beiden Ziele hat er erreicht.) Politiker handeln oft vorhersehbar und Meinungswechsel gehören zur Politik. Doch eine Sache ist anders: Romney hat es geschafft, Obamas Chancen auf eine Wiederwahl zu schmälern. Dem amtierenden Präsidenten bleiben weniger als zwei Wochen, um das Ruder nochmals herumzureissen.

Jonathan Mann
Dieser Text stammt von Jonathan Mann, Moderator und Journalist bei CNN International. Seine Kolumne steht in der Schweiz exklusiv für news.ch zur Verfügung. Mehr über das US-Wahljahr 2012 unter http://edition.cnn.com/ELECTION/2012.
 

(Kolumne von Jonathan Mann/CNN-News)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Green Bay - US-Präsident Barack Obama belebt im Wahlkampf-Endspurt einen seiner erfolgreichen Slogans von 2008 ... mehr lesen
«Ich weiss wie Wandel aussieht ...» (Archivbild)
Manche Bundesstaaten sind entscheidender.
Washington - Eine Umfrage des TV-Senders CNN gibt US-Präsident Barack ... mehr lesen
Washington - Weniger als zwei Wochen vor der Wahl kämpfen US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney ... mehr lesen
Barack Obama (l.) und Mitt Romney liefern sich Gespräche mit scharfer Wortwahl.
Die entscheidenden Stimmen müssen jetzt abgeholt werden.
Dayton - Einen Tag nach ihrer dritten und letzten TV-Debatte haben sich ... mehr lesen

Barack Obama

Maske, DVD, Poster und Headknocker vom 44. Präsidenten der USA
DVD - Geschichte
BY THE PEOPLE - DIE WAHL DES BARACK OBAMA (OMU) - DVD - Geschichte
Regisseur: Amy Rice, Alicia Sams - Actors: Barack Obama - Genre/Thema: ...
21.-
DVD - Biographie / Portrait
BARACK OBAMA - EIN SUPERSTAR AUF DEN SPUREN ... - DVD - Biographie / Portrait
Regisseur: Bob Hercules, Keith Walker - Actors: Barack Obama - Genre/T ...
26.-
Nach weiteren Produkten zu "Barack Obama" suchen
Senatorin Dianne Feinstein will Klarheit schaffen.
Senatorin Dianne Feinstein will Klarheit ...
US-Politiker empört  Was vielen Leuten weltweit bereits seit Monaten die Zornesröte ins Gesicht treibt, verärgert nun auch einflussreiche Politiker Washingtons: Womöglich wurden auch sie von Vater Staat ausgespäht. 
Jan Brewer: «Religionsfreiheit ist ein Grundwert in Amerika und Arizona.»
Wandel in der Gesellschaft?  Denkt man an den US-Bundesstaat Arizona, hat man eigentlich Bilder von Cowboys, Viehherden und Kakteen im Kopf. Letzte Woche war der ...  
Erst der Papa, dann der Bruder  Und wie steht es mit dem Rest der Welt? «Ich möchte diese Entscheidung auf den richtigen Moment vertagen. Doch es ist sicher, ...
John Ellis «Jeb» Bush.
Titel Forum Teaser
  • zombie1969 aus Frauenfeld 2541
    Einige... Fehlbewertungen dieses Krimkonfliktes kommen anscheinend daher, dass ... Mi, 12.03.14 22:16
  • lector aus Winterthur 62
    Pervers Während wichtige und nützliche, staats-erhaltende Beamte um Ihre ... Fr, 04.10.13 21:36
  • HeinrichFrei aus Zürich 347
    Schweizer sind gegenüber den USA sehr misstrauisch Der US-Kongress hat nach den Attacken von 9/11, vom 11. September 2001, ... Fr, 14.06.13 15:33
  • JasonBond aus Strengelbach 4114
    Palin reloaded Unfassbar wie dumm die Reps offenbar geworden sind. Hat man nichts ... Fr, 17.08.12 16:17
  • Menschenrechte aus Bern 112
    Romney why dont you go home and stay there. All you have is Money, but no ... Di, 24.07.12 17:15
  • Kassandra aus Frauenfeld 1032
    Ob er das wirklich selbst glaubt? Sehen wir uns mal die Lage an. Die Reichen haben noch nie in der ... Mo, 16.07.12 13:36
  • JasonBond aus Strengelbach 4114
    Mitt Romney for President Mitt Romney hätte schon vor vier Jahren Präsident werden sollen, dann ... Fr, 13.07.12 14:09
  • JasonBond aus Strengelbach 4114
    ...was gut aufzeigt was Republikaner für gequirlte Schei**e reden wenn der Tag lang ... Mo, 25.06.12 14:00
Neues aus dem Hause Obamas. (Symbolbild)
Whitehouse Hackerattacke auf Computer des Weissen Hauses? Washington - Das Weisse Haus ist vermutlich ...
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
FR SA SO MO DI MI
Zürich 8°C 14°C sonnig und wolkenlos leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Basel 4°C 14°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
St.Gallen 4°C 12°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Bern 3°C 15°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Luzern 6°C 15°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
Genf 5°C 16°C sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos sonnig und wolkenlos
Lugano 7°C 16°C leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig leicht bewölkt, ueberwiegend sonnig
mehr Wetter von über 6000 Orten