Olafur Eliasson - LIFE - in der Fondation Beyeler
publiziert: Donnerstag, 1. Jul 2021 / 13:30 Uhr / aktualisiert: Freitag, 23. Jul 2021 / 12:35 Uhr
Die Ausstellung ist Tag und Nacht geöffnet, und es gibt weder Türen noch Fenster.
Die Ausstellung ist Tag und Nacht geöffnet, und es gibt weder Türen noch Fenster.

Noch bis am 18. Juli 2021 können die Besucher*innen Life von Olafur Eliasson in der Fondation Beyeler zu jeder Zeit erkunden. Die Ausstellung ist Tag und Nacht geöffnet, und es gibt weder Türen noch Fenster, die die Welt aussperren. Die Landschaft rund um das Gebäude erstreckt sich bis ins Innere und flutet die Ausstellungsräume mit einem künstlich grünen Teich, der eine Fülle von Wasserpflanzen beherbergt.

Die Besuchenden bewegen sich auf Stegen aus dunklem Holz durch die Ausstellung, stets begleitet von den Umgebungsgeräuschen, etwa der Insekten, des Verkehrs und anderer Menschen, sowie umfangen von den Gerüchen der Pflanzen und des Wassers.

Wahrnehmung der Umwelt

Olafur Eliasson befasst sich mit Fragen der Wahrnehmung, Bewegung, Körpererfahrung und dem Verhältnis von Selbstwahrnehmung und Gemeinschaftsgefühl. Kunst ist für ihn ein adäquates Mittel, um Denken in Handeln umzusetzen. Eliassons künstlerische Praxis - einschliesslich Skulptur, Malerei, Fotografie, Film und Installation - war Gegenstand zahlreicher Ausstellungen weltweit. Dabei beschränkt er sich nicht auf Museen und Galerien, sondern bezieht die Öffentlichkeit durch architektonische Projekte, Interventionen im öffentlichen Raum, Kunstvermittlung, Politikgestaltung und Klimaaktionen mit ein.

Eliasson ist international bekannt für Installationen, die die Art und Weise herausfordern, wie wir unsere Umwelt wahrnehmen und mit gestalten. Für Green river, ein Projekt das zwischen 1998 und 2001 in verschiedenen Städten realisiert wurde, färbte Eliasson sechs Flüsse mit dem wasserlöslichen Farbstoff Uranin in einem leuchtenden Grün. Für The mediated motion, 2001, im Kunsthaus Bregenz in Österreich, füllte er eine Abfolge von Räumen mit natürlichen Materialien, wie Wasser, Nebel, Erde, Holz, Pilzen und Wasserlinsen.

The weather project, eine leuchtende, in Nebel gehüllte, konstruierte Innensonne, nahm 2003 die Turbinenhalle der Tate Modern in London ein und wurde von zwei Millionen Besuchenden gesehen. Für The New York City Waterfalls, 2008, konstruierte Eliasson vier grosse Wasserfälle entlang der Ufer von Manhattan und Brooklyn. 2014 füllte Riverbed einen ganzen Flügel des dänischen Louisiana Museum of Modern Art mit Steinen und Wasser und ahmte so einen Fluss in einer felsigen Landschaft nach. Eine zweite Version von Riverbed wurde 2019 in der Queensland Art Gallery & Gallery of Modern Art in Brisbane installiert.

Für Ice Watch brachte Eliasson grosse Blöcke aus treibendem arktischem Gletschereis in die Innenstädte von Kopenhagen (2014), Paris (2015, anlässlich der COP21-Klimakonferenz) und London (2018). Passanten konnten diese Fragmente des grönländischen Gletschereises berühren und Zeugen seiner Fragilität werden, während das Eis vor ihnen schmolz. Eliasson wurde 2019 zum UNDP-Goodwill-Botschafter für Klimaschutz und nachhaltige Entwicklungsziele ernannt. Anlässlich der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 rief Eliasson gemeinsam mit Kindern der ganzen Welt und der Unterstützung des Auswärtigen Amtes Earth Speakr ins Leben; das globale Kunstwerk lädt Kinder ein, sich für den Planeten einzusetzen.

Ausstellungen in aller Welt

Seit Mitte der 1990er Jahre hat Eliasson zahlreiche grosse Ausstellungen in aller Welt realisiert. Zu den jüngsten Ausstellungen gehört In real life, eine umfassende Überblicksausstellung über Eliassons künstlerische Praxis der letzten 25 Jahre. Die Ausstellung wurde im Tate Modern in London eröffnet, und wanderte 2020 ins Guggenheim Bilbao. Olafur Eliasson: Symbiotic seeing wurde im Januar 2020 im Kunsthaus Zürich eröffnet, Sometimes the river is the bridge wurde im Frühjahr 2020 im Museum of Contemporary Art Tokyo gezeigt.

Das Studio Olafur Eliasson mit Sitz in Berlin besteht aus einem grossen Team von Handwerker*innen, Architekt*innen, Archivar*innen, Forscher*innen, Köch*innen, Kunsthistoriker*innen und spezialisierten Techniker*innen.

(fest/pd)

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