Kongress soll es absegnen
Obama entscheidet sich für Militärschlag in Syrien
publiziert: Samstag, 31. Aug 2013 / 21:57 Uhr
Barack Obama ist nach eigener Aussage bereit, den Befehl zu geben.
Barack Obama ist nach eigener Aussage bereit, den Befehl zu geben.

Washington - US-Präsident Barack Obama will sich den geplanten Militärschlag gegen das syrische Regime vom Kongress absegnen lassen. Nach seiner Überzeugung sollten die USA einen Angriff führen, um auf einen Giftgas-Einsatz des Regimes mit mehr als 1400 Toten zu reagieren.

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«Ich bin bereit, den Befehl zu geben», erklärte Obama am Samstag im Rosengarten des Weissen Hauses in Washington. Die USA seien aber stärker, wenn die Entscheidung vom Kongress getragen werde. Deshalb bitte er um dessen «Autorisierung».

Zum Zeitpunkt eines Angriffs sagte Obama, dieser könne in einigen Tagen, aber auch erst in einem Monat stattfinden. Er betonte, das Regime von Machthaber Baschar al-Assad habe am 21. August einen Giftgasangriff gegen sein eigenes Volk unternommen. Darauf müssten die USA reagieren.

Kongress muss zuerst zustimmen

Er werde mit einem Militärschlag aber warten, bis der Kongress aus der Sommerpause zurückgekehrt sei und seine Zustimmung gegeben habe, sagte Obama. Der Vorsitzende des Repräsentantenhauses, John Boehner, teilte anschliessend mit, dass die Debatten zu Syrien am 9. September beginnen würden.

Obama äusserte sich nicht auf eine Journalisten-Frage, was er im Falle eines Neins des Kongresses tun werde. Vor dem Weissen Haus demonstrierten mehrere hundert Menschen gegen einen Militäreinsatz.

Putin fordert Giftgas-Beweise

Der russische Präsident Wladimir Putin nannte die Anschuldigungen der USA dagegen «absoluten Unfug» und forderte Washington auf, die Giftgas-Vorwürfe mit konkreten Beweisen zu belegen. Die USA sollten ihre Giftgas-Beweise unverzüglich den UNO-Inspektoren und dem UNO-Sicherheitsrat vorlegen.

«Wenn sie keine vorzeigen, heisst das, sie haben keine», sagte Putin. Kein Land dürfe einen souveränen Staat auf der Grundlage abgehörter Telefongespräche angreifen, «die nichts belegen», unterstrich der Kremlchef.

Flucht vor bevorstehendem Militärschlag

In Syrien griff nach der Abreise der UNO-Chemiewaffenexperten die Furcht vor einem baldigen Militärschlag um sich. Zahlreiche Flüchtlinge überquerten die Grenze zum Libanon - unter ihnen auch viele Unterstützer der Regierung von Präsident Baschar al-Assad.

Die UNO-Inspektoren trafen am Samstag in den Niederlanden ein. Ihre Proben werden laut einem Sprecher der in Den Haag ansässigen Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OVCW) nun «in ein halbes Dutzend Labors in der Welt gebracht». Laut OVCW-Sprecher Michael Luhan werden die Untersuchungen «mindestens zwei Wochen» in Anspruch nehmen.

Armee-Einheiten in Wohngebiete verlegt

Das syrische Regime treibt indes seine Vorbereitungen auf einen westlichen Angriff weiter voran: Die Armee verlegte Einheiten in Wohngebiete der Hauptstadt Damaskus. Ausserdem hätten regimetreue Soldaten Ausrüstung in Wohngebäude, Schulen und Studentenwohnheime geschafft, sagten Einwohner. Eine Moschee im Viertel Al-Mezzeh sei in eine Art Kaserne verwandelt worden.

Das Regime wies die Giftgas-Vorwürfe der USA erneut als haltlose Lügen zurück. Diese basierten auf erfundenen Berichten von Rebellen, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Aussenministerium in Damaskus.

(bg/sda)

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Woher kommt das Sarin?
Ich denke, dass die Rebellen von den USA mit Sarin beliefert wurden.

Im Irak wurde ja behauptet, dass chemische Kampfstoffe produziert werden. Jetzt hat man offensichtlich aus diesem Fehler gelernt.

Profitieren tut von diesem ganzen Schlamassel nur Israel und die USA.

Gestern hat ein syrischer Politiker auf euronews gesprochen. Er hat gesagt, dass man ein paar Terroristen in der Türkei Terroristen (nicht Rebellen) gefangen genommen hat, die Mittel bei sich gehabt haben um Giftgas zu produzieren. Mal schauen ob ich auf ixquick.com was finde.

http://www.augsburger-allgemeine.de/panorama/Al-Kaida-plante-offenbar-...

Hahahaha, dies ist jetzt aber ein lustiger Bericht. Warum sollten die Terroristen, die angreifen, von denen sie ja unterstützt werden. Ich glaube von dem was ich gelesen habe genau das Gegenteil.

http://alles-schallundrauch.blogspot.ch/2013/05/terroristen-der-cia-mi...

Nochmals an die Forumsteilnehmer, wie kam der Dschihad nach Europa? Wer hat die islamisten in Bosnien unterstützt.

Man kann nicht gegen die islamistischen Fanatiker sein und die Terroristen in Syrien unterstützen.
Der Bauch sagt "JA" sofort und es hätte ...
... schon lange geschehen sollen, dass Assad seine Armee nicht derart unkontrolliert auf seine eigenen Landsleute hätte losschicken dürfen!

NUR, wer hätte da dem - offenbar - Bruder von Assad befehlen können, dass er nichts derartiges unternehmen dürfe - mit Giftgas ...?

NATÜRLICH: Die UNO, die EU, auch und gerade Russland, der PUTIN .... hätten ...!

Sicher, aber diese scheuten und scheuen sich - vielleicht zu Recht .... vielleicht .... nicht!
Das Ergebenis des Nichts- oder zumindest nur Zögerlich-Tuns sind tausende von zusätzlichen wohl meist nichtsahnenden, nun vergifteten, toten Menschen! Ist NUR Assad alleine daran schuld?
Oder vielleicht sogar massgeblich Russland, das sich "nicht einmischen" will?

Schaurig grausam, was da jetzt wieder geschieht! Da bleibt uns, momentan nur ... was bleibt uns da? Beten? Ja, vermutlich schon - wer das kann...!
Die Moral und ihr Tribut
Aus moralischen Gründen will man den Bösewicht in Syrien, der (angeblich) seine eigene Bevölkerung vergiftet hat, bestrafen. Eine Bestrafung des Regimes ist aber mit unabsehbaren „Kollateralschäden", sprich toten Zivilisten verbunden, wie man aus vergangenen Aktionen in der Region weiss und von der gegenwärtigen Entwicklung ablesen kann. Ein Grund für eine Strafaktion liegt zudem nicht vor, solange keine öffentlich überprüfbaren Beweise vorliegen. Die „Moral" wird einen hohen Tribut fordern: Dummheit oder Kalkül?
Es ist Krieg, die Aktionäre der Todesfabriken jubeln
Kriege lassen Rüstungskonzerne „gesunden“, lassen Aktienkurse der Todesindustrie steigen.

Die Aussicht Syrien zu bombardieren - oder irgendein anderes Land - ist auch ein Geschäft. Bomben, Granaten und Raketen, die jetzt dann vielleicht auf Damaskus herunter regnen werden, sind „gesund“ für den militärisch-industriellen Komplex. Transnationale Konzerne und internationale Banken erzielen bei Kriegen, bei diesen tödlichen Schachspielen, „schöne“ Gewinne. Wer daran zweifelt, soll die Kursentwicklung von Rüstungsfirmen in der letzten Zeit verfolgen, zum Beispiel von Raytheon und Lockheed Martin. Raytheon ist ein amerikanischer Rüstungskonzern, der 2011 Kriegsmaterial für 22 Milliarden US-Dollar verkauft hat. Raytheon steht mit seiner Kriegsproduktion laut dem Stockholm Peace Research Institute, SIPRI, an der fünften Stelle auf diesem Planeten. Der US-Konzern Lockheed Martin brachte 2011 sogar Kriegsgerät für 36 Milliarden US-Dollar in Umlauf. Lockheed Martin ist der grösste Rüstungskonzern dieser Welt. Kriege, und schon nur die Ankündigung von Kriegen, lassen die Aktienkurse der Rüstungsindustrie rasant steigen. Es werden jeweils „Bombengeschäfte“ erwartet. - Banken finanzierten schon den Krieg gegen Napoleon. - Der Aktienkurs von Lockheed Martin lag im April 2013 bei 95, gegen Ende August schon bei 125. Der Aktienkurs dieses Rüstungskonzerns erreichte damit gegen Ende August 2013 seinen Höhepunkt, weil der Krieg gegen Syrien vor der Türe stand. Der Aktienkurs Raytheons lag am 1. Juli 2013 noch bei 66 und Ende Augst schon bei 76. Der Aktienkurs erreichte gegen Ende August seinen Jahresshöchststand, als die USA drohten Syrien anzugreifen. - Es ist Krieg, die Aktionäre der Todesfabriken jubeln.
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