Olmert beugt sich Druck aus eigener Partei
publiziert: Freitag, 30. Mai 2008 / 22:23 Uhr

Jerusalem - Der israelische Ministerpräsident Ehud Olmert hat sich offenbar dem Druck aus seiner Kadima-Partei gebeugt. Nach Angaben des israelischen Fernsehsenders «Channel 10» vom Freitagabend, stimmte Olmert Wahlen für einen neuen Parteichef zu.

Ehud Olmert hat sich offenbar dem Druck aus seiner Kadima-Partei gebeugt.
Ehud Olmert hat sich offenbar dem Druck aus seiner Kadima-Partei gebeugt.
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Danach wird Kadima in «naher Zukunft» einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin für Olmert wählen. Die beste Aussichten haben nach letzten Umfragen Aussenministerin Zipi Liwni und Verkehrsminister Schaul Mofas.

Liwni würden Parteimitglieder und die Bevölkerung gemäss Umfragen derzeit am ehesten als Premierministerin ihres Landes sehen. Nach Medienberichten sollen aber Olmert und Mofas versuchen, eine Allianz gegen Liwni zu schmieden.

Olmert wolle die Partei nicht wie eine reife Frucht in die Hände Liwnis fallen lassen, zitiert die Zeitung «Maariv» einen Mitarbeiter Olmerts.

Olmert bestreitet Vorwürfe

Gegen Olmert wird wegen illegaler Geldannahme ermittelt. Der 62-Jährige steht im Verdacht, innerhalb von 15 Jahren rund 150'000 Dollar vom amerikanischen Spendensammler Mosche Morris Talansky angenommen zu haben. Olmert bestreitet die Vorwürfe.

Als Konsequenz aus den möglichen Verstrickungen in den Korruptionsskandal waren Parteikollegen auf Distanz zum Regierungschef gegangen. So kündigte der Chef des Kadima-Zentralkomitees, Zachi Hanegbi, den Plan für parteiinterne Vorwahlen an.

Solche Wahlen könnten zur Ablösung Olmerts führen, der Rücktrittsforderungen seines wichtigsten Koalitionspartners, der Arbeitspartei von Verteidigungsminister Ehud Barak, bislang abgelehnt hat.

(smw/sda)

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