Olympiasieger Schoch startet mit Handicap
publiziert: Montag, 15. Jan 2007 / 19:57 Uhr

Mit dem heutigen Parallel-Riesenslalom nehmen die Alpinfahrer ihr Pensum an der WM in Arosa auf. Wegen des zweiten Olympiasiegs von Philipp Schoch und der aktuellen Weltcup-Führung von Simon Schoch gehören die Schweizer zu den Topfavoriten.

Philipp Schoch (SUI): «Ohne Schmerzmittel und lindernde Spritzen könnte ich gar nicht starten.»
Philipp Schoch (SUI): «Ohne Schmerzmittel und lindernde Spritzen könnte ich gar nicht starten.»
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Philipp Schoch, dessen WM-Vergangenheit mit einem fünften Platz wesentlich weniger erfolgreich war als jene seines älteren Bruders (Zweiter und Dritter 2003), nimmt seinen Heimauftritt handicapiert in Angriff: «Ohne Schmerzmittel und lindernde Spritzen könnte ich gar nicht starten.»

Die Verletzung, die er am Wochenende im Training erlitten hatte, erwies sich als Kapselriss im rechten Daumen. «Diese Blessur hindert mich aber nicht.» Wesentlich schmerzhafter ist die Entzündung zwischen Schien- und Wadenbein, die den Zürcher Oberländer seit seinem Sturz mit gewaltiger Kräfteeinwirkung am 21. Dezember behindert.

Die Zielsetzung der seit Jahren dominanten Schoch-Brüder ist trotz ungünstigeren Voraussetzungen als auch schon sehr klar formuliert. «Wir wollen Weltmeister werden», heisst es unisono. «Angst vor dem Druck ist nicht da. Ich bin überzeugt, dass zwei Medaillen für uns möglich sind», sagte Simon Schoch.

Etwas Sorgen bereitet ihm indes ein Faktum, das er nicht beeinflussen kann. Der Kurs, den sein Trainer Christian Rufer steckt, kommt im unteren Teil mit jenem zusammen, auf dem am Sonntag der Boardercross stattfand.

«Ich habe Bedenken, ob sich der Schnee dort richtig binden wird.» Seine Fähigkeiten als Allrounder unterstrich Simon Schoch, der wie auch sein Bruder harte Pisten bevorzugt, auf unterschiedlichen Unterlagen bereits mehrfach.

In den zwei Weltcup-Rennen in Bad Gastein carvte er mit grosser Präzision um die tiefen Gräben, die sich im weichen Schnee gebildet hatten. Lohn für die ansonsten nicht sehr verbreitete Flexibilität waren die Ränge 1 und 2.

Sollte es in Arosa zu nicht zwingend zu erwartenden Abweichungen im WM-Fahrplan kommen, sind auch die anderen beiden Schweizer Fahrer fähig, in die Bresche zu springen.

Der Zürcher Marc Iselin sowie Heinz Inniger, der sich den Startplatz in der internen Ausscheidung gegen Urs Eiselin gesichert hat, bewiesen ihre Nervenstärke im Weltcup mit zusammengezählten elf Top-3-Klassierungen schon zur Genüge. Wenn es optimal läuft, könnte das Ziel von Swiss Ski, an der WM im eigenen Land vier Medaillen zu gewinnen, also schon nach den beiden alpinen Wettkämpfen erreicht sein.

Grabner und Flander als Herausforderer

Das starke Schweizer Männerteam ist sich einig, wen es in den Parallelrennen vom Dienstag (Riesenslalom) und Mittwoch (Slalom) zu schlagen gilt. Im bisherigen Saisonverlauf erwies sich wie schon in den letzten Jahren die österreichische Kultfigur Sigi Grabner als hartnäckigster Gegner; Grabner und Simon Schoch wechselten sich an der Spitze der Disziplinenwertung stetig ab.

Dahinter reihte sich mit dem Slowenen Rok Flander ein Fahrer ein, der in diesem Winter sein immenses Potenzial endlich auszuschöpfen scheint. Die Schoch-Brüder zählen auch Jasey Jay Anderson zum Kreis der Anwärter auf den WM-Titel. Vor zwei Jahren in Whistler bewies der kanadische Routinier mit zwei Goldmedaillen schon einmal, dass er sich im weichen Schnee ausgesprochen geschmeidig bewegen kann.

Frauen mit Aussenseiterrolle

Weniger aussichtsreich präsentiert sich die Ausgangslage bei den Frauen. Seit den Rücktritten der langjährigen Dominatorin Daniela Meuli und der ehemaligen Weltmeisterin Ursula Bruhin klafft eine nicht zu unterschätzende Lücke.

Fränzi Kohli, die einzige helvetische Fahrerin mit Nationalmannschaftsstatus, schien ihre neue Rolle als unbestrittene Teamleaderin mit dem Sieg im ersten Outdoor-Rennen der Saison Ende Oktober 2006 in Sölden sogleich wahrzunehmen.

Doch in den folgenden drei Rennen schaffte es die zierliche Berner Oberländerin nicht mehr über Rang 11 hinaus. «Dennoch ist sie für einen Podestplatz gut», ist Trainer Rufer überzeugt.

Dass im alpinen Sektor gewisse Nachwuchsprobleme nicht wegzudiskutieren sind, zeigt sich in der Tatsache, dass nur zwei Frauen für die WM nominiert wurden. Neben Kohli weist derzeit nur die 19-jährige Patrizia Kummer internationales Format auf. Deshalb wurde auf das Ausschöüpfen des Kontingents verzichtet. «Für alle anderen käme eine WM-Teilnahme noch zu früh», befand Rufer.

(von Stefan Baumgartner, Arosa/Si)

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