Aufforderung zur Zusammenarbeit
Obama hält Russlands Syrien-Strategie für verfehlt
publiziert: Mittwoch, 17. Feb 2016 / 06:36 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 17. Feb 2016 / 07:12 Uhr
Barack Obama möchte das Russland dazu beiträgt einen politischen Übergang in Syrien zu vermitteln. (Archivbild)
Barack Obama möchte das Russland dazu beiträgt einen politischen Übergang in Syrien zu vermitteln. (Archivbild)

Rancho Mirage - Die verstärkte russische Militärintervention in Syrien wird nach Ansicht von US-Präsident Barack Obama den Bürgerkrieg in dem Land nicht stoppen. Für Präsident Wladimir Putin wäre es schlauer, dazu beizutragen, einen politischen Übergang in Syrien zu vermitteln.

4 Meldungen im Zusammenhang
«Gibt es jemanden, der glaubt, dass die Kämpfe enden, nur weil Russland und das Regime ein paar Anfangserfolge gefeiert haben, während drei Viertel des Landes unter Kontrolle von Leuten sind, die nicht zu (Machthaber Baschar al-)Assad gehören?», sagte Obama am Dienstag (Ortszeit) im kalifornischen Rancho Mirage. «Das wird nicht in Bälde zu Ende gehen», betonte der US-Präsident.

«Man schickt seine Armee rein, wenn das Pferd, auf das man setzt, nichts bringt», sagte Obama weiter. Die wahre Frage sei, was Russland denke, gewinnen zu können, wenn es als Verbündeten ein Land bekomme, das vollkommen zerstört worden sei.

Es gehe darum, die humanitäre Krise zu beenden, den Beschuss von Spitälern und Schulen, den Strom von Flüchtlingen einzudämmen und Syrien nicht mehr zum sicheren Hafen für Kämpfer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu machen. «Und da ist nichts zu sehen, von dem, was in den vergangenen Wochen passierte, das zu einer Lösung dieser Fragen beitragen würde», sagte Obama.

Kein Wettbewerb zwischen Obama und Putin

Er forderte Russland erneut zu einer Zusammenarbeit mit den Vereinigten Staaten und weiteren Ländern auf, um eine politische Transformation in Syrien zu erwirken. «Es geht hier nicht um einen Wettbewerb zwischen (Wladimir) Putin und mir», sagte Obama zu seinen Meinungsverschiedenheiten mit dem russischen Präsidenten.

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan und Saudi-Arabiens König Salman besprachen unterdessen nach Angaben aus Ankara die Lage in Syrien in einem Telefonat. Beide hätten sich besorgt über die Angriffe der russischen Luftwaffe und der syrischen Regierungstruppen nördlich von Aleppo geäussert, sagten Mitarbeiter Erdogans.

Die Angriffe verschlimmerten die Lage für die Menschen in der Region. Erdogan und König Salman seien sich einig gewesen, dass der Syrien-Konflikt nicht gelöst werden könne, so lange Assad an der Macht bleibe.

Die Türkei warb zuvor bei ihren Alliierten für einen gemeinsamen Einsatz von Bodentruppen in Syrien. Der NATO-Staat werde aber nicht allein mit Saudi-Arabien und Katar Truppen dafür stellen, sagte Aussenminister Mevlüt Cavusoglu. Eine Entscheidung sei noch nicht gefallen.

Grünes Licht für Hilfe

Die Vereinten Nationen wollen möglicherweise schon am Mittwoch eine Reihe von Konvois mit Hilfsgütern in mehrere belagerte syrische Städte schicken. Dazu habe das syrische Regime seine Genehmigung erteilt, erklärte das UNO-Nothilfebüro Ocha im jordanischen Amman am Dienstagabend.

So sollen demnächst lebenswichtige Güter unter anderem in die von Regierungstruppen eingeschlossenen Orte Sabadani, Madamijeh und Madaja, in die von Rebellen belagerten Orte Fuaa und Kafraja sowie in die Regime-Enklave Dair as-Saur im Gebiet der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) gebracht werden.

(arc/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
0
Forum
Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Istanbul - Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will trotz internationaler Appelle und des geplanten Waffenstillstands kurdische ... mehr lesen 1
Recep Tayyip Erdogan schiesst scharf in Richtung USA.
Staffan da Mistura hat sich in Damaskus zu Wort gemeldet. (Archivbild)
Damaskus - Nach Luftangriffen auf syrische Spitäler und Schulen hat ... mehr lesen
Beirut - Die Hoffnungen auf einen Waffenstillstand in Syrien rücken weiter in die Ferne. Der syrische Präsident ... mehr lesen 1
Baschar al-Assad zweifelt an einer Waffenruhe.
Weltweite Sprachaufenthalte mit 50 Jahren Erfahrung
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 16
Schon wieder ein Vorfall am Weissen Haus.
Schon wieder ein Vorfall am Weissen Haus.
USA  Washington - Ein Metallteil, das über den Zaun des Weissen Hauses in Washington geworfen wurde, hat vorübergehend einen Alarm in der Residenz des US-Präsidenten ausgelöst. 
Weisses Haus in Washington abgeriegelt Washington - Das Weisse Haus in Washington ist am Freitag nach Berichten über Schüsse in der Nähe abgeriegelt ...
Achtens Asien Mit seinem Besuch in Vietnam hat US-Präsident Obama seine seit acht Jahren verfolgte Asienpolitik abgerundet. Die einstigen Todfeinde USA und ... mehr lesen  
Obama in Hanoi mit der Präsidentin der Nationalversammlung, Nguyen Thi Kim Ngan auf einer Besichtigungstour: Willkommenes Gegengewicht zu China.
Obama fordert in Vietnam erneut mehr Freiheit US-Präsident Barack Obama hat seinen Besuch in Vietnam mit einem Plädoyer für Kunst- und Meinungsfreiheit ...
Titel Forum Teaser
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Sa So
Zürich 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig bewölkt, etwas Regen recht sonnig
Basel 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen freundlich
St. Gallen 14°C 24°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen Wolkenfelder, kaum Regen
Bern 15°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Luzern 16°C 26°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig stark bewölkt, Regen freundlich
Genf 15°C 27°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Wolkenfelder, kaum Regen recht sonnig
Lugano 18°C 27°C vereinzelte Gewitterleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig vereinzelte Gewitter recht sonnig
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten