Österreichs Antwort: Doppelsieg
publiziert: Samstag, 19. Feb 2005 / 18:25 Uhr

An der WM fuhren sie von einer Enttäuschung zur anderen, im Weltcup sind sie aber wieder top. Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer sorgten im Super-G in Are (Sd) für einen ÖSV-Doppelerfolg. Die Schweizerinnen treten weiter an Ort.

Michaela Dorfmeister zeigte eine überzeugende Leistung.
Michaela Dorfmeister zeigte eine überzeugende Leistung.
Die Rangliste zeigt aus Schweizer Sicht einmal mehr ein ganz düsteres Bild: Mit den Rängen 18, 29 und 39 liessen Nadia Styger, Sylviane Berthod und Fränzi Aufdenblatten jeglichen Aufwärtstrend vermissen. Selbst das bescheidene Ziel, das Super-G-Bestergebnis dieser Weltcup-Saison zu verbessern, wurde klar verfehlt. Die 12. Plätze, die Nadia Styger in Altenmarkt und Fränzi Aufdenblatten in St. Moritz erreicht haben, blieben unangetastet.

Im Gegensatz zu Sylviane Berthod wussten Nadia Styger und Fränzi Aufdenblatten wenigstens, weshalb sie mit den Schnellsten auch diesmal nicht mithalten konnten. Die Schwyzerin liess nach eigener Einschätzung "im unteren Teil den ´Killerinstinkt´ vermissen. Ich hätte frecher fahren sollen. Oben wäre ich ja noch einigermassen bei den Leuten gewesen."

Höchstens "einigermassen", denn Nadia Styger hatte sich schon nach halbem Pensum sechs Zehntel und damit fast die Hälfte des gesamten Rückstandes von 1,39 eingehandelt. Ratlos gab sich demgegenüber Sylviane Berthod -- und ungeduldig. "Ich will unbedingt eine Reaktion auf die ungenügenden Leistungen dieses Winters zeigen. Dafür fehlt mir aber das Selbstvertrauen."

Ski-Probleme und fehlendes Vertrauen

Fränzi Aufdenblatten beging im oberen Streckenabschnitt einen schweren Fehler, mit dem sie alle Chancen auf ein ansprechendes Ergebnis verspielte. "Wenns nicht läuft, dann passt eben nichts zusammen." Letzteres gilt für die Walliserin über den Pistenrand hinaus. "Am Ende des Winters müssen wir über die Bücher."

Sie spricht die Probleme mit den Ski an ("Auch hier in Are fuhren wir wieder mit den alten Modellen"), das fehlende Vertrauen in den neuen Servicemann. Seit diesem Winter ist Reto Josi für die Präparierung der Salomon-Ski von Fränzi Aufdenblatten und Nadia Styger verantwortlich. "Das soll aber kein Vorwurf sein. Reto macht alles Menschenmögliche, um uns optimales Material hinzustellen." Sie will es auch nicht als Ausrede gelten lassen. Dies wäre, nach den Leistungen in diesem Winter, ohnehin fehl am Platz. Fränzi Aufdenblatten weiss das selber gut genug.

Die Österreicherinnen im Allgemeinen, Michaela Dorfmeister und Alexandra Meissnitzer im Speziellen waren in den WM-Wettbewerben in Santa Caterina deutlich hinter den Erwartungen geblieben. Nun drehten sie den Spiess bei der ersten Gelegenheit wieder in die gewünschte Richtung um. "Das war wohl die beste Antwort, die wir geben konnten", sagte die erleichterte Michaela Dorfmeister.

Die Niederösterreicherin, die nach ihrer Heimkehr nach Neusiedl zwei Tage mit einer Grippe im Bett lag, war im Veltlin in der Abfahrt, im Super-G und im Riesenslalom nie ins Ziel gekommen. "Die beste Reaktion war dies auch auf die Kritik, der wir ausgesetzt waren", ergänzte Alexandra Meissnitzer. Die Salzburgerin war im Super-G ebenfalls ausgeschieden und in der Abfahrt über den 22. Rang nicht hinaus gekommen.

Ziel Super-G-Kugel

Nach ihrem 20. Weltcup-Sieg, dem vierten in diesem Winter, darf Michaela Dorfmeister weiter Richtung Disziplinen-Weltcup schielen. "Den Gesamt-Weltcup habe ich gewonnen, dazu je einmal die Kugel in der Abfahrt und im Riesenslalom. Der Sieg in der Super-G-Wertung ist deshalb mein grosses Ziel."

Mittlerweile liegt sie nur noch zwei Punkte hinter der führenden Teamkollegin Renate Götschl, die im WM-Ort von 2007 nur Zehnte wurde. Im Programm stehen noch zwei Super-G; am kommenden Freitag in San Sicario (It) und beim Saisonfinale in Lenzerheide.

Mit Rang 3 bestätigte Lucia Recchia ihre WM-Silbermedaille. Sie setzte sich dabei hauchdünn vor der Prominenz durch; Janica Kostelic, die "Königin von Santa Caterina", lag als Vierte zwei Hundertstel zurück, Anja Pärson, Weltmeisterin in Riesenslalom und Super-G, drei Hundertstel. "Das Glück war diesmal auf meiner Seite.

Vor einem Jahr hatten in Are mir zwei Hundertstel zum dritten Platz gefehlt", erinnerte sich die Italienerin, die nur dank Schmerzmitteln starten konnte. Nach dem WM-Super-G hatte sie im Training einen Meniskusanriss im rechten Knie zugezogen und eine Woche pausieren müssen.

Janica Kostelic darf sich mit der Führung im Gesamt-Weltcup trösten. Sie löste Tanja Poutiainen als Leaderin ab. Die Finnin belegte in ihrem erst zweiten Weltcup-Super-G Platz 24.

(kst/sda)

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