Obama und Romney streiten über Lage der US-Wirtschaft
publiziert: Donnerstag, 4. Okt 2012 / 07:22 Uhr
Im ersten TV-Duell stritten die beiden Kandidaten höflich über die Wirtschaftslage der USA.
Im ersten TV-Duell stritten die beiden Kandidaten höflich über die Wirtschaftslage der USA.

Denver - In ihrem ersten TV-Duell haben US-Präsident Barack Obama und sein Herausforderer Mitt Romney höflich aber heftig über den richtigen Weg aus der Wirtschaftskrise gestritten.

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Fünf Wochen vor der Wahl warf der demokratische Amtsinhaber seinem politischen Rivalen vor, er wolle zu den Grundsätzen zurückkehren, die überhaupt erst zu der Krise geführt hätten. Romney hingegen sagte, die Politik Obamas sei gescheitert und Amerika brauche einen Wandel.

Zu Beginn der Debatte am Mittwochabend (Ortszeit) in Denver sprach sich Obama, der als erster das Wort ergreifen durfte, für weitere Investitionen in Ausbildung und neue Energiequellen aus. Die von Romney geplanten Steuersenkungen seien kein tragbarer Weg aus der Wirtschaftskrise.

Amerika gehe es am besten, wenn es der Mittelschicht gut gehe, sagte Obama. Romney entgegnete, er wolle gerade für die Mittelschicht Erleichterungen durchsetzen. Zugleich warf er dem Präsidenten vor, in seiner Amtszeit die Kosten für die US-Bürger in die Höhe getrieben zu haben.

Das Aufeinandertreffen leitete die heisse Phase im Wahlkampf ein - zwei weitere Fernsehdebatten sind für den 16. und 22. Oktober geplant. Für Romney geht es darum, im Rennen um das Weisse Haus wieder an Boden gut zu machen: Jüngsten Umfragen zufolge hat Obama in dem zuletzt noch knappen Rennen die Nase vorn.

Romney fordert Rückzug des Staates

Im Streit um die beste Strategie zur Schaffung neuer Arbeitsplätze in den USA forderte der republikanische Präsidentschaftskandidat einen Rückzug des Staates. Die Regierung solle den amerikanischen Unternehmen aus dem Weg gehen, sagte Romney.

Sein demokratischer Kontrahent verwies auf die Fortschritte, die mit seinen Methoden in den vergangenen Jahren bereits erreicht worden seien - etwa bei der Rettung der Automobilindustrie in Detroit und bei der Wiederbelebung des Immobilienmarktes.

Viele der wirtschaftlichen Probleme, mit denen er in seiner Amtszeit zu kämpfen gehabt habe, seien zudem vor allem auf die Präsidentschaft seines republikanischen Vorgängers George W. Bush zurückzuführen, sagte Obama.

Beim Thema Gesundheitsreform erhob der Präsident schwere Vorwürfe gegen Romney: Der Republikaner wolle das Programm Medicare in ein privates System verwandeln und Rentner den Versicherungskonzernen ausliefern.

Romney erwiderte, Obama habe die Mittel für Medicare bereits geplündert und das System damit geschwächt. Der Amtsinhaber erklärte, er nehme Kürzungen vor, damit Medicare auch für künftige Generationen noch bestehen könne.

(laz/sda)

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