Aufstand gegen Gaddafi
Obama fordert Ende der Gewalt aber keine Sanktionen
publiziert: Donnerstag, 24. Feb 2011 / 07:20 Uhr / aktualisiert: Freitag, 8. Apr 2011 / 13:46 Uhr
Barack Obama forderte keinen Rücktritt von Gaddafi.
Barack Obama forderte keinen Rücktritt von Gaddafi.

Washington - Angesichts der vielen Opfer beim Aufstand gegen das Regime von Libyens Machthaber Muammar al-Gaddafi wächst die Empörung. Zu Sanktionen gegen das nordafrikanische Land kann sich die internationale Gemeinschaft aber nicht durchringen.

5 Meldungen im Zusammenhang
So verurteilte US-Präsident Barack Obama in seiner ersten öffentlichen Stellungsnahme am Mittwochabend zwar die Gewalt gegen Demonstranten aufs Schärfste: «Diese Gewalt verletzt internationale Normen und jedes normale Mass an Anstand. Diese Gewalt muss aufhören», sagte er in Washington.

Einen Rücktritt Gaddafis forderte Obama allerdings wie zuvor schon Aussenministerin Hillary Clinton nicht ausdrücklich. Auch das Wort Sanktionen nahm der Präsident nicht in den Mund.

Die USA würden alle zur Verfügung stehenden Optionen gegen Libyen prüfen. «Es ist zwingend notwendig, dass die Nationen und Völker der Welt mit einer Stimme sprechen», sagte Obama. Ausdrücklich verwies er auf den UNO-Sicherheitsrat.

Gemeinsame Untätigkeit

«Alles ist auf dem Tisch, wir werden uns alle möglichen Optionen anschauen», hatte Clinton kurz zuvor gesagt. «Dies ist der Augenblick, in dem die internationale Gemeinschaft gemeinsam handeln muss.»

Auch der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle forderte bei einem Besuch in Kairo ein geschlossenes Vorgehen der Europäischen Union gegen Libyen.

Diese kann sich aber ebenfalls nicht zu Sanktionen gegen Gaddafi durchringen. Italien blockiert anscheinend die Vorstösse von Deutschland und Frankreich - zu gross ist die Angst vor einem neuen Flüchtlingsstrom.

Nach den blutigen Kämpfen in Libyen mit bis zu 1000 Toten befürchtet die Regierung in Rom einen Exodus zehntausender Migranten aus Libyen und anderen afrikanischen Staaten.

Internationales Gericht?

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon kündigte an, wenigstens dafür sorgen zu wollen, dass die Verantwortlichen vor ein internationales Gericht kommen. Alle, «die das brutale Blutvergiessen an Unschuldigen (in Libyen anordnen), müssen bestraft werden», sagte Ban vor Journalisten in New York.

Seine Völkermordexperten beurteilten die Attacken auf Zivilisten als schwerste Verstösse gegen die Menschenrechte. Die internationale Gemeinschaft sollte in dieser kritischen Zeit Einheit bewahren und gemeinsam handeln, «um einen schnellen und friedlichen Übergang in Libyen zu ermöglichen», sagte Ban.

 

(fkl/sda)

Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von 4 Leserinnen und Lesern kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Genf - Die internationale ... mehr lesen
Catherine Ashton will Druck auf die libysche Führung ausüben.
Muammar al-Gaddafi bei seinem letzten Auftritt aum libyschen Fernsehen.
Ras Dschir/Washington - Gegner ... mehr lesen 1
Ras Dschir/Washington - Die radikal-islamische Al-Kaida hat sich hinter den ... mehr lesen
Demonstranten in Tripolis.
Die Stadt Benghazi im Osten gilt bereits als befreit.
Der libysche Staatschef Muammar ... mehr lesen 3
Die Berichte von libyschen Flüchtlingen bringen grausames ans Tageslicht. Gaddafis Söldner hätten grausam gewütet und Ausländer quer durch die Städte gejagt, sie regelrecht hingerichtet und Frauen vergewaltigt, so der «Spiegel» anhand von Augenzeugenberichten. Berlin hat dem Gaddafi-Regime derweil die Legitimation abgesprochen. Die EU stoppte die Waffenexporte. mehr lesen 
Eine langsame
und zahllose Botschaft. Mehr kann man leider nicht erwarten.

Am meisten Angst dürfte der Westen davor haben, dass ganz "Irak"-like die Erdölstandorte angezündet werden.

Wer wird eigentlich die Ölfirmen "übernehmen" wenn das Regime weg ist? Wird es von Frankreich anektiert oder was? Da bin ich schon mal sehr gespannt.

Libyen ist ein ganz übles Beispiel wie man es nicht machen darf. Einen verrückten Diktator jahrzehntelang dulden und mit seinem Land Milliardengeschäfte machen.
Der Untergang Libyen wird noch einige westliche Konzerne mit runterreissen.

