Ölstoppdrohung - Solana reist nach Teheran
publiziert: Montag, 5. Jun 2006 / 22:49 Uhr

Teheran/Brüssel - Kurz vor der Vorlage des neuen westlichen Angebots hat der Iran im Streit über sein Atomprogramm mit Ölentzug gedroht.

Solana trifft möglicherweise mit Ahmadinedschad zusammen.
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«Bei einem falschen Schritt ist der Energiefluss ernsthaft gefährdet», sagte Ajatollah Ali Chamenei. «Wir sind nationalen Interessen verpflichtet, und wer immer sie bedroht, wird die Heftigkeit der Wut dieser Nation erleben», erklärte das geistliche Oberhaupt des Irans in einer Rede zum Jahrestag des Tods von Ajatollah Ruhollah Khomeini, dem Gründer der Islamischen Republik.

Die US-Aussenministerin Condoleeza Rice rief am Sonntag dazu auf, den Äusserungen Chameneis nicht zu grosse Aufmerksamkeit zu schenken. «Immerhin ist der Iran sehr abhängig von seinen Öl- Einnahmen», sagte die Ministerin dem Sender «Fox News Sunday».

Verstärkter internationaler Druck

Eine Lösungsweg aus der seit Monaten anhaltenden und sich stetig zuspitzenden Krise versprechen sich Beobachter von dem Angebotspaket, das die fünf UNO-Vetomächte zusammen mit Deutschland geschnürt haben.

EU-Chefdiplomat Javier Solana soll der iranischen Staatsführung am Dienstag das Angebotspaket präsentieren. Mit der Entsendung Solanas in den Iran verstärkt die internationale Gemeinschaft den Druck auf die Führung in Teheran.

Rein protokollarisch

Solana traf am späten Abend in Teheran ein. Er wollte sich nach Angaben westlicher Diplomaten weniger als 24 Stunden im Iran aufhalten. Die Übergabe sei «rein protokollarischer Natur», es werde keine Verhandlungen geben.

Der EU-Gesandte trifft möglicherweise Präsident Mahmud Ahmadinedschad persönlich. Ahmadinedschad hatte vorab angekündigt, Iran werde die Offerte zwar prüfen. Allerdings werde das Land keinesfalls auf die friedliche Nutzung der Atomenergie verzichten.

Mögliche Aufhebung von Sanktionen

Die USA stellten bei einem Einlenken eine teilweise Aufhebung ihrer Sanktionen in Aussicht. Die USA und andere westliche Länder verdächtigen den Iran, unter dem Deckmantel eines zivilen Nuklearprogramms an der Entwicklung von Atomwaffen zu arbeiten.

(ht/sda)

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