Online-Magazin veröffentlicht Folter-Bilder
publiziert: Donnerstag, 16. Mrz 2006 / 08:19 Uhr / aktualisiert: Donnerstag, 16. Mrz 2006 / 10:07 Uhr

Washington - Zwei Jahre nach Bekanntwerden des Misshandlungs- und Folterskandals von Abu Ghraib hat ein US-Online-Magazin 279 Fotos und 19 Videos veröffentlicht.

Es handelt sich um die bislang umfangreichste, öffentlich zugängliche Dokumentation.
Es handelt sich um die bislang umfangreichste, öffentlich zugängliche Dokumentation.
8 Meldungen im Zusammenhang
Weiterführende Links zur Meldung:

Online-Magazin «salon.com»
Achtung: Unzensierte Bilder der Folter-Opfer.
www.salon.com/

Zu den Aufnahmen, die auf der Site «salon.com» veröffentlicht wurden, gehören erstmals auch Bilder, die Häftlinge mit Schuss- oder Bisswunden, Frauen mit entblössten Oberkörper und mit Fäkalien beschmierte Iraker zeigen.

Es handelt sich um die bislang umfangreichste, öffentlich zugängliche Dokumentation über den Misshandlungsskandal um Abu Ghraib zwischen Ende 2003 und Anfang 2004.

Quelle in der Armee

Die Bilddokumente stammen nach Angaben des Online-Magazins von einem Armeeangehörigen, der sowohl in Abu Ghraib diente als auch mit der Arbeit der Militärermittler vom «Criminal Investigation Command» (CID) vertraut ist.

Das Medienunternehmen salon.com wurde 1995 gegründet, hat seinen Sitz in San Francisco und eine weit gehend liberale Ausrichtung.

Neun Kapitel

Zum besseren Verständnis haben die Autoren die Akte «The Abu Ghraib Files» in neun Kapitel und eine zusätzliche Video-Rubrik unterteilt.

Die einzelnen Sektionen lauten: «Schnittwunden», «Elektrokabel», «geistig verwirrt», «Arbeitshunde», «Standardverfahren» und «sexuelle Erniedrigung». Jeder Rubrik folgt die Warnung: Die Fotos enthalten beunruhigende Abbildungen von Gewalt, Missbrauch und Erniedrigung.

Soldaten Verurteil

Im Zuge des Abu-Ghraib-Skandals sind sieben US-Soldaten angeklagt und verurteilt worden. Die für die Aufsicht der Gefängnisse im Irak zuständige Generalin Janis Karpinski wurde degradiert.

Derzeit muss sich einer von zwei angeklagten Hundeführern vor einem Militärgericht in Fort Meade in Maryland verantworten. Die US- Armee hat in der vergangenen Woche angekündigt, dass sie das berüchtigte Militärgefängnis schliessen möchte.

(bert/sda)

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