Obdachlosen-Helfer in Paris fordern mehr Unterstützung
publiziert: Dienstag, 26. Dez 2006 / 16:08 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 26. Dez 2006 / 17:29 Uhr

Paris - Vertreter einer Bürgerbewegung sind in Paris in den Hungerstreik getreten. Sie wollen damit ihrer Forderung nach mehr staatlicher Unterstützung für Obdachlose Nachdruck zu verleihen.

In Paris herrschen derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt, rechts die Siedlung aus Zelten.
In Paris herrschen derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt, rechts die Siedlung aus Zelten.
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le site des enfants de don quichotte
Obdachlosenorganisation.
www.lesenfantsdedonquichotte.org/

Die französische Regierung lud die beiden namhaften Hungerstreikenden, den 31-jährigen Augustin Legrand, Gründer der Vereinigung «Les Enfants de Don Quichotte» («Die Kinder von Don Quichotte») und seinen Mitstreiter Pascal Oumakhlouf daraufhin zu einem vermittelnden Gespräch ein.

Ihre Organisation hatte am Kanal Saint Martin im Herzen der französischen Hauptstadt zu Weihnachten eine Siedlung aus rund 200 Zelten für Obdachlose errichtet. Aus Solidarität verbringen immer wieder auch Bürger mit festem Wohnsitz eine Nacht in der Zeltstadt. In Paris herrschen derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt.

«Charta vom Kanal Saint Martin»

«Die Kinder von Don Quichotte» übergaben Frankreichs Präsidialamt ihre «Charta vom Kanal Saint Martin». Darin fordern sie unter anderem ganztägige und ganzjährige Unterbringungsmöglichkeiten für Obdachlose, sofortige Angebote von Interims-Herbergen und den Bau neuer Sozialwohnungen.

Der Hungerstreik soll nach Angaben von Legrand und Oumakhlouf an die «ständige Todesgefahr» erinnern, der Menschen ausgesetzt sind, wenn sie auf der Strasse schlafen.

Regierung «mobilisiert»

Die bürgerliche Regierung sei «mobilisiert», beteuerte die Beigeordnete Ministerin für sozialen Zusammenhalt, Catherine Vautrin, vor ihrem Treffen mit den Vertretern der Hilfsorganisation. Sie verwahre sich gegen die Anschuldigung, dass die Regierung «die Leute auf der Strasse verrecken lasse».

Der Staat stecke jährlich 1,15 Milliarden Euro (rund 1,84 Mrd. Fr.) in entsprechende Notdienste, sagte Vautrin im Radiosender Europe 1. Innenminister Nicolas Sarkozy erklärte zuletzt, wenn er zum Präsidenten gewählt werde, solle «in zwei Jahren niemand mehr gezwungen zu seine, auf dem Bürgersteig zu schlafen und dort vor Kälte zu sterben». Kritiker werfen Sarkozy vor, damit mache er leichtfertig Versprechen.

(fest/sda)

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