Um unkontrollierte und missbräuchliche Migration zu stoppen
Österreichs Kanzler Faymann fordert Obergrenze in Deutschland
publiziert: Sonntag, 13. Mrz 2016 / 08:24 Uhr / aktualisiert: Sonntag, 13. Mrz 2016 / 12:20 Uhr
Bundeskanzler Werner Faymann, Österreich: «Kanzlerin Angela Merkel muss das Modell durchbrechen, dass in einem Wettlauf jener der Sieger ist, der Deutschland erreicht. Man kann sich das Aufnahmeland nicht aussuchen.»
Bundeskanzler Werner Faymann, Österreich: «Kanzlerin Angela Merkel muss das Modell durchbrechen, dass in einem Wettlauf jener der Sieger ist, der Deutschland erreicht. Man kann sich das Aufnahmeland nicht aussuchen.»

Wien - Österreich ruft nach weiteren Massnahmen, die Migranten von einer Flucht nach Europa abhalten sollen. Bundeskanzler Werner Faymann fordert Deutschland auf, eine Aufnahme-Obergrenze für Flüchtlinge einzuführen. Sein Aussenminister will weitere Grenzschliessungen.

10 Meldungen im Zusammenhang
«Erst wenn Deutschland einen Richtwert nennt und Flüchtlinge nur noch direkt aus den Krisenregionen holt, durchbricht man die Logik der ungeordneten Migration», sagte Faymann der Tageszeitung «Österreich» am Sonntag. Gemessen am Wiener Richtwert sollte die deutsche Bundesrepublik jährlich 400'000 Flüchtlinge aufnehmen.

Die Balkanroute sollte weiterhin geschlossen bleiben. Männer, Frauen und Kinder, die mit Hilfe von Schleppern an der EU-Aussengrenze ankommen, müssten ausnahmslos zurückgeschickt werden. Kanzlerin Angela Merkel soll nach Meinung Faymanns klare Regeln für die Verteilung der Menschen einführen.

«Sie muss das Modell durchbrechen, dass in einem Wettlauf jener der Sieger ist, der Deutschland erreicht. Man kann sich das Aufnahmeland nicht aussuchen», sagte Faymann zudem der «Kronen Zeitung» am Sonntag.

Alle Flüchtlinge würden Schutz in Europa finden, aber das Aufnahmeland dürften sie sich nicht selbst aussuchen. «Die Franzosen würden 30'000 Asyl-Suchende nehmen, haben aber nicht einmal 1000 bekommen, weil alle nach Deutschland und Österreich wollen», sagte Faymann zu «Österreich».

Italien-Mittelmeer-Route im Visier

Österreichs Aussenminister Sebastian Kurz fordert derweil weitere Grenzschliessungen in Europa, um nach der Schliessung der Balkanroute ein Ausweichen der Flüchtlinge auf andere Routen zu verhindern. Alles, was jetzt schon an der Westbalkanroute getan werde, müsse auch entlang der Italien-Mittelmeer-Route getan werden, sagte Kurz der Zeitung «Bild am Sonntag» aus Berlin. Den Flüchtlingen müsse klar gemacht werden, dass «die Zeit des Durchwinkens» nach Westeuropa vorbei sei.

Kurz verteidigte erneut die Schliessung der Balkanroute. «Wir mussten aufhören, jeden Flüchtling, der in Griechenland ankommt, staatlich organisiert nach Mitteleuropa zu transportieren», sagte er. «Damit haben wir zwar dem Wunsch der Flüchtlinge entsprochen, was menschlich nachvollziehbar war», fügte er hinzu. Gleichzeitig habe diese Politik aber dazu geführt, dass sich immer mehr Flüchtlinge auf den Weg gemacht hätten. «Es war richtig, das mit dem Schliessen der Balkanroute zu beenden», sagte Kurz.

Nach der Schliessung der Balkanroute, auf der die Flüchtlinge über Monate in die nordeuropäischen Länder gelangt waren, stranden die Zuflucht suchenden Menschen nun in Griechenland. Am griechischen Grenzübergang Idomeni an der Grenze zu Mazedonien sitzen inzwischen etwa 14'000 Flüchtlinge unter schlimmen Bedingungen fest. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Grenzschliessung vor einigen Tagen erneut kritisiert.

Kurz sagte, die Grenzen könnten erst wieder geöffnet werden, «wenn der Flüchtlingszustrom nach Europa abgeebbt ist». Auch wenn die Bilder von gestrandeten Flüchtlingen «nur schwer auszuhalten» seien, dürften die Anrainerstaaten der Balkanroute nicht nachgeben. «Sonst senden wir ein Signal in die Welt, auf welches hin sich noch mehr auf den Weg machen», sagte Kurz.

(asu/sda)

