Langlebige Giftstoffe
Ökosystem des Golfes von Mexiko leidet
publiziert: Mittwoch, 22. Jan 2014 / 14:30 Uhr / aktualisiert: Mittwoch, 22. Jan 2014 / 16:29 Uhr
Bei der «Deepwater Horizon»-Katastrophe liefen  580'000 Millionen Liter Öl ins Meer.
Bei der «Deepwater Horizon»-Katastrophe liefen 580'000 Millionen Liter Öl ins Meer.

Lausanne/Woods Hole - Es war eine der grössten Umweltkatastrophen der Welt: Nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» im Jahr 2010 flossen etwa 580'000 Millionen Liter Rohöl in den Golf von Mexiko.

5 Meldungen im Zusammenhang
Nun haben Lausanner und US-Forscher analysiert, welche Giftstoffe bis heute in den Ölresten vorkommen. Das Team um Samuel Arey von der ETH Lausanne (EPFL) und der Wasserforschungsanstalt Eawag hatte zwischen April und November 2011 acht ölgetränkte Sandfladen an Golfstränden gesammelt. Mit Hilfe von neuen Labor- und Analysemethoden hat es deren Zusammensetzung präzise ermittelt, wie die EPFL am Mittwoch mitteilte.

Die Ölklumpen, die bis heute die Strände verseuchen, bestanden demnach zu 66 Prozent aus sauerstoffhaltigen, zu 26 Prozent aus gesättigten und zu 7 Prozent aus aromatischen Kohlenwasserstoffen. Die Forscher berichten darüber im Fachjournal "Environmental Science & Technology".

Kohlenwasserstoffe sind die Hauptbestandteile von Erdöl und Erdgas. Von allen drei Substanzgruppen sei bekannt, dass sie Lebewesen schädigen können, schrieb die EPFL.

Meerestiere nehmen Rückstände auf

Areys Team und Kollegen von der Woods Hole Oceanographic Institution in den USA stellten fest, dass 19 Monate nach dem Unfall rund die Hälfte des Öls, das diese Rückstände erzeugt, verdunstet oder von Mikroorganismen abgebaut worden war. Die andere Hälfte sammelt sich in langlebigen Rückständen, die an den Meeresgrund sinken oder ans Ufer geschwemmt werden, wo Meerestiere sie aufnehmen können.

"Die Zusammensetzung der langlebigen Ölreste zu kennen ist entscheidend, um die langfristigen Auswirkungen auf die Wildtiere zu bestimmen", liess sich Arey in der Mitteilung zitieren. Bisher sei relativ wenig über die Giftigkeit der langlebigen Rückstände bekannt, da ihre chemische Zusammensetzung relativ schwierig zu bestimmen sei.

Bei der Explosion der Förderplattform "Deepwater Horizon" im April 2010 waren elf Menschen gestorben. 580'000 Millionen Liter Öl - etwa der Inhalt von 300 olympischen Schwimmbädern - liefen ins Meer. Fast vier Jahre später leide das Ökosystem immer noch unter den Folgen, die sich in reduzierten Fischfängen, Massensterben, Fehlbildungen, Sterilität oder Immunschäden bei Meerestieren äusserten, schrieb die EPFL.

(bert/sda)

Kommentieren Sie jetzt diese news.ch - Meldung.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
New York - Mehr als vier Jahre nach der Explosion der Ölplattform ... mehr lesen
Die Ölplattform Deepwater Horizon kurz vor dem Kollaps.
Haliburton kündigte an, er werde 55 Mio. Dollar an die National Fish and Wildlife Foundation überweisen.
New York - Der US-Energiekonzern Halliburton hat gestanden, nach der Explosion der Ölplattform «Deepwater Horizon» vor rund drei Jahren Beweise vernichtet zu haben. mehr lesen
Washington - Ein US-Bundesgericht hat grünes Licht für eine Rekordstrafe gegen den ... mehr lesen
Auf BP kommen noch weitere zivile Schadensersatzforderungen zu.
Der Vertrag mit dem US-Mineralölkonzern BP schützt Transocean davor, vielen Forderungen wegen Umweltverschmutzung nachkommen zu müssen.
New Orleans/Zürich - Das Schweizer Betreiberunternehmen der havarierten Ölbohrplattform «Deepwater Horizon» ist aufgrund seines Vertrages mit dem US-Mineralölkonzern BP nur für ... mehr lesen
Washington - Im Golf von Mexiko ... mehr lesen
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Wasserstand steigt weiter  Heilbronn - Bei den schweren Unwettern und Überschwemmungen im deutschen Bundesland Baden-Württemberg ist die Opferzahl auf vier gestiegen. Am Sonntagabend starb ein 13 Jahre altes Mädchen an einer Bahnstrecke, wie die Polizei in Aalen am Montag meldete. mehr lesen  
200'000 Menschen verlassen Hauptstadt  Colombo - Wegen der anhaltenden schweren Unwetter in Sri Lanka haben rund 200'000 Menschen die Hauptstadt Colombo verlassen. Bewohner ... mehr lesen  
Bergbau-Unglück  Rio De Janeiro - Nach dem Dammbruch bei einer Mine haben brasilianische Staatsanwälte die Bergbaukonzerne BHP Billiton und Vale auf umgerechnet 41,6 Milliarden Franken verklagt. Die zivilrechtliche Klage richtet sich demnach auch gegen zwei Bundesstaaten und die Bundesregierung. mehr lesen  
Die Kernkraftwerksruine in Tschernobyl.
30 Jahre Tschernobyl  Bern/Neuenburg/Lausanne - Verschiedene Organisationen haben am Dienstag in der Schweiz der Tschernobyl-Katastrophe vor 30 Jahren gedacht und für den Atomausstieg geworben. ... mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • paparazzaphotography aus Muttenz 1
    Foto Sanatorio Liebes news.ch Team, es ist für mich eine Ehre dass sie mein Foto des ... Di, 03.01.17 22:12
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Motor hinten oder vorne war dem Tram in Basel völlig egal! Ob ein Auto über- oder untersteuert, ist nicht von der Lage des Motors ... Mi, 01.06.16 10:54
  • Mashiach aus Basel 57
    Wo bleibt das gute Beispiel? Anstatt sichere, ÜBERSTEUERNDE Heckmotorwagen zu fahren, fahren sie ... Mo, 30.05.16 11:56
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Zugang "Das sunnitische Saudi-Arabien, das auch im Jemen-Konflikt verstrickt ... So, 29.05.16 22:06
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Pink Phanter-Bande? Am 25. 7. 2013 hat eine Befreiung von Pink Panther-Mitglied Milan ... So, 29.05.16 15:38
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    ja, weshalb sollte man solches tun? Ist doch krank, Gott zu beschimpfen! Das hat etwas, ... So, 29.05.16 12:12
  • Gargamel aus Galmiz 10
    Warum sollte man überhaupt den Glauben an Gott beschimpfen oder verspotteten? Wie krank ... So, 29.05.16 10:11
  • Kassandra aus Frauenfeld 1781
    Wir sind ja alle so anders als diese "Flüchtlinge". Warum sind auch nicht alle so edel, wie ... Sa, 28.05.16 20:25
Unglücksfälle Zorn über Tötung von Gorilla in US-Zoo Cincinnati - Die Tötung eines Gorillas im Zoo der ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Mo Di
Zürich 6°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Basel 8°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
St. Gallen 7°C 20°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Bern 5°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Luzern 7°C 22°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig recht sonnig
Genf 8°C 19°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig wechselnd bewölkt
Lugano 9°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig trüb und nass
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten