Ölteppich bedroht Kinderstube der Buckelwale
publiziert: Sonntag, 13. Sep 2009 / 14:23 Uhr

Sydney - Vor Australien sprudelt seit drei Wochen aus einem Bohrloch unkontrolliert Öl ins Meer. Rund 200 Kilometer vor der Küste sei ein Gebiet von 46 mal 130 Kilometern verschmutzt, räumte die zuständige Firma PTTEP Australasia ein.

Das Öl laufe ungehindert ins Meer. (Symbolbild)
Das Öl laufe ungehindert ins Meer. (Symbolbild)
Sie wollte in Kürze mit den Bohrungen für einen neuen Tunnel beginnen. Er soll 2,6 Kilometer unter dem Meeresboden auf den lecken Schacht treffen und genutzt werden, um die sprudelnde Ölquelle mit Schlamm zuzuschütten. Die Arbeiten könnten dreieinhalb Wochen dauern, teilte die Firma mit.

Umweltschützer warnten vor einem Desaster für Wale und Schildkröten. Nach Angaben der Umweltstiftung WWF ist die Region eine der wichtigsten Durchzugsgebiete für Meerestiere. Für Buckelwale sei die Küste von Kimberly die «Kinderstube».

Bereist ölverschmierte Schildkröten

Fischer haben nach Angaben von Umweltschützern bereits ölverschmierte Schildkröten gefunden. Der australische Energieminister Martin Ferguson meinte dagegen, es gebe keine Anzeichen für eine Bedrohung der Tierwelt.

Die Behörde für Meeressicherheit hatte tagelang von Flugzeugen aus Chemikalien versprüht, um das Öl aufzulösen. Der Ölteppich schrumpfe inzwischen, sagte eine Sprecherin der Behörde im Radio.

Chemiker Bob Kagi von der Universität Perth kritisierte die Aktion. «Sie versprühen die Chemikalien, um irgendetwas zu tun», sagte er. «Oft richten die Chemikalien aber mehr Schaden an als das Öl.»

Nach Angaben der Firma sprudelten anfangs bis zu 400 Barrel (je 159 Liter) Öl pro Tag ins Meer. Nach dieser Rechnung sind bislang fast 1,34 Millionen Liter Öl ins Meer gelaufen.

(tri/sda)

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