?
Facebook
SMS
SMS
1
Forum
Machen Sie auch mit! Diese news.ch - Meldung wurde von einer Leserin oder einem Leser kommentiert.
Lesen Sie hier mehr zum Thema
Wien - Rund zwei Wochen nach dem Triumph der Rechtspopulisten bei der Präsidentenwahl in Österreich ist Bundeskanzler ... mehr lesen 1
Innsbruck - Österreich hat die Eckpunkte der künftigen Grenzkontrollen am Brenner bekanntgegeben. Am Brenner wird ein 370 Meter langer Zaun errichtet. Auf der Autobahn gibt es vier Kontrollpunkte und auf der ... mehr lesen
Bern - Vergangene Woche haben sich Bund, Kantone und Gemeinden auf einen Asyl-Notfallplan geeinigt. Dieser regelt die ... mehr lesen
Noch sei unklar, wie eine Obergrenze mit aktuellen Bestimmungen vereinbar wäre. (Symbolbild)
Die Inneministerin Österreichs Johanna Mikl-Leitner.
Wien - Österreich will in wenigen Wochen Asyl-Schnellverfahren an seiner Grenze einführen, um einem etwaigen neuerlichen Andrang ... mehr lesen
Berlin - In den Bemühungen um die Bewältigung der Flüchtlingskrise hat die EU-Kommission von den Mitgliedstaaten der ... mehr lesen
Die sogenannte Balkanroute von der Türkei über Griechenland und den Weltbalkan in nördlichere EU-Staaten ist nach Grenzschliessungen weitgehend dicht.
Weitere Artikel im Zusammenhang
Weniger Flüchtlinge reisten nach Deutschland.
Berlin - Die Zahl der in Deutschland ankommenden Flüchtlingen und Migranten geht einem Medienbericht zufolge weiter ... mehr lesen
Wien - Vor dem EU-Sondergipfel zur Flüchtlingskrise am 7. März hat EU-Ratspräsident Donald Tusk am ... mehr lesen
Donald Tusk: «Zurück zu Schengen.»
Seehofer möchte mehr auf nationale Massnahmen setzen.
Berlin - Der CSU-Vorsitzende Horst Seehofer hat von der deutschen Kanzlerin ... mehr lesen
Wien - Österreich lässt an seiner Südgrenze künftig nur noch 80 Asylbewerber pro Tag ins Land. Dieses Tageskontingent legte ... mehr lesen
Die Tageskontingente für Flüchtlinge sollen ab Freitag wirksam werden.
Österreichs Innenministerin Johanna Mikl-Leitner.
Wien - Österreich setzt in der Flüchtlingspolitik mehr denn je auf Abschreckung und ... mehr lesen 1
So...
wie die Realität im Moment aussieht bleibt hier, wer es hierher geschafft hat. Da helfen alle Asylgesetzverschärfungen oder Grenzschliessungen nichts. N. Sarkozy hatte mal gesagt, die Politik der europäischen Union erinnere Ihn an einen Klempner der bei einem Rohrbruch das Wasser gleichmässig in der Wohnung verteilt. Davon mag man jetzt halten was man will, aber das speziell der deutschen Regierung die Kontrolle vollständig entglitten ist, das darf man inzwischen annehmen.
Nun fragt sich, was passiert in ein paar Jahren, wenn Migranten einen deutschen/europäischen Pass haben und entsprechend politischen Druck aufbauen? Wenn man den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht ganz schnell wieder herstellt, dann wird bald die Hölle los sein.
.
Digitaler Strukturwandel  Nach über 16 Jahren hat sich news.ch entschlossen, den Titel in seiner jetzigen Form einzustellen. Damit endet eine Ära medialer Pionierarbeit. 13
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. (Archivbild)
Gezi Park Proteste in Istanbul in 2013. ...
«Überall ist Taksim, überall ist Widerstand»  Istanbul - Zum dritten Jahrestag des Beginns der Gezi-Proteste haben in Istanbul Hunderte Menschen gegen die islamisch-konservative Staatsführung der Türkei demonstriert. 1
Russland und Westen kooperieren bei Syrien-Hilfe Berlin - Russland und westliche Staaten arbeiten bei der humanitären Hilfe für die syrische Bevölkerung ... 1
Rund 150'000 Binnenflüchtlinge hätten Schutz im syrisch-türkischen Grenzgebiet gesucht.
Dschihadisten bei Luftangriffen in Syrien getötet Beirut - Bei Luftangriffen im Nordwesten Syriens sind nach Angaben von Aktivisten am Donnerstag ... 1
Über 60 Luftangriffe wurden geflogen. (Symbolbild)
Titel Forum Teaser
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Alle Demonstranten gefilmt. Der Erdogan lässt doch keine Domo gegen sich zu! Die ... Di, 21.06.16 16:42
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Konzernrecht? Konzernpfusch! Was ist denn das? Konzerne werden vorwiegend von Vollidioten geführt. ... Fr, 10.06.16 17:49
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Das wird die Deutschen aber traurig machen. Wenn man keinen Flughafen und keinen Bahnhof ... Mi, 08.06.16 17:49
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) kommt immer mehr unter Druck. Davon sind inzwischen auch ... Do, 02.06.16 19:22
  • zombie1969 aus Frauenfeld 3945
    Der... Daesh (IS) ist in diesen Tagen an allen anderen Fornten unter Druck. ... Mi, 01.06.16 12:39
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Nach Frauenfeld, verehrter zombie wo sie sich mit der Maffia zu einem Zombiestaat vereinen und ganz ... Mi, 01.06.16 11:02
  • Kassandra aus Frauenfeld 1777
    Blödsinn! Das Schaf ist selbst daran Schuld, dass es vom Wolf gerissen wird, ... Mi, 01.06.16 00:50
  • Pacino aus Brittnau 730
    Radikale führen immer . . . . . . in die Sackgasse. Es ist auch die Linke, die die AfD gefördert ... Di, 31.05.16 07:36
Jonathan Mann moderiert auf CNN International immer samstags, um 20.00 Uhr, die US- Politsendung Political Mann.
CNN-News Was würde «Präsident Trump» tatsächlich bedeuten? Noch ist absolut nichts sicher, doch es ...
 
Stellenmarkt.ch
Kreditrechner
Wunschkredit in CHF
wetter.ch
Heute Di Mi
Zürich 14°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Basel 12°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
St. Gallen 13°C 20°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Bern 12°C 22°C freundlichleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Luzern 14°C 21°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig recht sonnig vereinzelte Gewitter
Genf 12°C 23°C recht sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig sonnig vereinzelte Gewitter
Lugano 19°C 27°C sonnigleicht bewölkt, ueberwiegend sonnig freundlich gewitterhaft
mehr Wetter von über 8 Millionen Orten