Olympische Curling-Wachablösung
publiziert: Montag, 7. Mrz 2005 / 21:14 Uhr

Vier Schweizer Curlingteams haben Weltklasse-Format, aber an den Olympischen Spielen in Turin werden nur zwei empfangen. Die Glücklichen sind St. Galler Bär (Ralph Stöckli) und Flims (Mirjam Ott), die Sieger der ersten "Olympic Trials" in Bern.

Ralph Stöckli war 2002 in Salt Lake City als TV-Co-Kommentator zugegen.
Ralph Stöckli war 2002 in Salt Lake City als TV-Co-Kommentator zugegen.
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Das Grau und das Rot der wallenden Mäntel, in denen sich die Schweizer Athleten an den Medaillen-Zeremonien der Olympischen Spiele in Salt Lake City präsentierten, sind noch in guter Erinnerung. Luzia Ebnöthers Bernerinnen und Andreas Schwallers Biel-Touring-Curler posierten mit Silber- und Bronzemedaillen für die Kameras.

Diese beiden Teams, jeweils in nur leicht veränderter Besetzung und im Fall der Bieler für einen anderen Klub (Baden Regio) spielend, wollten das Faszinosum Olympia in Turin noch einmal erleben.

Drei Jahre lang betrieben sie als Amateursportler einen Aufwand von Halbprofis, ganz im Wissen, dass sich alles innerhalb weniger Tage, weniger Stunden an den internen Schweizer Ausscheidungen in Bern entscheiden würde.

Olympia-Traum ausgeträumt

So kam es auch. Am Ende mussten Andreas Schwaller und Luzia Ebnöther am Sonntagabend kurz vor respektive kurz nach 23 Uhr konsterniert mit ansehen, wie ihre letzten gültigen Steine in den letzten (Zusatz-)Ends der letztmöglichen Entscheidungsspiele vom Gegner aus dem Haus befördert wurden. Der Traum vom olympischen Revival platzte wie eine Seifenblase.

Über die Zukunft von Baden Regio und Bern AAM, die zwischen 1999 und 2004 zusammen neun Silber- oder Bronzemedaillen an WM, EM und Olympischen Spielen gewannen, ist nichts entschieden.

Als Schweizer Meister 2004 werden die Badener Anfang April an der WM in Victoria (Ka) antreten. "Dort werden wir alles geben", verspricht Markus Eggler, ehemaliger Weltmeister-Skip und Nummer 3 in Schwallers Crew.

Alter ist kein Grund

Dass die beiden erfolgreichen Teams jedoch noch einen Anlauf Richtung Winterspiele 2010 in Vancouver nehmen werden, damit ist nicht unbedingt zu rechnen. Vielmehr damit, dass man die "Olympic Trials" im nachhinein als Wachablösung im Schweizer Spitzencurling wird festhalten können.

Weder leistungs- noch altersbedingt würde sich eine Zäsur aufdrängen. Baden Regio und Bern AAM wären nach wie vor fähig, sich auch an bestbesetzten Turnieren in den Final zu spielen. In den beiden Stammformationen ist Christof Schwaller mit 39 Jahren der Älteste, Carmen Küng und Marco Ramstein mit noch deutlich unter 30 Jahren sind die Jüngsten.

Verglichen mit den besten kanadischen Teams sind sie sogar jung zu nennen. Die meisten stehen aber mitten im Erwerbsleben, in der besten Zeit ihrer beruflichen Laufbahn. Und da nun einmal der olympische Vierjahrestakt das Denken der Curler bestimmt, werden sie es sich zumindest sehr gut überlegen, ob sie für eine ganze Periode weiterfahren wollen.

Zukunft beginnt jetzt

Die nächste Zeit gehört St. Galler Bär und Flims. Während die Flimserinnen als Schweizer Meisterinnen 2004 schon übernächsten Samstag zur Weltmeisterschaft in Paisley bei Glasgow starten, können die St. Galler schon jetzt in Ruhe die nächste Saison mit den Höhepunkten EM (im Dezember), Olympische Spiele und WM (im April 2006) planen.

Traum ging in Erfüllung

Ralph Stöckli war 2002 in Salt Lake City als TV-Co-Kommentator zugegen. "Damals habe ich mir schon vorgestellt, wie es wäre, in Turin selber zu spielen."

Sein Wunsch wird Wirklichkeit. Mirjam Ott wird als erste Schweizer Curlerin überhaupt zweimal bei Olympia dabeisein. Nach Salt Lake City löste sie sich von Ebnöther, um als erfahrener Skip (Europameisterin 1996) wieder ein eigenes Team aufzubauen. Sie tat es mit vollem Erfolg.

Acht Jahre nach seinem Triumph in Nagano 1998 wird auch Patrick Hürlimann in Turin wieder zu olympischen Ehren kommen -- nicht als Spieler, sondern als Coach von St. Galler Bär.

Coach der Flimserinnen ist Mario Gross. Hürlimann und Gross; Fachleute erinnern sich, dass die beiden 1989 in Milwaukee mit dem Lausanner Team im WM-Final standen (und nur um Millimeter gegen Pat Ryans Kanadier verloren). Im kommenden Februar werden sie ihr Wissen und ihre Erfahrung gemeinsam den Schweizer Olympia-Teams zugute kommen lassen.

(sl/Si)

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