Olympische Welt in Ordnung - Federer weiterhin beliebt
publiziert: Dienstag, 12. Aug 2008 / 08:47 Uhr / aktualisiert: Dienstag, 12. Aug 2008 / 09:29 Uhr

Die olympische Welt des Tennis ist nach den Regenfällen vom Sonntag wieder in Ordnung. Mehr noch als die Spieler war am Montag die Turnierorganisation unter Druck.

Nach wie vor ist Roger Federer bei den Fans sehr beliebt.
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Das US Open steht bedrohlich nahe vor der Tür. Daher sind die olympischen Tennisfinals bereits auf das kommende Wochenende terminiert und Verschiebungen höchst unerwünscht. Im Gegensatz zu den Tours von ATP und WTA ist an Olympia bei Spielerinnen und Spielern auch die Kombination Einzel-Doppel begehrt, und wenn dann noch Verschiebungen dazukommen, wird die Einsatzplanung kompliziert.

Wegen des gedrängten Programms auf allen zehn Plätzen herrschte auf der Tennisanlage im Olympic Green der Ausnahmezustand. Und dazwischen gab es immer wieder drohende Wolken - aber stets nur ein paar Regentropfen.

«Jetzt ist es halt so»

Für Roger Federer, einen der ganz wenigen Superstars für die Zuschauer an den Olympischen Spielen, war dies allein kein Problem: «Es wäre von Vorteil gewesen, am Sonntag zu spielen, aber jetzt ist es halt so.» Seine Einzelpartie war am Sonntag verschoben worden. Gestern trat er zweimal in die Arena -- jeweils von frenetischem Jubel empfangen.

Am Morgen im Einzel gegen den Russen Dmitri Tursunow (6:4, 6:2) auf dem Center Court dominierten die «Ah» und «Oh», wenn der Schweizer punktete. Am Abend auf Court Nr. 1 beim Doppel mit Stanislas Wawrinka (7:5, 6:1 gegen Bolelli/Seppi) klickten Hunderte von chinesischen Kameras Richtung Federer, und sein Sieg wurde wie ein chinesischer Triumph gefeiert. Den Matchball verwandelte der Schweizer am Netz mit einer Showeinlage - einem Sprung so hoch wie die Produkte Blanka Vlasics.

Regentropfen im «richtigen» Moment

Jeweils vor und nach Federers Einsätzen erhöhten ein paar Regentropfen die ohnehin schon enorme Luftfeuchtigkeit - das aus der Sicht Federers vielleicht am schwierigsten zu bewältigende «Problem» in Peking. Bei einem anderen «Problem» benötigte der Basler eine lange Anlaufzeit, bis er es im Griff hatte: dem Umstand, dass Fragen und Antworten bei der Medienkonferenz stets vom Englischen auch ins Chinesische übersetzt werden mussten. Doch der weltmännische Baselbieter entschuldigte sich immer wieder auf ebenso lockere, freundliche Weise bei der chinesischen Dolmetscherin, wie er den internationalen Medien Red´ und Antwort stand. Dass offenbar auch auf Chinesisch seriös übersetzt wurde, liess sich an der Länge der Ausführungen der Dolmetscherin ermessen, die gelegentlich mehr als eine Minute lang nicht zu stoppen war.

Wo sind sie geblieben?

Wie Federer durfte gestern auch Timea Bacsinszky (3:6, 2:6 gegen Venus Williams) auf dem Center Court spielen, bei ihrem Olympiadebüt allerdings nur vor ein paar Dutzend Zuschauern. Wo sind die anderen geblieben, nachdem die Spiele doch praktisch als ausverkauft gemeldet worden waren, fragten sich die recht zahlreich vertretenen Schweizer Fans und Team-Mitglieder, unter denen sich auch Weitspringer Julien Fivaz befand.

Auf Nebenplätzen hatten Wawrinka im Einzel (4:6, 6:3, 6:2 gegen Frank Dancevic) und Patty Schnyer (6:3, 6:2 gegen Jill Craybas) anzutreten. Patty Schnyders Match stand zeitlich in Konkurrenz zu Federers Doppel und versammelte gezählte 28 Zuschauer, ehe am Schluss noch ein paar Dutzend dazu kamen.

Zahlreiche Spitzenleute hatten am ersten richtigen Tennistag in Peking mehr zu kämpfen als ihnen lieb war. Das hängt offensichtlich auch damit zusammen, dass «Olympia anders ist», so Federer. «Bei den Turnieren kennt man mit der Zeit die Abläufe, bei Olympia ist alles neu. Hier an den Olympischen Spielen zu sein, ist absolut einzigartig», sagte der Schweizer, der «mit Freude» sein Land vertritt.

(Peter A. Frei, Peking/Si)

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