Vier Österreicher auf den ersten vier Rängen
Österreicher triumphierten in Bormio- Schweizer geschlagen
publiziert: Samstag, 29. Dez 2001 / 13:50 Uhr / aktualisiert: Samstag, 29. Dez 2001 / 18:25 Uhr

Bormio - Nach dem dreifachen Austria-Triumph gabs in der zweiten Bormio-Abfahrt sogar einen vierfachen. Fritz Strobl siegte vor Namensvetter Josef Strobl. Franco Cavegn (5.) und Bruno Kernen (6.) verfehlten das Podest nur um Hundertstelsekunden.

Fritz Strobel gewann die Abfahrt in Bormio.
Fritz Strobel gewann die Abfahrt in Bormio.
Mit Weltcup-Gesamtsieger Hermann Maier, Weltmeister Hannes Trinkl und Werner Franz sind drei der Stärksten verletzt, gleichwohl dominierte das ÖSV-Team die Silvesterrennen auf ihrer "Hausstrecke" am Stelvio nach Belieben. Von den letzten sechs Abfahrten im WM-Ort 2005 haben die Österreicher alle gewonnen und 17 (!) der insgesamt 18 Podestplätze errungen. Nur Lasse Kjus vermochte 1997 einmal als Dritter in die Austria-Phalanx einzubrechen.

2. Strobl-Doppelsieg -- 1997 beide im Netz

"Vielleicht liegt das daran, dass wir technisch sehr gut geschult sind und auch konditionell bis zum Schluss durchhalten", versucht Fritz Strobl eine Antwort auf die Überlegenheit der Österreicher zu geben. Bis zu seinem ersten Bormio-Triumph musste der Familienvater aus Kärnten über ein halbes Dutzend Anläufe machen; dreimal war er auch schon Zweiter geworden (darunter am Vortag sowie beim Weltcup-Finale 2000 im Super-G). Fritz Strobl erlebte auf der "Stelvio" auch schon andere Zeiten. "Vor vier Jahren testete ich die Fangnetze", blendet Fritz Strobl zurück, der 1997 wie Pepi Strobl in Bormio schwer stürzte.

Diesmal standen beide ganz oben. Zum zweiten Mal nach Kitzbühel 2000 gab es einen Strobl-Doppelsieg, erneut Fritz vor Pepi. Während Fritz sich über seinen 7. Weltcupsieg freute, war Pepi über seinen 2. Platz mehr enttäuscht als erfreut: "Ich bin heute -- mit einem andern Skimodell -- schlechter gefahren als am Vortag, als ich Elfter wurde. Mit der gleichen Leistung wie am Vortag hätte ich gewinnen können." Ein 2. Rang ist in Österreich nicht viel wert; in Salt Lake City werden wohl nur Sieg-Fahrer zum Zug kommen. Und mit Nachwuchsmann Klaus Kröll (21), der mit der Nummer 19 Vierter wurde, erwächst weitere starke Konkurrenz.

Kernen: "Podest-Tür mit einem Holzhammer einschlagen"

Zum fünften Mal in diesem Winter fuhren die Schweizer Abfahrer nur um einen Wimpernschlag am Podest vorbei, Franco Cavegn fehlten 13/100, Bruno Kernen 20/100. "Ein 5. und 6. Platz wäre ja nicht so schlecht", sagt Kernen, "aber wenn vier Österreicher voraus sind, wirft das halt doch einen Schatten auf unsere Bilanz. Manchmal kommt es mir vor, als ob wir die Podest-Tür mit einem Holzhammer einschlagen müssten." Trotzdem: Kernen kann den Klassikern im Januar mit Optimismus entgegen sehen.

Das gilt insbesondere auch für Franco Cavegn. Der Bündner fuhr zum neunten Mal in Serie unter die Top 7. Eine solche Konstanz weist sonst nur noch Stephan Eberharter auf. Durch seine 4. und 5. Plätze lässt er sich nicht verrückt machen. "Es kommt die Zeit, da werden die Hundertstel für mich entscheiden. Auch ein Franz Heinzer hat das mal erlebt. Irgendwann dreht es." Zuversicht gibt Cavegn, dass er erneut im Schlussteil sehr schnell war, wenn die meisten andern schon Ermüdungserscheinungen zeigen. In den langen und kräfteraubenden Klassikern könnte sich Cavegns Konditionsstärke auszahlen.

Cuche "Testfahrer" für Sieger Strobl

Didier Cuche musste sich wie im ersten Rennen (22.) mit einem mittelmässigen Resultat (17.) begnügen -- diesmal ohne die Bindungsplatte, die er sonst im Riesenslalom und Super-G verwendet. "Die Ski haben sich als zu aggressiv erwiesen", gab der Romand eine Erklärung für seine missglückte Freitagsfahrt. "Es hat viel Kraft gekostet, die Ski unter Kontrolle zu halten."

