Online-Portale: Schlacht um Europa hat begonnen
publiziert: Sonntag, 17. Jun 2007 / 16:25 Uhr

Paris/Hamburg - Nach MySpace und Flickr startet nun auch Googles Videoportal YouTube europäische Ableger in den jeweiligen Landessprachen. Google-Chef Eric Schmidt soll nächsten Mittwoch in Paris Einzelheiten zur französischsprachigen Version des Videoportals bekannt geben, berichtete Les Echos.

YouTube hat starke lokale Konkurrenten.
YouTube hat starke lokale Konkurrenten.
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Ob und wann eine deutsche Version von YouTube geplant ist, wollte Stefan Keuchel, Sprecher von Google Deutschland, auf Nachfrage von pressetext nicht kommentieren. Allerdings ist Google seit kurzem im Besitz der Domain YouTube.de, die zuvor noch auf das deutsche Videoportal VideoTube verwies.

Die YouTube-Versionen in den jeweiligen Landessprachen stossen auf hohes Interesse bei Fernsehsendern. Die öffentlich-rechtliche Sendergruppe France Television hat Google bereits zugesagt, Inhalte von France 4 für die Videoplattform zur Verfügung zu stellen. Die Privatsender Canal+, TF1 und M6 sollen sich in Verhandlungen befinden.

Die deutschen öffentlich-rechtlichen Sender sind dagegen noch nicht so weit. «Die ARD prüft derzeit, ob eine Kooperation mit solchen Portalen sinnvoll ist», äussert sich Julia Niesert vom ARD-Generalsekretariat. Auf YouTube vertreten ist neben BBC und CBS auch Al-Jazeera.

Starke lokale Konkurrenz

Die plötzliche Eile der Internetgiganten, ihre Online-Plattformen polyphon zu machen, hat einen Grund: die lokale Konkurrenz. In Frankreich ist Mitbewerber DailyMotion mit einem Marktanteil von 26 Prozent beliebter als die US-Videoplattform, die auf 23 Prozent kommt.

In Deutschland macht MyVideo, an dem ProSiebenSat.1 mit 30 Prozent beteiligt ist, YouTube den Markt streitig. Allerdings hat YouTube laut Erhebungen von Nielsen/Netratings im Mai dieses Jahres mit 5,12 Mio. unique visitors dennoch die Nase vorn. Für MyVideo verzeichnete das Marktforschungsunternehmen dagegen 4,05 Mio. unique visitors.

Rechtliche Bedenken

Der bislang zögerlichen Haltung bei der Übersetzung von Webseiten liegen die rechtlichen Konsequenzen zu Grunde. Sobald ein Internetseitenbetreiber etwa aus den USA eine französisch- oder deutschsprachige Version anbiete, richtet sich diese konkret auf den dortigen Markt, erklärt Rechtsanwalt Wolfgang Mews von der Rechtsanwaltskanzlei Teerhag & Partner. Das mache die Betreiber insbesondere bei der Verletzung von nationalen Markenrechten leichter angreifbar.

Auch andere Social-Networking-Plattformen reagierten auf die Existenz lokaler Portale. So startete etwa News Corp. vor einiger Zeit eine deutsch- und französischsprachige Version von MySpace. Und Yahoo startete erst diese Woche verschiedene Sprachversionen seines Fotoportals Flickr, darunter auf Deutsch, Französisch, Italienisch und Spanisch.

(smw/pte)

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