Die Herrschaft von George W. Bush deckt immer mehr schlimme Konsequenzen auf. Gerade der verblödete Doubleyou Bush hatte ermöglicht, dass Gaddafi wieder "anerkennt" wird und der Rubel wieder so richtig rollen konnte.

Die Söldnertruppen sind eine ganz üble Sache. Aber gerade das dürfte wahrscheinlich noch den Ausschlag gegeben haben für den Fall von Gaddafi. Denn wer ausländische Söldner aufs eigene Volk hetzt hat beim Volk verspielt.
Eine schnelle
und kräftige Botschaft wäre, den Luftraum über Libyen zur No-Fly Zone zu erklären.

Der Nachschub an Söldnertruppen, die Kaddhafi aus Afrika einfliegen lässt, würde unterbrochen. Ebenso würden die Bombardierungen der Aufständischen durch die libysche Luftwaffe unterbunden.

Die Flugzeugträger im Mittelmeer stünden eigentlich schon bereit.

Irgendwie glaub ich unterdessen, dass sich die UNO,EU und die USA nicht sicher sind, ob sie den irren Oberst wirklich los werden wollen.

Man planschte wohl zu lange gemeinsam im gleichen Ölbad.
Das schlimmste ist Ihnen wohl gar nicht bewusst!
Stellen Sie sich mal vor, Gaddafi bleibt doch noch an der Macht!

Glauben Sie ja nicht, Libyen würde dann etwa mit Sanktionen bestraft oder isoliert oder wirtschaftlich benachteiligt.
Es wird alles weitergehen wie bisher, die Hotels, Autobahnen, Fussballstadien und Wohnungen werden von den westlichen Baufirmen fleissig weitergebaut werden in Tripolis und anderswo.
Das Öl wird wieder dankbar genommen werden.
Klar, man wird ein paar mahnende Worte an Gaddafi richten und ihn wieder ächten, will heissen, nicht mehr zu Staatsbanketts einladen (ausser Berlusconi natürlich).

Die Politik ist ein Drecksgeschäft. Klar. Aber nur weil sich die Politik in den letzten 15 Jahren noch komplett an die Wirtschaft verkauft hat und nur noch deren Marionetten ist.
Politik ist ein Drecksgeschäft
Haben sich die hohen (inkl. Schweizer) Politiker schon gefragt, wie sie das Blut an ihren Händen reinwaschen können? Z.B. Calmy bei Ahmadinejad oder mit Gaddafi, Merz mit Gaddafi, Leuthard bei Hu Jintao usw. Heute habe ich gelesen, dass für die Schweiz das Libyen-Problem gelöst sei. Gar nichts ist gelöst, dieses Massaker ist auch aus Bundesbern aufs Schärfste zu verurteilen und Sanktionen zu fordern. Aber was geschieht? Nichts oder höchstens ein paar laue Worte. Nicht nur aus Bern, die ganze internationale Staatengemeinschaft schaut zu und hofft, dass sich dieses Problem bald von selbst erledigt. Politik ist und bleibt ein Drecksgeschäft
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Die Lage in Libyen ist sehr schlecht - in wirtschaftlicher, finanzieller Hinsicht, aber auch in puncto Sicherheit.
Die Lage in Libyen ist sehr schlecht - in ...
Bedürfnisse der Einheitsregierung  Wien - Die internationale Gemeinschaft hat sich zur Aufhebung des seit fünf Jahren gegen Libyen bestehende UNO-Waffenembargos bereit erklärt. Damit soll den Bedürfnissen der kürzlich gebildeten Einheitsregierung im Kampf gegen islamistische Milizen Rechnung getragen werden. mehr lesen 
Ministerpräsident kehrt zurück  Tripolis - Die von Islamisten dominierte Schattenregierung in der libyschen Hauptstadt Tripolis hat nach eigener Darstellung zugunsten der von den UNO vermittelten Übergangsregierung aufgegeben. Damit soll weiteres Blutvergiessen und eine Spaltung des Landes vermeiden werden. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    belustigend peinlich Das kommt schon fast in die Nähe der Verwechslung von Oekonomie mit ... Mi, 28.12.16 01:21
  • Unwichtiger aus Zürich 11
    Grammatik? Wie kann Stoltenberg denn Heute schon wissen, welche Entscheidungen am ... Sa, 22.10.16 10:59
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Der phallophile Blick eines cerebrophoben Schäfleins! Frau Stämpfli schrieb am Ende ... Mo, 26.09.16 17:32
  • keinschaf aus Wladiwostok 2826
    phallophobe Geschichtsrückblicke "Und die grösste Denkerin des 21. Jahrhunderts? Verdient ihr Geld mit ... Sa, 13.08.16 17:48
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mi Do
Zürich -1°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
Basel 1°C 6°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt freundlich
St. Gallen 1°C 3°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Bern -2°C 4°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Luzern 2°C 5°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wechselnd bewölkt wechselnd bewölkt
Genf 2°C 6°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich freundlich
Lugano 5°C 7°C anhaltender Regenleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen bedeckt, wenig Regen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten