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Online-Game kann Krankheiten heilen
publiziert: Donnerstag, 15. Mai 2008 / 23:32 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 15. Mai 2008 / 23:59 Uhr

Washington - Vergangene Woche ist mit Foldit ein Online-Game gestartet, das es Spielern ermöglicht, einen Beitrag zur medizinischen Forschungsarbeit zu leisten.

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Der Sieg in Foldit könnte Heilung für HIV oder Alzheimer bedeuten.
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foldit
Solve Puzzles for Science
fold.it

Das von Wissenschaftlern der Universität von Washington entwickelte Spiel erinnert vom Spielverlauf her ein wenig an den Spielklassiker Tetris.

Im Unterschied zum Kult-Game ist es hier aber die Aufgabe des Spielers, widerspenstige dreidimensionale Formen zusammenzufalten.

Diese sind in Wirklichkeit aber nichts anderes als Proteinstränge, deren Faltprozesse für die medizinische Forschung wichtige Erkenntnisse liefern können.

Genau hier setzt Foldit an. In spielerischer Art und Weise sollen Nutzer durch das Falten dieser Strukturen die Wissenschaft in ihrer Arbeit unterstützen und helfen, diese Prozesse zu ergründen.

Möglichst viele Nutzer

«Der Sieg in diesem Spiel könnte das Finden einer Heilung für Krankheiten wie HIV oder Alzheimer bedeuten», erklärt David Baker, Professor für Biochemie am Institut für Computer Science and Engineering der Universität von Washington, gegenüber dem Fachmagazin IT Business.

Wer auch immer bislang geglaubt habe, Computerspiele seien eine sinnlose Zeitverschwendung, werde durch Foldit eines Besseren belehrt.

Gemeinsam mit seinen Forscherkollegen hofft der Wissenschaftler, dass sich so viele Nutzer wie möglich an dem Online-Spiel beteiligen werden. Bislang sehe es laut Baker allerdings sehr gut aus.

«Seit dem offiziellen Start von Foldit vergangenen Freitag haben wir im Schnitt alle 20 Sekunden einen neuen Mitspieler hinzugewonnen», schildert Baker. «Sonntag morgen haben wir bereits 10'000 Menschen verzeichnet», ergänzt der Biochemiker.

Spielspass und soziales Netzwerk

Neben dem forscherischen Aspekt sei vor allem der von Foldit gebotene Spielspass ausschlaggebend für das rege Interesse an dem Online-Game. «Das ist ja gerade das Grossartige daran. Das Spiel macht wirklich Spass», meint Baker.

Ein zusätzlicher Anreiz, der Nutzer zum Mitmachen bewegen soll, ergibt sich zudem aus der Funktionalität der Foldit-Webseite. Interessierte, die an dem Medizin-Spiel teilnehmen wollen, müssen sich dazu nämlich zuerst dort registrieren.

Danach haben sie ähnlich wie bei einem Social Network die Möglichkeit, sich untereinander zu vernetzen. Auf diese Weise können beispielsweise Teams gebildet werden, die sich gemeinsam an die Lösung eines bestimmten Falt-Problems machen.

«Die Reaktionen auf unser Spiel sind durchwegs positiv. Viele Menschen sind ganz aus dem Häuschen darüber, dass es jetzt ein Spiel gibt, das Spass macht und mit dem gleichzeitig der Menschheit geholfen werden kann», betont Baker.

Massenkollaboration

Hinter dem grundlegenden Konzept von Foldit verbirgt sich der Ansatz der so genannten Massenkollaboration. Darunter versteht man eine Form der Zusammenarbeit, die es Menschen dank neuer Medientechnologien ermöglicht, über Landesgrenzen hinweg gemeinsam und selbstorganisiert an Projekten zu arbeiten.

Ein Beispiel, das sich ähnlich wie Foldit mit Faltprozessen bei Proteinen beschäftigt, ist das Folding@home-Projekt. Mittels einer Client-Software, die zum Download zur Verfügung gestellt wird, können Menschen aus aller Welt mit ihren Rechnern dem Forschungsnetzwerk der Universität Stanford beitreten und so mithelfen, die Rechenleistung insgesamt zu steigern.

(bert/pte)

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