Im zweiten Rennen verwendete er das gleiche Salomon-Modell wie der Sieger Fritz Strobl, dass praktisch ein Cuche-Prototyp ist. "Ich habe dieses Modell mit unseren Technikern fast im Alleingang entwickelt", sagt Cuche, "deshalb wurmt es mich ein bisschen, dass ein Österreicher davon profitieren kann." Strobl gilt nicht als ausgeprägter Testpilot. Er stehe einfach auf die Ski, die man ihm gebe, und fahre los, sagt Cuche. "Schlecht für mich, gut für die Firma", fügt Cuche an.

Da Rolf von Weissenfluh und Markus Herrmann ausschieden, erschienen nur vier Schweizer im Klassement. Insgesamt waren nur 43 Fahrer gestartet -- das kleinste Abfahrerfeld in der Weltcup-Geschichte.

(bb/sda)

.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. mehr lesen 21
Das erste Nicht-Gletscher-Skigebiet in der Schweiz, die Diavolezza im Oberengadin, eröffnet am 23. Oktober.
Das erste Nicht-Gletscher-Skigebiet in der Schweiz, die Diavolezza im ...
Winterguide Das Skigebiet Diavolezza im Oberengadin öffnet bereits am kommenden Samstag, 23. Oktober 2021, die Tore für seine Gäste und präsentiert frisch präparierte Pisten. Starten die meisten Bergbahnen erst im Dezember, ist die Diavolezza das erste Nicht-Gletscher-Skigebiet in der Schweiz, wo Skifahren schon im Oktober möglich ist. mehr lesen  
Comeback bei Swiss-Ski  Swiss-Ski bestimmt als Cheftrainer der Alpin-Snowboarder den altbekannten Christian Rufer, der das Amt bereits zwischen 2004 und 2014 erfolgreich ... mehr lesen  
Die Schweizer Snowboarder gewannen während Rufers erstem Engagement 16 WM- und Olmympia-Medaillen
Knappe Finanzen  Bern - Die Planung für das Nationale Schneesportzentrum in Lenzerheide GR wird bis ins Jahr 2023 auf Eis gelegt. Grund sind die knappen Bundesfinanzen, wie der Bundesrat am Mittwoch mitteilte. Auch für den Spitzensport liegen vorerst keine höheren Beiträge drin. mehr lesen  
Witali Mutko blickt selbstkritisch auf seine Amtszeit zurück.
Bilanz des Anti-Doping-Kampfes  Russlands Sportminister Witali Mutko zieht eine selbstkritische Bilanz seines Anti-Doping-Kampfes in seiner bisherigen Amtszeit. mehr lesen  
Titel Forum Teaser
  • thomy aus Bern 4287
    Schade! Ich wünsche Simon Ammann für die weiteren Wettbewerbe mehr Glück und ... Sa, 21.02.15 18:26
  • thomy aus Bern 4287
    Beat Hefti und Alexander Baumann ... ... halte ich die Daumen und wünsche Ihnen Beiden viel Glück im Kampf ... So, 16.02.14 22:54
  • friwalt aus Bolligen 13
    Medaillenspiegel So viele Medaillen an einem Tag sind schon schwierig zu verarbeiten. ... Fr, 14.02.14 21:27
  • tigerkralle aus Winznau 122
    SUPER Das mag ich dieser Frau von ganzen Herzen gönnen !!!! Jetzt hat Sie ... Mi, 12.02.14 13:52
  • Heidi aus Burgdorf 1017
    Bravo! Gut gefahren, Lara Gut. Sa, 30.11.13 21:08
  • BigBrother aus Arisdorf 1468
    Fremdwörter sind Glücksache ... Sa, 08.12.12 13:03
  • Sportexperte aus Luzern 1
    Schweizer Firmen führend Seit diesem Bericht haben sich verschieden Schweizer Firmen als ... Mo, 30.07.12 14:04
  • olaf12 aus St. Gallen 467
    beides arme Schw... sind beide, sowohl Accola als auch die Hinterbliebenen arm dran, denn ... Do, 28.06.12 17:26
 
Stellenmarkt.ch
Der Remoteserver hat einen Fehler zurückgegeben: (500) Interner Serverfehler.
Source: http://www.news.ch/ajax/top5.aspx?ID=0&col=COL_3_1
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 0°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee starker Schneeregen
Basel 1°C 4°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig Schneeregenschauer trüb und nass
St. Gallen -1°C 1°C wechselnd bewölktleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee immer wieder Schnee
Bern 0°C 2°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee starker Schneeregen
Luzern 0°C 3°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, wenig Schnee starker Schneeregen
Genf 0°C 5°C Schneeregenschauerleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig wolkig, aber kaum Regen anhaltender Regen
Lugano 1°C 11°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich starker Schneeregen
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten